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Ohne die Arbeit in den Werthmann-Werkstätten würde was fehlen 

Beschäftigte, Betreuer und Gruppenleiter agieren auf Augenhöhe

Auf Augenhöhe und Hand in Hand bereiten Silvia Picker und Gruppenleiterin Heike Hellermann den Nachtisch vor.

Meggen. Während im Konvektomaten die Schnitzel schonend garen, sind Silvia Picker und Heike Hellermann mit den Vorbereitungen des Nachtischs beschäftigt. Während Erstgenannte den Vanillepudding in die Schälchen abfüllt, garniert die Gruppenleiterin die Desserts. Erster augenfälliger Eindruck: Die Arbeit geschieht, wie in allen Bereichen der Werthmann Werkstätten auf Augenhöhe und als Teamwork. Silvia Picker gehört seit der Eröffnung der Einrichtung in Meggen im Jahr 2007 dazu. Sie geht gerne zu Arbeit. Ohne die Beschäftigung, die sie fünf Tage die Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht, würde der 39-Jährigen was fehlen. In der Werkstatt hat Silvia Picker Freunde gefunden und fühlt sich gut aufgehoben. Beim Stichwort „Küche“ denkt man natürlich ans Kochen und an die Zubereitung von Mahlzeiten. Aber eigentlich gehört ja viel mehr dazu.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Küche lernen die Hygienebestimmungen zu beachten und einzuhalten. Eine Kopfbedeckung ist ebenso Voraussetzung in der Küche zu arbeiten, wie eine Schürze. Wenn die Grevenbrückerin, die eine psychische Erkrankung hat, morgens an einem Arbeitsplatz eintrifft, weiß sie was zu tun ist. „Wir sind hier sechs Beschäftigte und ich bin gerne in der Küche. Jeder hat seine festen Aufgaben. Zwei belegen die Brötchen, zwei kümmern sich um die Heißgetränke und die anderen zwei decken die Tische“, erklärt Silvia Picker.  Fachwissen einer Küchenkraft ist ebenso unabdingbar wie die Organisation des Arbeitsplatzes. Diesen nach getaner Arbeit sauber zu verlassen und in der Küche Ordnung zu halten, will schließlich auch gelernt sein. Und wenn die Grevenbrückerin früher mit ihrer Arbeit in der Küche fertig ist, hilft sie auch gerne mal in der Montage aus. Die Küche ist dennoch ihr Wunsch-Arbeitsplatz. Genau das wird in der Einrichtung auch beachtet. „Wir holen die Beschäftigten da ab wo sie stehen, unterstützen und motivieren sie. Gespräche sind dabei genau so wichtig, wie unterstützend unter die Arme zu greifen. Die Gruppenleiter fragen die Beschäftigten, wie es ihnen geht und was sie sich zutrauen. Da sind alle sehr flexibel. Wir möchten die Beschäftigten fordern, aber nicht überfordern und ihnen stets auf Augenhöhe begegnen“, betont Einrichtungsleiterin Susanne Rüenauver. Zeiten in denen es ihr nicht so gut ging, hat Silvia Picker auch schon erlebt. „In Absprache mit der Gruppenleitung durfte ich dann später anfangen, oder auch früher gehen. Die flexiblen Arbeitszeiten haben mir geholfen“, erklärt die 39-Jährige, die selber auch sehr flexibel ist. Sollte in der Küche etwas fehlen, bringt sie es auf dem Weg zur Arbeit einfach mit. Die Beschäftigung macht ihr so viel Spaß, dass sie sich sogar bereit erklärt hat eine Woche des Betriebsurlaubes zu verschieben und mitanzupacken, wenn Not am Mann ist. Auf Nachfrage, wie sie einen Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt findet und ob es für sie in Frage käme, antwortet Silvia Picker: „Ich finde es gut, wenn Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen arbeiten und voneinander lernen. Ich habe es auch probiert. Für mich es das nichts. Ich bin in der Werkstatt besser aufgehoben.“ 

Hier zwei Veranstaltungshinweise für den 29.05.2018 und 30.05.2018.
Am 29.05.2018 findet von 19 -21Uhr eine Info-Veranstaltung der Abteilung eXtern über betriebsintegrierte Arbeitsplätze statt. Treffpunkt ist die Bäckerei Sangermann in Oberveischede.
Am 30.05.2018 öffnen wir wieder von 10 - 12Uhr unsere Tore in der Werkstatt in Attendorn, um allen Interessierten die Werkstatt im regulären Betrieb zu zeigen. Anmelden können Sie sich z.B. über den Flyer anbei. Wir freuen uns über Jeden, der kommt. (Ba)

Angelo Anton-Julian ist stolz

Angelo Anton-Julian ist stolz. Der 21-Jährige hat es geschafft. Er ist jetzt Betreuungsassistent. Seine Ausbildung hat er mit Bravour bestanden und sein Vertrag mit dem Franziskanerhof, der in Trägerschaft der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) ist, geht bis zum November 2019. Ermöglicht wurde ihm diese Arbeit mit Hilfe von Sina Neuhaus und Günter Rotthoff, Integrationsassistenten in den Werthmann Werkstätten, Abteilung eXtern, die ihn immer begleitet und unterstützt haben.

Nach seiner Schulausbildung kommt Angelo Anton-Julian  2015 in die berufliche Bildung der Werthmann-Werkstätten. Die Bundesagentur für Arbeit hat ihn hierher vermittelt. Im Rahmen des Eingangsverfahrens absolvierte er mehrere Praktika, um seine Stärken und Vorlieben zu finden. Er erprobte sich in der Schreinerei, dem Bereich Garten- und Landschaftspflege  und Förderbereich.

Doch der 21-Jährige möchte „mit Menschen“ im sozialen Bereich arbeiten. Die Integrationassistenten  nehmen Kontakt mit dem Franziskaner-Hof auf und Angelo kann ein Praktikum beginnen. Schnell wird allen Beteiligten klar, dieser Arbeitsbereich ist der richtige für den jungen Attendorner mit Wurzeln in Sri Lanka. Aus einem einwöchigen Praktikum wird eine drei monatige Verlängerung.

Um zukünftig in diesem Bereich zu arbeiten, strebte Angelo schließlich eine Qualifizierung an. Er macht die Ausbildung zum Betreuungsassistent nach § 53 c (früher § 87 b) SGB XI. Zu seinen Aufgaben gehört die Alltagsbegleitung von demenziell veränderten Menschen.  Den praktischen Teil der Ausbildung absolviert er im Franziskaner-Hof. Die Theorie erlernte er bei IN VIA in Olpe. Hier ist Integrationsassistentin Sina Neuhaus immer an seiner Seite. Angelo ist der erste männliche Teilnehmer im Qualifizierungskurs. Er lernt vieles über Demenz, die Strukturen in einem Seniorenheim, Kommunikation, Validation, Hygiene, Erste Hilfe und auch Rechtskunde. Alles Erlernte kann er im praktischen Teil umsetzten. Als Abschlussaufgabe gestaltet er für die männlichen Bewohner im Franziskanerhof einen „Männerstammtisch“.  Es gibt Hot Dogs, Würstchen, ein kühles Bier und viel zu erzählen.

„Dieses Angebot ist so gut angenommen, dass wir es gern regelmäßig anbieten möchten“, ergänzt der Einrichtungsleiter des Franziskaner-Hofes, Thomas Ludwig. Auch Anja Neuhaus, Pädagogische Fachkraft vom sozialen Dienst des Franziskaner-Hofes ist von Angelo Anton-Julian begeistert: „Er ist eine Bereicherung für das gesamte Team. Es ist angenehm mit ihm zu arbeiten.“ Thomas Ludwig ergänzt: „Er hat in der Zeit, die er bei uns ist, eine kontinuierliche Entwicklung seiner Persönlichkeit gemacht. Er ist den Bewohnern gegenüber sehr emphatisch und auch die non-verbale Kommunikation beherrscht er vorbildlich.“ 49 Bewohner, darunter sechs Wachkomapatienten der Phase F leben im Franziskanerhof, der im 13. Jahr im Herzen von Attendorn beheimatet ist.

Angelo und die Integrationsassistenten freuen sich über so viel positives Feedback. „Die Arbeit hier macht mir viel Spaß und ich komme jeden Tag gern hierher“, strahlt Angelo Anton-Julian. „Irgendwann möchte ich auch eine eigene Wohnung haben und den Führerschein machen.“ Die Arbeit stärkt auch sein Selbstbewusstsein und lässt ihn neue Ziele ins Auge fassen.

Für Günter Rotthoff und Sina Neuhaus ist der 21-Jährige eine weitere Erfolgsgeschichte in der zehnjährigen Geschichte der Abteilung eXtern mit ihren betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. 33 Menschen mit Behinderung haben hier derzeit ein Beschäftigungsverhältnis außerhalb der Werkstätten.  Der Arbeitgeber entrichtet dabei eine Dienstleistungspauschale an die Werkstatt, der wiederum den Beschäftigten einen Lohn bezahlt. Die Menschen mit Behinderungen arbeiten zwar im Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts, sie bleiben aber weiterhin Beschäftigte der Werkstatt. Betriebsintegrierte Arbeitsplätze bieten ein hohes Maß an Inklusion und können sowohl unbefristet als auch befristet sein. „Für unsere Beschäftigten, die trotz ihrer Einschränkungen einen  betriebsintegrierten Arbeitsplatz haben, ist das eine enorme Steigerung des Selbstwertgefühls. Allein dafür lohnt sich die Mühe und der Aufwand“, so Günter Rotthoff.

Neueste Infos:

Hier zwei Veranstaltungshinweise für den 29.05.2018 und 30.05.2018.

Patrick Schulte vom Heggener Reisedienst ließ uns gerade ein Foto von seinem neuesten Bus zukommen. Die Botschaft, die neben dem Logo der Werthmann-Werkstätten aufgebracht wurde, teilen wir gerne. Wir finden der Bus sieht super aus!

Die neue WIR ist da. Sie können Sie hier lesen

Angelo Anton-Julian ist stolz. Der 21-Jährige hat es geschafft. Mit Unterstüzung der Werkstätten wurde er Betreuungsassistent. Weitere Infos hier. 


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