Pressearchiv 2014

Verstärkung in den Werkstätten

Sonja Zimmermann und Annette Halbfas strahlten. „Endlich können wir mal zeigen, was wir können“, rief Annette Halbfas. Die beiden Beschäftigten der Werthmann-Werkstätten in Attendorn freuten sich, dass Dr. Bettina Wolf, Leiterin der Arbeitsagentur Siegen, anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen für ein Tagespraktikum in die Werkstatt gekommen war und die Arbeit der beiden Beschäftigten und ihrer Kollegen in der mechanischen Bearbeitung kennenlernen wollte.

Für Dr. Bettina Wolf war das ein wichtiger Termin. „Ich wäre auch an jedem anderen Tag gekommen“, erzählte sie im Anschluss in einem Pressegespräch, „denn auch schwerbehinderten Menschen die Chance auf einen Arbeitsplatz zu geben, ist ein wichtiges Anliegen der Arbeitsagentur.“

Daher saß die Leiterin der heimischen Arbeitsagentur gemeinsam mit dem Team der mechanischen Bearbeitung der Werthmann Werkstätten an einer großen Werkbank und sortierte kleine Dichtungsringe für einen Bausatz eines Herstellers für sanitäre Anlagen. „Da musste ich mich ganz schön konzentrieren“, zeigte sie sich im Nachhinein beeindruckt von der Leistung der Beschäftigten der Werkstatt. „Gleichzeitig reden und sortieren, das war schon schwierig, schließlich sollen keine Fehler auftreten.“

Dass keine Fehler auftreten, ist auch dem Leiter der Werthmann-Werkstätten, Andreas Mönig, wichtig. „Wir werden von der Industrie als Partner geschätzt, der sich besonders durch seine gute Termintreue und seine hohe Qualität auszeichnet“, berichtete er und brach dann eine Lanze für die Arbeit der Werkstätten. „Wir machen Arbeit für Menschen mit geistiger und physischer Behinderung erst möglich und wir sorgen dafür, dass diese nicht arbeitslos sind, sondern am Arbeitsleben teilnehmen können.“

Die Teilnahme am Arbeitsleben zu fördern ist auch das Ziel der Arbeitsagentur, denn derzeit sind in der Region noch über 900 schwerbehinderte Männer und Frauen arbeitslos. „Angesichts dessen, dass weit über die Hälfte dieser Personen ausgebildete Fachkräfte sind, fällt mir das Verständnis dafür schwer“, zeigte sich Dr. Bettina Wolf enttäuscht.

Daher trete die Arbeitsagentur gerade an die Betriebe in der Region heran, die zu wenige oder gar keine Schwerbehinderten beschäftigen und daher die sogenannte Ausgleichsabgabe zahlen müssen. „Wir wissen aus Erfahrung: Die Beschäftigung eines Schwerbehinderten ist für alle Seiten ein Gewinn. Für den Schwerbehinderten, für die Gesellschaft und natürlich für den Betrieb.“ Derzeit zahlen nach Berechnungen der Arbeitsagentur 588 Arbeitgeber die Ausgleichsgabe. „Und das sind 588 Arbeitgeber zuviel“, befand Dr. Bettina Wolf.

 

 

 

25 Jahre Konferenz der Caritas-Werkstatträte in NRW

Spezielle Werkstätten für Menschen mit Behinderungen werden weiterhin gebraucht und "es wird sie auch in 25 Jahren noch geben". Das versicherte Staatssekretär Dr. Wilhelm Schäffer (SPD) 120 Beschäftigtenvertretern aus den Caritas-Werkstätten in NRW auf ihrer Jubiläumskonferenz am Donnerstag in Dülmen. Hieran nahmen auch die  auch die Werkstatträte unserer Werthmann-Werkstätten teil. Trotz aller Bemühungen um Arbeitsplätze in Integrationsunternehmen und einer neuen Initiative für Außenarbeitsplätze sei auch ein weiteres Wachstum der Werkstätten zu erwarten. 64.000 Stellen für Menschen mit Behinderungen bieten die 104 Einrichtungen im Land. Im Erzbistum Paderborn gibt es zehn anerkannte Werkstätten mit insgesamt rund 6.000 Beschäftigten.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Stellen jährlich um 1.000 Plätze gewachsen, sagte Schäffer. Das liege auch daran, dass Nordrhein-Westfalen in der Sorge um behinderte Menschen einen Spitzenplatz bundesweit einnehme. Unter anderem garantiere das Land allen Menschen unabhängig von der Schwere ihrer Behinderung einen Werkstattplatz, so Schäffer. Diese hohen Standards gelte es möglichst durchzusetzen in der aktuellen Diskussion um das für 2016 geplante Bundesteilhabegesetz. Der Staatssekretär im NRW-Sozialministerium bat die Werkstatträte, ihre Interessen hier einzubringen: "Kämpfen Sie dafür, dass der NRW-Weg weiter möglich bleibt."

Gleichzeitig warb er dafür, dass die Werkstätten sich weiter öffnen für Beschäftigung außerhalb. Land und Landschaftsverbände unterstützten jeden Integrationsarbeitsplatz mit 20.000 Euro. So sei es gelungen, 2.600 Plätze in 251 Integrationsunternehmen zu schaffen. Dazu kämen in einer neuen Initiative 670 Außenarbeitsplätze. Entscheidend sei hierfür eine gute Ausbildung. Bundesweit vorbildlich sei auch die Mitwirkungsverordnung, erklärte Schäffer. Als sich die Werkstatträte der Caritas vor 25 Jahren gegründet hätten, habe es sie noch nicht geben. Aber dass sie 2001 beschlossen worden sei, "das hat auch mit ihrer Arbeit zu tun".

Als "wegweisend" bezeichnete der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig, Vorsitzender der "Konferenz der Werkstätten für behinderte Menschen der Caritas in NRW und Niedersachsen", die Gründung 1989. Das Jubiläum sei Anlass gewesen, einmal innezuhalten und über deren zukünftige Arbeit nachzudenken. Wichtig blieben ein guter Austausch, die Entwicklung gemeinsamer Positionen und die Sicherung der Fortbildungen. Die niedersächsischen Kollegen, die sich nicht zuletzt wegen unterschiedlicher landesrechtlicher Regelungen, ausgeklinkt hätten, sollten sich weiterhin beteiligen und an Fortbildungen teilnehmen können.

An die Gründungszeit erinnerte Werner Heer, ehemaliger Werkstattleiter von Haus Hall (Gescher) und Gründervater, der heute noch als ehrenamtlicher Koordinator in der Konferenz aktiv ist. Das erste Treffen fand auf der Marienburg in Coesfeld statt, jetzt trifft sich die Konferenz viermal jährlich im Barbara-Haus in Dülmen – ehemals ein Soldatenfreizeitheim und seit einigen Jahren selbst ein Integrationsunternehmen der Alexianer in Münster.

1993 folgte mit der Gründung eines eigenen Bildungswerks einer der wichtigsten Schritte. 1.700 Beschäftigtenvertreter haben sich im Laufe der Jahre in Seminaren auf ihre Aufgabe vorbereitet, für die sie jeweils für vier Jahre gewählt werden. Heer versprach, dass diese Form der Unterstützung weiterhin aufrechterhalten werde: "Wir wollen den Werkstatträten weiterhin helfen, damit sie Beachtung finden und ihre Vorstellungen in der Gesellschaft wahrgenommen werden".

In ihren Grußworten erklärten die Mitglieder der Lenkungsgruppe, wie wichtig der Austausch und die Unterstützung durch die Konferenz für sie in ihrer Arbeit als Werkstatträte sei. Peter Bösel (Arnsberg) stellte fest, dass es dadurch gelungen sei, "25 Jahre ohne Ermüdungserscheinungen zu arbeiten". Sonja Haase (Olsberg) erinnerte daran, dass es bei der Gründung gerade 6.000 Beschäftigte in den Caritas-Werkstätten in NRW gegeben habe und diese Zahl inzwischen auf 22.000 gewachsen sei. Stefan Rakowitz (Reken) betonte das Interesse der Werkstatträte, an der Entwicklung der Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen mit Behinderung mitzuarbeiten.

 

Beschäftigte feiern Abschluss der beruflichen Bildung

Die Werthmann-Werkstätten feierten jetzt mit den diesjährigen 32 Absolventen ihren erfolgreichen Abschluss der Berufsbildungsmaßnahme.

Nach dem dreimonatigen Eingangsverfahren im Berufsbildungsbereich erlernten sie grundlegende Kenntnisse in den Fachbereichen Montage/Verpackung, Holz, Metall, Gala und Hauswirtschaft, welche sie im Aufbaukurs in Form von Langzeitpraktika in den verschiedenen Gruppen der Werkstatt oder auf Außenarbeitsplätzen vertieften.

Während der zwei Jahre beruflicher Bildung gehörten fachtheoretischer Unterricht, Firmenbesichtigungen, Exkursionen und Ausflüge zum festen Bestandteil der Maßnahme.

Der erfolgreiche Abschluss der Bildungsmaßnahme wurde in einen besonderen Rahmen in der Dünscheder Schützenhalle begangen. Nach dem gemeinsamen Gottesdienst übergab der Leiter der Werkstätten Andreas Mönig gemeinsam mit  Jörg von Szczawinski von der Agentur für Arbeit Siegen und den Abteilungs- und Bildungsbegleitern die Abschluss-Zertifikate an die Absolventen in einem würdigen Rahmen.

Das Angebot der Beruflichen Bildung der Werthmann-Werkstätten in der Nebenstelle in Welschen Ennest wurde durch den neuen Qualifizierungsbereich Digitale Archivierung „DIGITAL +“ erweitert.

Menschen mit psychischen Erkrankungen können hier während ihrer Berufsbildungsmaßnahme praktische und fachtheoretische EDV-Kenntnisse erwerben.

Inzwischen haben bereits vier Teilnehmer ihre Berufsbildungsmaßnahme in diesem Qualifizierungsbereich begonnen.

 

5 Jahre Welschen Ennest

 

Ein kleines Jubiläum konnten jetzt die Werthmann Werkstätten in Welschen Ennest feiern. Die Werthmann-Werkstätten in Welschen Ennest sind eine Nebenstelle der Abteilung Olpe für psychisch erkrankte Menschen. Seit fünf Jahren ist diese Einrichtung mitten im Ort zu Hause. „Ich bin froh, dass die Werthmann-Werkstätten in unserer Kommune ansässig sind. Sie sind eine echte Perle, ein Aushängeschild für Kirchhundem und Welschen Ennest“, hatte es Andreas Reinéry, neuer Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem, bei einem Besuch vor kurzem auf den Punkt gebracht. Dem konnten sich auch die Gäste und Gratulanten anschließend, die anlässlich einer kleinen Feierstunde zum Jubiläum das Haus besucht hatten. „Heute sind wir hier integriert und mittendrin, was uns sehr freut“, so Gesamtleiter Andreas Mönig, „2009 haben wir hier den vierten Standort der Werthmann Werkstätten im Kreis Olpe mit Arbeitsplätzen für Menschen mit einem Handicap eröffnet. Man glaubt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Damals haben wir mit 31 Arbeitsplatzen  in der Nebenstelle und 60 in der Abteilung Olpe begonnen. Heute sind in Olpe 73 und hier 65 Menschen beschäftigt.“ Neben verschiedenen Montagearbeiten und dem  Tampondruck wird in Welchen Ennest gerade  mit der digitalen Archivierung ein neuer Arbeitsbereich entstehen. In diesem Aufgabenfeld können Akten gescannt und digital archiviert werden. „Diese Akten können anschließend in der Abteilung Meggen im Bereich Aktenvernichtung sicher entsorgt werden“, erklärt Achim Scheckel. „Dieses neue Aufgabengebiet fällt zurzeit in den Bereich der beruflichen Bildung, ist aber zukünftig ein weiteres Angebot, was externe Firmen und Unternehmen nutzen können.“ Entsprechend der Erkrankung und dem Leistungsstand werden die Beschäftigten in verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt. Gerade für qualifizierte Fachkräfte ist dieses neue Aufgabenfeld gedacht. Andreas Mönig ging in seiner Ansprache auch auf den bevorstehenden Umzug der Abteilung Attendorn ein. Diese sind zurzeit noch in den Schlachtwiesen beheimatet, werden aber nach neusten Plänen 2015 ins Gewerbegebiet Askay umziehen und sich hier auch vergrößern können. „Hier wird langfristig die berufliche Bildung zentral stattfinden.“ Im Anschluss lud Abteilungsleiter Theo Selter alle Interessierten ein, das Haus und seine Bereiche zu besichtigen.

Werkstätten im Schraubstock: Zwischen notwendig und nicht gewollt“

 


Tagung der Caritas-Werkstätten in NRW und Niedersachsen: Welche Zukunft haben Werkstätten für behinderte Menschen in Zeiten der Inklusion?

 

Sind Werkstätten für behinderte Menschen ein Auslaufmodell? Welche Zukunft haben sie in Zeiten der Inklusion? Wie können sie sich aufstellen, um zukunftsfähig zu sein? Mit diesen Fragen beschäftigten sich jetzt die Caritas-Werkstätten für behinderte Menschen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bei ihrer Herbstkonferenz in Lingen (Emsland). Vertreter von 36 Werkstätten und ihren Trägern nahmen daran teil, unter anderem auch unsere  Werkstätten .

Aktuell arbeiten deutschlandweit gut 300.000 Menschen mit Behinderung in Werkstätten und verwirklichen so ihr Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben. Die Werkstätten verstehen sich dabei als treibende Kraft der Inklusion. „Mit kreativen Ideen und modernen Konzepten entwickeln wir immer neue Zugänge zur Arbeit und zum Arbeitsmarkt und gehen dabei oft auch finanziell in Vorleistung“, stellte Georg Kruse, Geschäftsführer des Christophorus-Werks in Lingen, fest. Auch Frank Schulz-Nieswandt, Professor für Sozialpolitik an der Universität Köln, sah die Werkstätten in seinem Impulsvortrag für die Zukunft gut aufgestellt. „Inklusion zu verwirklichen bedeutet nicht, alle Einrichtungen der Behindertenhilfe abzuschaffen“, stellte er fest. Denn es gebe kein funktionierendes Äquivalent zu diesen Einrichtungen. „Inklusion ist für alle Beteiligten ein Lernprozess, manchmal auch ein schmerzhafter“, so Schulz-Nieswandt.

Die Bedeutung der Werkstätten unterstrich auch Josef Lüttig, Diözesan-Caritasdirektor beim Caritasverband für das Erzbistum Paderborn und gleichzeitig Vorsitzender der Konferenz der Werkstätten: „Die Einrichtungen ermöglichen auch den Schwächsten die Teilhabe am Arbeitsleben, weil sie gezielte Förderung bieten. Ohne Werkstätten wird Inklusion nicht möglich sein.“

In Zusammenhang mit dem geplanten Bundesteilhabegesetz hat der Fachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) eine Neupositionierung der Werkstätten für behinderte Menschen erarbeitet. Sie hebt die besondere Unterstützung hervor, die Werkstätten ihren Beschäftigten bieten: So werden Arbeitsprozesse individuell an den einzelnen Menschen und seine Behinderung angepasst, die Werkstätten gewährleisten verlässliche Begleitung durch qualifiziertes Personal und ermöglichen den Menschen mit Behinderung, soziale Beziehungen aufzubauen. „Werkstätten sind nicht nur ein Arbeitsort, sondern ein Ort des lebenslangen Lernens und Ideengeber für die Gesellschaft“, betonte Bernward Jacobs, Geschäftsführer des Stifts Tilbeck, der das Positionspapier mit erarbeitet hat.

Nicht nur die Einrichtungen der Behindertenhilfe, auch die Gesellschaft müsse sich einem Wandel unterziehen, um Inklusion zu ermöglichen, forderte der Direktor des Diözesan-Caritasverbandes für das Bistum Osnabrück und stellvertretende Vorsitzende der Konferenz der Werkstätten, Franz Loth: „Eine Entschleunigung der Arbeitswelt tut den nicht behinderten Arbeitnehmern gut und erhöht die Vermittlungschancen von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.“

Unterstützung bekamen die 36 Caritas-Werkstätten bei ihrer Tagung von der Politik. Uwe Schummer, Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Menschen mit Behinderung, informierte die Teilnehmer der Konferenz über den aktuellen Stand der politischen Diskussion zum Bundesteilhabegesetz. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass über die grundsätzliche Richtung der Entwicklung Konsens herrscht. Bei den Einzelheiten der Ausgestaltung gibt es aber zwischen der Politik und den Werkstätten und ihren Trägern noch Gesprächsbedarf.

 

von links: Achim Scheckel, Andreas Reinéry, Andreas Mönig

Eine echte Perle.....

 

„Ich bin froh, dass die Werthmann-Werkstätten in unserer Kommune ansässig sind. Sie sind eine echte Perle, ein Aushängeschild für Kirchhundem und Welschen Ennest““, so Andreas Reinéry, neuer Bürgermeister der Gemeinde Kirchhundem. „Hier wird ein wertvoller Beitrag zur Inklusionsdebatte geleistet“, so Reinéry weiter. Bei einem ersten Besuch konnte er sich von der vielfältigen Arbeit der Werkstätten überzeugen. „Wir freuen uns, schon 5 Jahre mitten in Welschen Ennest zu sein“, so Gesamtleiter Andreas Mönig. Alle Bürger der Gemeinde, Angehörigen und Interessierte können sich auch ein Bild vom Alltag in den der Werkstätten machen.

Aus Anlass dieses kleinen Jubiläums ist die Nebenstelle am 24. Oktober zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr offen. Gezeigt werden der Arbeitsalltag in der Werkstatt, der Bereich der beruflichen Bildung, verschiedene Montagearbeiten, Tampondruck und der noch in der Entstehung befindliche Bereich der digitalen Archivierung. Achim Scheckel als Ansprechpartner in Welschen Ennest und Abteilungsleiter Theo Selter (der an dem Treffen leider nicht teilnehmen konnte) freuen sich auf viele Gäste. 

Die Werthmann-Werkstätten in Welschen Ennest sind eine Nebenstelle der Abteilung Olpe. Die Werthmann-Werkstätten im Kreis Olpe sichern mittlerweile für fast 600 Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen und Erkrankungen Teilhabe am Arbeitsleben.  

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werthmann-Werkstätten stehen Ihnen gerne Rede und Antwort und freuen sich auf die Begegnungen.

In der St. Bartholomäus Pfarrkirche in Lennestadt-Meggen fand am Sonntag das Konzert von STIMMWERK statt. Die vollbesetzte Kirche konnte eine beeindruckende Zeit erleben, in der nicht nur STIMMWERK - unter der Leitung von Tatiana Hundt und Karl-Heinz Wortmann - ihr musikalisches Können unter Beweis stellte. Das Konzert wurde mitgestaltet von der Trommelgruppe JAMBO der Werthmann-Werkstätten Abteilung Lennestadt unter der Leitung von Karl-Heinz Wortmann, dem Saalhauser Saxophon-Quartett unter der Leitung von Jonas Böhmke sowie dem Frauenchor Cäcilia "Donne Cantanti" aus Attendorn unter der Leitung von Tatiana Hundt.

Christian Pospischil wurde von Gesamtleiter Andreas Mönig (links) und Abteilungsleiter DirkSchürmann (rechts) begr

 

Neuer Bürgermeister in der WWA

 

Christian Pospischil, Bürgermeister der Stadt Attendorn, besuchte die Abteilung Attendorn der Werthmann-Werkstätten. „Erfahrungen mit den Werkstätten konnte ich schon während meines Zivildienstes machen“, so der Bürgermeister. Dirk Schürmann, Abteilungsleiter und Gesamtleiter Andreas Mönig zeigten im die vielfältigen Arbeitsbereiche der Abteilung. „Uns ist es wichtig, für jede Behinderungsart den individuell zugeschnittenen Arbeitsplatz anzubieten“, so Andreas Mönig. „Nur so können Menschen mit Behinderungen Teilhabe am Arbeitsleben erfahren“, so Mönig weiter. Mit Ausblick auf das kommende Jahr wurden schon konkrete Vorhaben bezüglich des Umbaus und des Umzuges in das Industriegebiet Askay 42 erörtert. „Wir sind mitten in den Planungen für den Umbau unseres zukünftigen Standortes“, so Dirk Schürmann. „Ich will versuchen, dieses Vorhaben seitens der Stadtverwaltung zu unterstützen, damit der Betrieb der Werthmann-Werkstätten nach dem Umzug möglichst ohne Übergangsprobleme weitergehen kann“, so Pospischil. Beide Seiten sicherten zu, den Kontakt in der Zukunft weiterhin „auf dem kurzen Weg“ zu pflegen.

JAMBO rockte die Uni!!!!

 

JAMBO zu Gast an der Uni Siegen

 

Trommelgruppe der Werthmann-Werkstätten begeisterte Publikum


Die Trommelgruppe JAMBO der Werthmann-Werkstätten, Abteilung Lennestadt, war zu Gast in der Universität Siegen. Die musiktherapeutische Ausbildung an der Universität feierte ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Der „Obertrommler“, Karl-Heinz Wortmann, der im Hauptberuf diesen Studiengang leitet, hatte JAMBO eingeladen, die Jubiläumsfeier lautstark zu eröffnen. Das sachkundige Publikum – alles Musiker und erfahrene oder angehende Musiktherapeuten - zeigte sich begeistert, klatschte zu den afrikanischen Rhythmen und feuerte die Trommler an, alles zu geben. JAMBO wird auch am 19. Oktober beim Jahreskonzert von STIMMWERK in der Meggener Kirche auftreten.

 

Genau die Richtigen am Grill: Michael Gasch und Dirk Schürmann

 

 

Betriebsfest eXtern

 

Mit 24 Beschäftigte fand das alljärliche Betriebsfest der Abteilung eXtern statt. Alle Beschäftigte dieser Abteilung arbeiten auf Außenarbeitsarbeitsplätzen in Betrieben und Einrichtungen verteilt über den gesamten Kreis Olpe.

Das einmal jährlich zelebrierte Betriebsfest ist eine schöne Gelegenheit für alle Beschäftigten der Abteilung zusammenzukommen, auf das Jahr zurückzublicken, Erfahrungen aus den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Außenarbeitsplätze (vom Hauswirtschaftshelfer über den Produktionshelfer bis hin zu Hausmeisterhelfern und viele andere Bereiche mehr sind hier vertreten) auszutauschen und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.

 

In diesem besonderen Falle fand im Anschluss an das Betriebsfest ein Patentreffen auf dem Gelände der Werthmann-Werkstätten in Attendorn statt.

Die Paten sind Mitarbeiter aus den verschiedenen Einrichtungen und Betrieben, in denen die Beschäftigten arbeiten. Sie stehen ihnen als Paten zur Seite und erfüllen hier ehrenamtlich und mit großem Engagement eine Begleitfunktion für den Mensch mit Behinderung, so dass eine gute Zusammenarbeit mit allen Kollegen im Betrieb für alle Beteiligten möglich ist. Unterstützt in allen Fragen rund im die Arbeit werden die Paten von den Integrationsassistenten der Abteilung eXtern unterstützt.

Seit Bestehen der Abteilung eXtern (2008) gelingt Arbeit und Inklusion im Kreis Olpe durch das aktive und freiwillige Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlichster Betriebe im Kreis Olpe als Patinnen und Paten für Menschen mit Behinderungen.

Das Treffen begann mit einer kleinen Führung für die 16 teilnehmenden Patinnen und Paten durch einzelne Arbeitsbereiche der Abteilung Attendorn, in denen einige der Beschäftigten vor dem Außenarbeitsplatz schon gearbeitet haben. Danach ging es zum gemütlichen Teil über, Paten und Beschäftigte tauschten sich bei Grillgut und Getränken über Erlebnisse rund um den Arbeitsplatz, die Erfahrungen miteinander und Dönekes aus.

Der Dank geht an alle diese engagierten Menschen, die sich mit Mut und Hingabe auf Menschen mit Behinderungen in ihrem Arbeitsumfeld einlassen und so Inklusion am Arbeitsplatz möglich machen!

 

Wenn auch andere Betriebe und Einrichtungen im Kreis Olpe Interesse haben, Beschäftigten der Werthmann-Werkstätten ein Praktikum und/oder einen Außenarbeitsplatz in ihrem Arbeitsfeld anzubieten, wir informieren und beraten Sie gern unverbindlich!

"Förderverein trifft Abteilungsleiter". Bei diesem gemütlichen Treffen  fand ein intensiver Austausch über die Zukunft der Werkstätten statt. Alle waren sich einig, dass solch ein Abend wiederholt werden sollte.

Uwe Kurth zeigt Christina Schröder, wie die Tampondruckmaschine zu bedienen ist. Dabei ist die erlernte Hand-Auge-Koordination aus dem Übungsprogramm „CogPack“ eine große Hilfe.

 

"Ohne diese Arbeit wäre ich am Boden!"

 

Arbeit ist die Fahrkarte für einen angemessenen Platz in der Gesellschaft. Dabei sind insbesondere Menschen mit Behinderungen auf entsprechende Förderung angewiesen. Die Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe stellen sich seit vielen Jahren dieser Herausforderung. An vier Standorten machen sie inzwischen Arbeit für fast 600 Menschen mit geistigen, körperlichen, psychischen oder mehrfachen Behinderungen und Erkrankungen und damit soziale Teilhabe möglich.

 

In den Werkstätten Olpe und Welschen Ennest begleiten speziell ausgebildete Fachkräfte vorrangig Menschen mit psychischen Problemen. Zwei von ihnen sind Christina Schröder (28) aus Meggen und Uwe Kurt h(50) aus Serkenrode. Sie haben durch die Arbeit wieder Freude am Leben und das Gefühl, dass sie gebraucht werden.

 

Christina Schröder kam am 1. Juni 2012 nach einer abgebrochenen Ausbildung zur Hauswirtschafterin zu den Werthmann-Werkstätten. Sie steht kurz vor dem Abschluss des zweijährigen Berufsbildungsbereiches, einer Maßnahme der beruflichen Rehabilitation, in dem sie die Abteilungen Hauswirtschaft, Industriemontage/Verpackungen und Elektromontage durchlaufen hat. Die Maßnahme ist ein Baustein zur Erlangung der Arbeitsfähigkeit. Jeder findet im Bildungskalender Angebote, die seinen Fähigkeiten entsprechen. Sie geben am Ende Aufschluss,. ob die Teilnehmer die Fertigkeiten für den allgemeinen Arbeitsmarkt erlangen konnten oder einen dauerhaften Arbeitsplatz in der Werkstatt angeboten bekommen.

 

 „Ich habe gelernt, pünktlich und verlässlich zu sein und mich an die Regeln zu halten“, berichtet Christina Schröder, die durch spezielle Übungsprogramme auch ihre kognitiven Fähigkeiten steigern konnte. Die 28-Jährige, die mit ihrem Freund zusammenlebt, kann sich ein Leben ohne die Werkstatt nicht mehr vorstellen: „Ich fahre jeden Tag gern zur Arbeit. Natürlich freue ich mich, wenn ich Urlaub habe. Aber dann komme ich aus dem Rhythmus und kann ich es nicht mehr abwarten, wieder zu arbeiten. Ich brauche die geordneten Strukturen, morgens aufzustehen, zur Arbeit zu fahren, die mir aufgetragenen Dinge zu erledigen und mich an die Pausenzeiten zu halten. Hier bin ich unter Leuten und wenn ich dann nach Hause fahre, weiß ich, dass ich etwas geschafft habe.“

 

Sehr gut gefällt ihr auch, dass sie mit ihren privaten Problemen nicht alleine ist. „Ich habe zwar gelernt, dass die Arbeit im Vordergrund stehen muss, aber wenn es mir nicht gut geht, bekomme ich Hilfe.“ So erkannte Diplom-Sozialarbeiterin Petra Müller, dass Christina Schröder eine ambulante Wohnhilfe benötigt. „Ich wollte das erst nicht, weil ich Angst hatte, kontrolliert zu werden“, so die 28-Jährige. „Aber ich bin sehr froh, dass ich nun jemand habe, der mir bei schriftlichen Dingen hilft und mich bei Behördengängen begleitet. Das tut mir sehr gut. Man geht anders mit mir um und ich kann auch besser verstehen, um was es geht.“

Frau Schröder hat festgestellt, dass sie einen festen Ansprechpartner braucht, wie es in den verschiedenen Bereichen der Werkstätten praktiziert wird. „Ich habe während der hauswirtschaftlichen Orientierungsphase ein Praktikum in einer Schule und in einer Metzgerei gemacht. Da waren mehrere Leute, die mir sagten, was ich zu tun habe. Damit kam ich nicht klar.“ Ihre Orientierungslosigkeit war ein Indiz, dass sie mit ihrer psychischen Behinderung für den regulären Arbeitsmarkt noch nicht geeignet ist. Deshalb will sie nach Abschluss der Bildungsmaßnahme in der Elektromontage in Olpe einen festen Arbeitsplatz erhalten. Darüber ist Christina Schröder sehr glücklich. Denn in diesem Bereich fühlt sie sich wohl. Sie kann sich gut vorstellen, zukünftig auch einen Arbeitsbereich außerhalb der Werkstätten wahrzunehmen. „Ein Außenarbeitsplatz oder eine richtige Arbeitsstelle in einer Firma“, so  Frau Schröder.

 

Uwe Kurth ist bereits seit zwölf Jahren in den Werkstätten. Der 50-Jährige war früher in der Industrie und als Forstkulturarbeiter tätig. Durch familiäre Probleme wurde er psychisch krank und arbeitslos. Auch er durchlief nach einem dreiwöchigen Praktikum die berufliche Bildungsmaßnahme und zwar zunächst sechseinhalb Jahre in der Hauswirtschaft in Olpe tätig. Als die Werthmann-Werkstätten vor fast fünf Jahren mit der Einrichtung in Welschen Ennest ihr Angebot erweiterten, wechselte er in den dortigen Montagebereich. Für seinen Arbeitsplatz an einer Tampondruckmaschine ist er eigenverantwortlich.  

 

Auch Uwe Kurth schätzt die in den Werkstätten gesetzten Strukturen. „Seit ich hier arbeite, läuft mein Privatleben ruhiger ab.“ Seinen Haushalt verrichtet der 50-Jährige allein, für die finanziellen Dinge steht ihm ein gesetzlicher Betreuer zur Seite. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit lernte er in der Werkstatt seine jetzige Lebensgefährtin kennen. Sie wohnt im gleichen Ort wie er und die Beziehung läuft sehr gut. Uwe Kurth ist glücklich, über die Anerkennung, die er bei seiner Arbeit erfährt. Und er schätzt die Vielseitigkeit. „Ich bin froh und glücklich, dass ich eine feste Arbeit habe. Hier kann ich bis zu meiner Rente tätig sein. Ohne diese Arbeit wäre ich am Boden.“

 

 

Online-Banking für Beschäftigte

Beschäftigte der Abteilung Olpe nahmen die neuen Funktionen im Online-Banking der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden im Rahmen einer Betriebserkundung ins Visier.

Die sogenannte „Internet Filiale light“ richtet sich hauptsächlich an sehbehinderte und sehschwache Menschen. Sie bietet in großer, gut lesbarer Schrift einige wichtige Funktionen in der elektronischen Kontoführung. Außerdem gibt es eine Funktion zur Veränderung des Farbkontrasts. „Ziel ist es, die betroffenen Menschen bei der selbstständigen finanziellen Gestaltung ihres Lebens über moderne Vertriebskanäle zu unterstützen“, erläuterte Dipl.-Wirtschaftsinformatiker Christian Hombach als Leiter des Medialen Vertriebs die Intention der Sparkasse. Die Internetfunktionen sind nach den Richtlinien der deutschen Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) gestaltet und sind für die Nutzung von Bildschirmleseprogrammen („Screenreader“) geeignet. Die Beschäftigten waren begeistert von den neuen, einfach auszuführenden Funktionalitäten, die sie live demonstriert und erklärt bekamen.

Schwitzen für die Werkstätten

Mit dieser Botschaft strampeln derzeit 3 Radbegeisterte in den Dolomiten. Sie können dies mit einer Spende unterstützen. Weitere Infos hier

http://transalp2014.jimdo.com/

 Umzug zum Askay

 

„Gebäudetausch“ zwischen Mubea und Caritasverband Olpe

 

Aus nachbarschaftlichen Gesprächen über die Gestaltung des gemeinsamen Zufahrtsweges zum Gebäude der Werthmann-Werkstätten und zur Mubea-Hauptverwaltung an der Attendorner Schlachtwiese wurde jetzt nach Abschluss der Verhandlungen ein gemeinsamer Weg mit Perspektive für beide Organisationen:

Mubea verzeichnete im letzten Jahrzehnt ein erhebliches Wachstum und hat den globalen Ausbau ihrer Aktivitäten als Automobilzulieferer mit großem Einsatz und Engagement vorangetrieben. Mubea beschäftigt heute mehr als 10.000 Mitarbeiter weltweit in mehr als 28 Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsstandorten und erwirtschaftet einen Umsatz von rd. 1,5 Mrd. Euro. Die heutige Verwaltung von Mubea an der Schlachtwiese in Attendorn wurde Mitte der 70er Jahre bezogen und entsprach den Anforderungen der damaligen Verhältnisse. Um dem eingetretenen und auch dem zukünftig geplanten Wachstum der Mubea-Gruppe und den damit verbundenen Anforderungen an Arbeitsplätze standzuhalten ist ein Ausbau der Hauptverwaltung der Mubea-Gruppe erforderlich.

Auch der Caritasverband Olpe, der die an der Schlachtwiese in unmittelbarer Nachbarschaft zu Mubea gelegenen Werthmann-Werkstätten seit Mitte der 70er Jahre und inzwischen mit mehr als 300 Beschäftigten und fast 100 Mitarbeitern betreibt, hat Bedarf zur baulichen Erweiterung, Modernisierung und Weiterentwicklung der bestehenden Werkstätten. Kreisweit machen die Werthmann-Werkstätten an vier Standorten für 600 Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen sinngebende Arbeit möglich. Das Spektrum reicht von Montage- und Verpackungstätigkeiten über Schlosserei und Schreinerei, Büroservice, Küche, Gala-Bereich bis hin zur Aktenvernichtung und weiteren neuen Tätigkeitsfeldern.  

In den letzten Monaten haben beide Parteien unter Einbeziehung der Kath. Kirchengemein­de Attendorn als Grundstückseigentümer des Werkstättengeländes daher Gespräche bezüglich bestehender Möglichkeiten der baulichen Erweiterungen geführt, die jetzt erfolgreich abgeschlossen wurden. Mubea erwirbt das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Grundstück und die Gebäude der Werthmann-Werkstätten, im Gegenzug übernimmt der Caritasverband Olpe das hochmoderne Mubea-Gebäude am Askay 42, welches heute von der IT-Abteilung und der After Market Services GmbH genutzt wird.

Mit dem Erwerb des unmittelbar an das heutige Grundstück der Mubea-Hauptverwaltung angrenzenden Grundstücks einschließlich der Gebäude der Werthmann-Werkstätten schafft Mubea beste Voraussetzungen für die bauliche Erweiterung der Hauptverwaltung, die ausreichend Raum für die am Standort Attendorn entstandenen und noch entstehenden Arbeitsplätze bietet und den Anforderungen an eine Hauptverwaltung eines global agierenden Konzerns entspricht. Die Fläche bietet darüber hinaus ausreichend Möglichkeit für künftige bauliche Erweiterungen.

Der Caritasverband Olpe wird das bestehende Gebäude am Askay entsprechend dem wachsenden Bedarf der Werthmann-Werkstätten umbauen und damit die Chance zur Gestaltung modernster Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, zur Erweiterung der dringend benötigten Kapazitäten und zur Entwicklung neuer herausfordernder Arbeitsfelder für Menschen mit Behinderung nutzen.

Inklusion wird zur zweiten Deutschen Einheit

Die Diskussion rund um das Thema „Inklusion“ wird auch im Kreis Olpe kontrovers geführt. Inklusion darf nicht nur eine Sache von politischem Willen und eine Frage finanzieller Ressourcen sein, sondern Gemeinschaftsaufgabe im  Sinne einer zweiten Deutschen Einheit. Die Dimension machte Dr. Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, bei dem Kongress des deutschen Caritasverbandes deutlich. „Inklusion ist die zweite deutsche Einheit“, so Prantl. Der Prozess sei – wie bei der ersten Deutschen Einheit - anstrengend, der Wandel werde teuer. Aber er sei wichtig und lohnenswert.

 

Der Caritasverband Olpe bezieht Position: Inklusion ist nicht nur eine Anforderung aus der UN-Behindertenrechtskonvention, sondern Menschenrecht mit hohem Anspruch an alle Beteiligten. Der Caritasverband Olpe versteht unter Inklusion das Gelingen des Zusammenlebens aller Menschen von Anfang an in allen Lebensbereichen. Inklusion ist auch Caritas-Auftrag. Der Verband in Olpe setzt hierzu in seinen Einrichtungen deutliche Zeichen: Die konsequente Ambulantisierung in der Behindertenhilfe, die Ausweitung von Außenarbeitsplätzen der Werthmann-Werkstätten in Betrieben, konsequente Quartiersentwicklung in der Altenhilfe, der überregional erste inklusive Tagestreff „Caritas-Tagwerk“ in Attendorn, der inklusive Ansatz in den St. Laurentius-Kindergärten… sind nur einige Beispiele.

 

Inklusion beginnt von Anfang an und geht über die Schule hinaus. Früher schien der Weg eines Kindes mit sonderpädagogischen Förderbedarf in das Förderschulsystem eine Einbahnstraße zu sein. Heute gibt es eine neue Einbahnstraße: Kinder mit Förderbedarf sollen ausschließlich in die Regelschule. Dem Caritasverband ist es wichtig, dass das Wunsch- und Wahlrecht nicht auf der Strecke bleibt. Eltern müssen wählen können, ob sie das Fördersystem nutzen wollen oder die Regelversorgung für ihre Kinder wünschen. Was für Kinder gilt, gilt für erwachsene Menschen mit Behinderung, Menschen mit Migrationshintergrund, ältere und kranke Menschen ebenso.

 

Caritas-Vorstand Christoph Becker fordert: „Menschen im Kreis Olpe dürfen keine Opfer von Inklusionsideologien werden. Wir müssen in Gesellschaft und Politik alles unternehmen, um Inklusion auch im Kreis Olpe zu ermöglichen und sinnvoll, d.h. menschengerecht zu gestalten. Körperliche oder intellektuelle Einschränkungen, Herkunft oder Alter dürfen nicht zur Ausgrenzung führen. Für diesen Wandel müssen alle gemeinsam das richtige Tempo, neue Lösungen und konstruktive Mitgestalter finden: Menschen mit Behinderungen, Politik und Gesellschaft, Leitungserbringer und Kostenträger. Dann wird Inklusion tatsächlich zur zweiten Deutschen Einheit, mit Zeit und Raum zum Zusammenwachsen und Zusammenleben.“

 

Der Caritasverband Olpe wird sich in seinen Einrichtungen weiter dafür einsetzen, Inklusion schon jetzt zu realisieren und überall dafür werben, alle Beteiligten im Blick zu haben. Weitere Infos unter www.caritas-olpe.de

 

Beschäftigter Christian Schulte und Claudia Belke vom Hof Belke

Begegnung mit Tieren


„Tiere tun gut!“ Diese Erfahrung machten kürzlich Beschäftigte der Werthmann-Werkstätten, Abteilung Lennestadt. Bei einem Besuch auf dem Hof Belke in Attendorn-Milstenau hatten die Beschäftigten mit Behinderung ausgiebig Gelegenheit, die Tiere des Hofes kennenzulernen. Es wurde gestreichelt, gefüttert oder auch nur interessiert beobachtet. Schnell zeigte sich, dass die Begegnung mit Tieren Menschen mit Behinderung in besonderem Maße anspricht. Tiere ermöglichen eine besondere Art der Wahrnehmung über taktile Reize und eine nicht-sprachliche, direkte Kommunikation. Bei einem Gegenbesuch des „Mobilen Bauernhofs“ brachte Frau Belke Schafe und Hühner mit in die Werkstatt. So hatten auch Beschäftigte mit schwereren Behinderungen die Möglichkeit, Tieren hautnah zu begegnen.

Das Angebot „Begegnung mit Tieren“ ist Teil des werkstattinternen Bildungskalenders. Neben einem umfangreichen Jahresprogramm hält der Hof Belke nun auch ein spezielles Angebot für Gruppen und Schulklassen mit und ohne Behinderung bereit. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der „tierische Besuch“ wiederholt werden sollte.

50 Jahre Freiwilliges Soziales Jahr – ein erfolgreiches Modell in den Werthmann Werkstätten

 

Seit 50 Jahre gibt nun es das „Freiwillige Soziales Jahr“ oder in Kurzform FSJ. Der Dienst ist aktueller denn je. Durch IN VIA Olpe als Fachverband im Caritasverband Olpe werden zurzeit 50 FSJ Freiwillige in den Kreisen Olpe und Siegen begleitet.

 

Eine lange Tradition hat dabei der Einsatz von Freiwilligen in den Werthmann – Werkstätten. Dort werden die jungen Erwachsenen von geschultem Personal bei ihrer Tätigkeit in der Begleitung von Menschen mit Behinderung unterstützt. Im Rahmen des FSJ  bietet IN VIA Olpe außerdem insgesamt fünf themenspezifische Seminare im Laufe des Jahres an.

 

Die wenigsten Freiwilligen verfügen bereits über Erfahrung und Kenntnisse in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Sicherlich haben die Interessenten für ein FSJ vorab eine „soziale Ader“ und tendieren meist schon zu einer beruflichen Ausbildung in diesem Bereich.

Monika Grünewald aus Albaum nutzte vor genau 30 Jahren das FSJ zur Orientierung: „Für mich war nur klar, dass ich mit Menschen zusammen arbeiten möchte - aber nicht in einem Büro“. Ihr Freiwilliges Soziales Jahr leistete sie in der damaligen Außenstelle der Werkstätten in Neu-Listernohl ab.  Sofort fühlte sich Monika Grünewald in ihrer Tätigkeit wohl: „Es hat mir total gut gefallen. Zudem wird man erwachsen und geerdet. Ich habe gelernt, Verantwortung zu tragen. Für mich war es Glück, dass ich nach dem FSJ in den Werkstätten und Wohnhäusern des Caritasverbandes  Olpe eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin beginnen konnte.“ Seit 7 Jahren arbeitet Monika Grünewald nun in den Bereichen Hauswirtschaft und Küche in der Werthmann- Werkstatt in Lennestadt.  So, wie sie es immer wollte: Zusammen mit Menschen und nicht im Büro.

 

Etwas anders entwickelte sich der Weg von Luigi Gianni aus Attendorn. Für ihn stand fest, nach dem Abitur zu studieren. Er musste aber zunächst noch ein Jahr überbrücken und erhielt durch einen Freund den Tipp zu einem FSJ. Informiert und begleitet von IN VIA Olpe, war für Luigi Gianni schnell klar, dass er mit Menschen mit Behinderung zusammen arbeiten möchte. „Es war für mich ein Sprung ins kalte Wasser, aber durch die gute und herzliche Aufnahme der Beschäftigten hatte ich keine Möglichkeiten, Berührungsängste zu entwickeln.“ Während des Freiwilligen Sozialen Jahres bewarb sich Luigi Gianni dann um einen Studienplatz für Soziale Arbeit, erhielt aber keine Zusage. Den begonnenen Studiengang Sprachen und Kommunikation   beendete er jedoch bald: „Das Studium gefiel mir nicht und für mich war klar, einen anderen Weg zu gehen.“ Ab August beginnt Luigi Gianni nun eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in den Werthmann - Werkstätten in Attendorn.

 

Nach wie vor bietet das Freiwillige Soziale Jahr eine hervorragende Möglichkeit der Orientierung für junge Menschen. Die Nähe zu den Menschen mit Behinderungen und gemeinsam mit ihnen zu arbeiten lässt das Leben in den Werkstätten und vielen anderen Institutionen normal erscheinen. Viele ehemalige Freiwillige sind jetzt in den Einrichtungen des Caritasverbandes Olpe hauptberuflich tätig. IN VIA Olpe und die Werkstätten freuen sich über den 50. Geburtstag des FSJ und noch mehr auf weitere motivierte junge Menschen.

 

Ehrenamt in den Werkstätten

 

Sie sind eine wichtige Säule der Werthmann-Werkstätten“, bedankte sich der Gesamtleiter Andreas Mönig den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Seit 5 Jahren sind ehrenamtlich tätige Mitarbeiter in den Werkstätten mit den Standsorten in Attendorn. Lennestadt, Olpe und Welschen Ennest tätig. Derzeit engagieren sich 45 Mitarbeiter in den Abteilungen der Werthmann- Werkstätten in vielseitiger Art und Weise. Sie unterstützen beispielsweise bei den begleitenden Angeboten, bei Bildungsangeboten und verschiedenen Aktionen. „Ihr Einsatz ergänzt das Angebot der Werthmann Werkstätten in vielfältiger Weise und macht es bunter“, so Mönig.

Interessierte können sich an die Koordinatorin für das Ehrenamtes, Petra Müller unter 02761 9653-2342, wenden.

 

Die Werkstätten haben Kontakt mit der Fa. Viegener intensiviert. Walter Viegener (2 v. r.) , Andreas Huhn (l.) und Andreas Fichna  (r.) überlegten mit den Werkstattverantwortlichen, wie ein Ausbau der Zusammenenarbeit innerhalb der Produktion und Ausbildung erfolgen kann. Beim Rundgang zeigten sie sich von der Vielfalt der Werkstätten angetan. Gruppenleiter Jochen Heerich (2. v. r.) stellt hier die Arbeiten der Schlosserei vor.

Ein besonderes Thema: Patientenverfügung und Vorsorgevollmachten bei Menschen mit Behinderungen. „Hat der Wunsch des behinderten Menschen eine rechtliche Bedeutung?“ „Was können die Angehörigen im vorhinein regeln?“ sind häufig gestellte Fragen. Der Eltern-Angehörigen- und Betreuerbeirat der Werthmann-Werkstätten greift dieses wichtige Thema auf und veranstaltete hierzu einen Informationsabend.

 

Als Referentin konnte Esther van Bebber vom Diözesan-Caritasverband Paderborn gewonnen werden. Frau Bebber ist als Justiziarin tätig und mit der Thematik bestens vertraut.

 

 

 

Die Führungsmannschaft der Werkstätten ist stolz auf die Bestätigung des Qualitätsanspruchs. Von links: Theo Selter (Abteilungsleiter Olpe) Susanne Rüenauver (Abteilungsleiterin Lennestadt), Dirk Schürmann (Abteilungsleiter Attendorn und eXtern) Silvio Barthel (Verwaltungsleiter + QMB) und Andreas Mönig (Gesamtleiter).

 

 

ISO-Zertifikat bestätigt

 

Seit 2001 sind die Werthmann-Werkstätten nach der DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Durch die aktuelle Re-Zertifizierung wurde bestätigt, dass der Leitsatz „Arbeit möglich machen“ nicht nur ein leeres Versprechen ist, sondern tagtäglich von den Mitarbeitern und Beschäftigten in die Praxis umgesetzt wird. So sind die Werthmann-Werkstätten seit Jahren ein kompetenter und moderner Partner für Industrie und Handel.

 

 

IHK-Wirtschaftsreport
Der aktuelle Wirtschaftsreport der IHK-Siegen beschäftigt sich mit der Arbeit von Menschen mit Behinderungen.
Ausgabe_04_14.pdf
PDF-Dokument [6.0 MB]

 

Freiwilligenbörse in den Werkstätten

 

 

„So groß und industriebezogen hätten wir uns die Werkstatt nicht vorgestellt“. Diese und andere erstaunte Reaktionen zeigten die Mitglieder der Freiwilligenbörse Olpe beim Besuch in der Abteilung Olpe der Werthmann-Wertstätten.

 

Petra Müller (Koordinatorin für das Ehrenamt der Werkstätten) und Andreas Mönig (Leiter der Werkstätten) luden die Mitarbeiter der Freiwilligenbörse ein, um Ihnen die erfolgreiche Vermittlungstätigkeit und die Ergebnisse dessen zu präsentieren.
Zudem vermittelten sie in einem gemeinsamen Austausch und Rundgang die Aufgaben der Werkstätten. Ehrenamtliche können ihre Fähigkeiten und Interessen im Bereich des Bildungskalenders und der Begleitenden Angebote einbringen. „Eine gezielte Einführung und ein Ansprechpartner für den Interessierten sind für uns selbstverständlich“, so Petra Müller.

 

„Es war toll, sich persönlich kennen zu lernen und zu sehen, dass die Zusammenarbeit für alle Beteiligten ein Gewinn ist“ resümierte Theodor Radhöfer von der Freiwilligenbörse Olpe.

 

Bildergalerie vom Karnevalszug 2014 in Attendorn

Aktenvernichtung - genau das Richtige!

 

Aktenvernichtung heißt: Überflüssiges Papier in den Schredder stecken und auf diesem Weg entsorgen. Von wegen! Sven Gedenk und Susanne Dingerkus sind in den Werthmann-Werkstätten der Abteilung Lennestadt zwei der elf Beschäftigten in der Gruppe Aktenvernichtung und wissen, wie anspruchsvoll die Arbeit ist, und wie gewissenhaft sie ausgeführt werden muss. Sven Gedenk ist im genannten Arbeitsbereich, den die Werthmann-Werkstätten seit November 2012 anbieten, ein „Mann der ersten Stunde“. Der junge Mann kennt das Arbeitsfeld, das von Gruppenleiterin Claudia Büdenbender begleitet wird, von der Pike auf. „Ich bin ab und zu dabei, wenn die verschlossenen Datenschutzbehälter mit einem Transporter bei den Kunden abgeholt werden. So werden sie gewogen, bevor sie in einem gesonderten, abgeschlossenen Raum geöffnet werden. Zutritt haben nur geschulte Beschäftigte und Mitarbeiter“, erklärt Sven Gedenk. Die elf Beschäftigten haben als
Grundvoraussetzung eine Datenschutzschulung erhalten und wissen, dass alle Daten geheim sind. „Man guckt einfach gar nicht hin, sondern macht seine Arbeit“, schmunzelt Sven Gedenk. Für Susanne Dingerkus, die auf eigenen Wunsch aus dem Arbeitsbereich „Montage“ in den Bereich „Aktenvernichtung“ wechselte, beginnt die Arbeit sobald die Behälter geöffnet sind. Aktenordner werden vorsortiert, Metall gesondert entsorgt und die Papiere in einer Kiste an den nächsten Mitarbeiter übergeben. Den Mitarbeitern macht es Freude, in diesem Bereich tätig zu sein. Die hohe Verantwortung trägt zum Selbstbewusstsein bei, und das Ergebnis der Arbeit ist sofort sichtbar. Die Werthmann-Werkstätten investierten in die Datenschutzbehälter und, aufgrund der guten Auftragslage, in einen größeren Schredder. Zu den Auftraggebern gehören Kommunen, Rechtsanwälte, Ärzte, Banken, Industriefirmen und Privatpersonen. „Es ist ein besonderer Arbeitsbereich, in dem schwerstmehrfach behinderte Menschen mit anderen zusammen arbeiten. Gerade für diese Menschen ist es schwierig eine dauerhafte Beschäftigung zu finden“, erklärt Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver.
Für Claudia Büdenbender fängt die Arbeit bei der logistischen Herausforderung der Tourenplanung an. Besonders freut es die Gruppenleiterin, dass sich Ehrenamtliche als Fahrer engagieren. Auch diese wurden zuvor geschult. Die zu vernichtenden Akten werden beim Kunden abgeholt und können auch zu den Öffnungszeiten der Werthmann-Werkstätten angeliefert werden. Die Aktenvernichtung wird in den üblichen Sicherheitsstufen drei und vier vollzogen. Für die Kunden besteht die Möglichkeit, die strenge Einhaltung der Datenschutzrichtlinien vor Ort zu überprüfen. Bis zu 50% der im Rechnungsbetrag enthaltenen Arbeitsleitung wird auf die zu zahlende Ausgleichsabgabe anzurechnen.
Dies ist für viele Firmen und Institutionen lohnenswert. Für den Bereich der Aktenvernichtung sind noch Kapazitäten frei. 
 

Auch bei der Aktenvernichtung sind die Werthmann-Werkstätten für die Industrie und den Handel ein moderner und kompetenter Partner, für den Qualität, Termintreue, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Leistung selbstverständlich ist. Für alle Bereiche der Werkstätten wurde ein Qualitätssystem entwickelt, das seit 2001 nach der DIN-EN ISO 9001:2008 zertifiziert ist. Das wichtigste Ziel ist: Arbeit
für alle Menschen möglich machen.

"Benchmark" ist der Vergleich von Ergebnissen und Prozessen zwischen ähnlichen Einrichtungen und Institutionen. Zu diesem Benchmark trafen sich die Werthmann-Werkstätten und das Caritas Behindertenwerk Burgenlandkreis in Sachsen zum wiederholten Male. Alle Beteiligten waren sich einig: durch jeden Vergleich eröffnen sich neue Perspektiven...wie man neudeutsch sagt: eine Win-Win-Situation. Auf dem Foto sind links Andreas Mönig und Silvio Barthel zu sehen, daneben die Führungscrew aus dem Burgenlandkreis.

Die Abteilung Attendorn der Werthmann-Werkstätten erhielt in dieser Woche Besuch von Vertreterinnen der Caritaskonferenz aus Lenhausen.
Birgit Schlinkert, Marlies Menzebach und Christa Ebermann brachten dabei eine Geldspende in Höhe von 1.250,- € mit und übergaben diese an den Abteilungsleiter Dirk Schürmann. „Hier ist die Spende gut aufgehoben“, waren sich alle drei einig, nachdem Ihnen die Arbeit bei einem Rundgang nähergebracht wurde.

 

Karneval 2014 - mit den Werkstätten

Im Rahmen des 50-jährigen Bestehens des Caritasverbandes Olpe bauen die Werthmann-Werkstätten für den Veilchendienstagzug in Attendorn einen Karnevalswagen. Unter dem Motto „Wir sitzen alle in einem Boot“ rundet das Bild eine Fußgruppe von Beschäftigten und Mitarbeitern der Werthmann –Werkstätten gemeinsam mit Mitarbeitern des  Caritaszentrums Attendorn, der St. Laurentius Kindergärten Neu- Listernohl und des focus-Wohnhauses „Am Nordwall“ ab.

Wenn man in die Augen der vielen Beteiligten schaut, erkennt man einerseits die Freude am Projekt und für den Karneval, andererseits werden neue Freundschaften deutlich. „Wir haben viel Spaß bei der Arbeit und arbeiten toll zusammen“, so Markus Brokemper, neuer Wagenbauer mit Leidenschaft und Beschäftigter der Werkstatt. Markus Brokemper war es auch, de jetzt seine ersten Interviews für den Hörfunk des WDR zum Projekt gegeben hat. „Ich bin Fan des FC Köln und da muss man doch auch Karnevalist sein“, sagt er weiter mit einem Augenzwinkern.

Aktuell wird die letzte Lage Pappmaché für die Meereswellen aufgebracht. Thomas Keseberg, Mitarbeiter der Werthmann-Werkstätten und neuer Wagenbaubegeisterter, erläutert die weiteren Arbeiten bis zum Veilchendienstag: „Wenn dieses alles fertig ist, kann mit der Bemalung des Wagens begonnen werden. Dann müssen noch die gedrehten Rosen als Verzierung an die Seiten des Wagens angebracht werden.“

Christoph Kleinke ist hoch zufrieden mit dem bisher Erreichten. Jeder geht mit Spaß und Freude an die Arbeit, so dass es kein Problem sein wird den Wagen rechtzeitig zu Karneval fertig zu stellen. „Wir liegen absolut im Zeitplan und werden einen wunderschönen Wagen und eine Fußgruppe mit fast 80 begeisterten Karnevalisten erleben“, so Christoph Kleinke abschließend.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, hat die ehemalige Leistungssportlerin Verena Bentele in ihr Amt als neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen eingeführt.

Andrea Nahles: „Ich freue mich sehr, dass Verena Bentele meiner Bitte, dieses Amt zu übernehmen, entsprochen und so beherzt zugesagt hat. Von nun an macht eine Frau mit einer Behinderung auf diesem Posten Politik für Menschen mit Behinderungen. Das ist neu - und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinschaftlich viele Verbesserungen im Leben von Menschen mit Beeinträchtigungen erreichen können.“

Verena Bentele: „Inklusion heißt für mich, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam eine Gesellschaft gestalten, in der jeder seinen Platz hat und gefördert wird. An dieser Gestaltung möchte ich in den nächsten Jahren mit meiner Erfahrung als blinde Frau beitragen. Ich möchte den Dialog zwischen der Regierung, Betroffenen und allen anderen Beteiligten fördern und die Barrieren im Kopf durch gegenseitiges Verstehen beseitigen.“

Die Behindertenbeauftragte wird vom Bundeskabinett jeweils für die Dauer einer Legislaturperiode bestellt. Nach § 15 BGG hat die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass die Verantwortung des Bundes, für gleichwertige Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderungen zu sorgen, in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens erfüllt wird.

Innerhalb der Bundesregierung nimmt die Beauftragte Einfluss auf politische Ent-scheidungen und begleitet aktiv die Gesetzgebung. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe beteiligen die Bundesministerien die Beauftragte bei allen Gesetzes-, Verordnungs- und sonstigen wichtigen Vorhaben, soweit sie Fragen der Integration von behinderten Menschen behandeln oder berühren. Im Falle negativer Folgen des geltenden Rechts setzt sie sich für Änderungen ein und wirkt bei neuen Vorhaben auf die Berücksichtigung der Belange behinderter Menschen hin.

Neueste Infos:

Arbeit möglich machen - wie dies bei Menschen mit schweren Behinderungen gelingt, lesen Sie hier.

Am 01.10. feiern wir den 160. Geburtstag unseres Namenspatrons Lorenz Werthmann. Dies ist Anlass, seiner Person und seinem Wirken zu würdigen. Weitere Infos hier.

Fast 100 Besucher waren auf der Vollversammlung 2018. Die Präsentation finden Sie hier.


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