Pressearchiv 2015

Der Sauerlandkurier veröffentlichte am 20.12.15 die Geschichte von Tobias Hirt. Diesen beeindruckenden Bericht können Sie hier lesen. Durch ein Klick auf den Bbericht lässt sich dieser besser lesen.

Die Trommelgruppe "Jambo" mit Georg Eberts, Eva Winkelmann, Lisa Kieserling, Marion Krüger, Markus Schwarz (von links)

Meggen. Rhythmisch huschen die flinken Finger über die Trommeln und Percussion-Instrumente. "Erst mal warm trommeln", lautet die Devise bei den Mitgliedern der Trommelgruppe "Jambo" der Werthmann-Werkstätten Abteilung Lennestadt.

Eigentlich nicht nötig. Der Rhythmus stimmt. Mittendrin Karl-Heinz Wortmann, Leiter der Trommelgruppe und kreativ engagierter Kopf der elfköpfigen Formation. Gleich nach der ersten Kostprobe kramt Karl-Heinz Wortmann in seinem Rucksack. Das musikalisch, ausgefeilte Gefühl der Trommler wird beim nächsten Stück durch diverse Percussion-Instrumente untermalt. Das nicht geschulte, musikalische Ohr hat Schwierigkeiten die Instrumente einzuordnen. Karl-Heinz Wortmann erklärt das Zusammenspiel der Trommeln mit Kuhglocken und diversen weiteren klangvollen Gegenständen. Ein "Latino-Stück" folgt. Ein Mitglied der Trommelgruppe hat leichte Schwierigkeiten den Takt zu halten. Das Stück, in dem einige Breaks eingebaut sind, gelingt. Die Breaks, auch als Pausen zu verstehen, haben sich die Mitglieder selbst eingebaut. Mal werden sie mit Klatschen demonstriert mal durch Karl-Heinz Wortmann mit einer sogenannten Sambapfeife. Pausen, die mit Diskussionen gar nicht auffallen ebnen den Weg zum nächsten Werk, bei dem der Schwierigkeitsgrad gesteigert wird. "Latin stop`n go" beinhaltet einige Tempowechsel, die sogar für versierte Musiker eine Herausforderung darstellen. Die Sambapfeife gibt den Takt vor. Es ist schon beachtlich, sich beim Trommeln viele verschiedene Rhythmen zu merken. Auch hier haben sich die Teilnehmer des begleitenden Angebots Brücken gebaut. Die Liedpassage "Biggi trinkt ne Cola mit Geschmack" gibt den Takt vor. Wer zusieht, versteht die Umsetzung. "Rhythmen, die mit Sprache kombinierbar sind fallen einfach leichter", erklärt Karl-Heinz Wortmann. Alle Mitglieder sind begeistert und beteuern, dass es ihnen viel Spaß macht, das sie einfach das Trommeln lernen und auftreten möchten.

Karl-Heinz Wortmann ist als musikalischer Leiter geradezu prädestiniert die Mitglieder zu motivieren. Der Musiktherapeut lernte in afrikanischen und südamerikanischen Ländern das Trommeln und ist in der Lage die Instrumente auch selber zu bauen. Geprobt wird wöchentlich donnerstags. Die erste Gruppe ist leistungsorientiert und möchte lernen Menschen mit ihren Auftritten zu begeistern. Die zweite Gruppe ist therapeutisch ausgelegt. Einiges haben beide Gruppen jedoch gemeinsam: Es geht um das musikalische Empfinden, das soziale Miteinander und das Wohlbefinden. Erwähnenswert sind auch der Erfolg und der Beifall als Lohn für die engagierten Proben. Manch einer wird sich noch an Gute-Laune-Gefühl erinnern, dass beim Konzert im Oktober vergangenen Jahres Einzug in die Meggener Pfarrkirche hielt. Karl-Heinz Wortmann und die Trommlergruppe schafften es binnen kürzester Zeit ansteckend Lebensfreude zu verbreiten und die Besucher zum Mitklatschen zu animieren. Auch in diesem Jahr gaben "Jambo" bereits Kostproben ihres Könnens, bei der Inklusionsveranstaltung in Olpe und der Olper Seniorenwoche ab. Das Trommeln ist eines der begleitenden Angebote in den Werthmann-Werkstätten Abteilung Lennestadt. Natürlich würde sich das Ensemble über weitere Auftritte freuen.

 

Die Beschäftigten der Abteilung eXtern sind anlässlich ihrer Weihnachtsfeier mit dem Bus auf dem Weg zum Gottesdienst nach Windhausen.

 

 

Weihnachtszeit ist auch die Zeit der betrieblichen Weihnachtsfeiern.

Zeit zum Zusammenkommen in gemütlicher Runde, zum Austausch und zum Rückblick auf ein gelungenes Jahr.

Dies gilt auch für die Beschäftigten der Werthmann-Werkstätten, Abteilung eXtern.

In der Adventszeit trafen sich 27 Beschäftigte und die Mitarbeiter der Abteilung eXtern zu einem gemeinsamen Frühstück zunächst in der Abteilung Attendorn am neuen Standort der Werthmann-Werkstätten im Industriegebiet Askay. Hier gab es die Gelegenheit sich zu unterhalten und untereinander auszutauschen, sowie einen kleinen Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr 2015 seitens des Werkstattleiters Herr Mönig und des Abteilungsleiters Herrn Schürmann zu bekommen.

 

Das Besondere an einer Weihnachtsfeier der Abteilung eXtern ist, dass sich die Beschäftigten und MitarbeiterInnen nur an zwei Terminen am Jahr vollzählig begegnen: zum Betriebsfest im Sommer und zur Weihnachtsfeier im Winter, dies nun schon seit über 7 Jahren.

Dies liegt daran, dass die Beschäftigten nicht innerhalb eines Gebäudes der Werthmann-Werkstätten arbeiten, sondern an individuellen Außenarbeitsplätzen in Betrieben und Einrichtungen im gesamten Kreis Olpe.

In der Abteilung eXtern arbeiten Hausmeisterhelfer, Produktionshelfer, Lagerhelfer, Hauswirtschaftshelfer und viele unterstützende Arbeiter unterschiedlichster Bereiche mehr.

Die Außenarbeitsplätze sind individuell auf den Betrieb und seine Anforderungen sowie den Menschen mit Behinderungen und seine Fähigkeiten zugeschnitten.

Damit dies möglichst reibungslos gelingt, werden die Beschäftigten durch MitarbeiterInnen der Abteilung eXtern unterstützt und begleitet.

 

Die Weihnachtszeit ist auch eine Zeit des Dankesagens: Danke an die Beschäftigten, dass sie viele Mühen und auch Hindernisse auf sich nehmen bzw. diese überwinden, um auf einem Außenarbeitsplatz zu arbeiten mit den unterschiedlichsten Anforderungen und diese Außenarbeitsplätze dauerhaft und zuverlässig ausfüllen.

 

Nach dem Besuch des neuen Standortes der Abteilung Attendorn ging es gemeinsam im Bus nach Windhausen, um dort einen kleinen festlichen Gottesdienst zu feiern.

 

Zu Fuß zum Hof Roscheid war danach angesagt, wo die Weihnachtsfeier einen gemütlichen und leckeren Ausklang gefunden hat.

 

Die Beschäftigten und die MitarbeiterInnen der Werthmann-Werkstätten, Abteilung eXtern, gehen nun in eine besinnliche Weihnachtszeit und in ein neues Jahr auf den Außenarbeitsplätzen. Sie freuen sich auf viele weitere neue Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung eXtern, welche den Schritt in ein Praktikum und gegebenenfalls einen Außenarbeitsplatz wagen möchten

Beschäftigte der Abteilung Lennestadt waren dabei: Beim Inklusions-Musik-Workshop mit dem Pastoralverbund und der FUX-Musikschule Helden. Es wunderbares Video ist dabei herausgekommen. Schauen Sie selbst: www.youtube.com

 

Im Malen kann man Gefühle ohne Worte ausdrücken, Ängste verarbeiten und innere Spannung ablassen. Deshalb ist Malen besonders bei psychisch erkrankten Menschen ein kreativer Prozess. Sie finden Ruhe und Konzentration, entdecken innere Ressourcen und finden neue Lösungsansätze für das eigene Leben.

Sabrina Halbe hat das Malen als Hobby für sich entdeckt, um einen Weg zu finden, mit ihrer psychischen Erkrankung fertig zu werden und ihre Gedanken wieder in rechte Bahnen zu lenken. Seit ihrem elften Lebensjahr ist die 33-jährige aus Attendorn psychisch krank und arbeitet seit drei Jahren in der Werthmann-Werkstatt in der Abteilung Olpe. Dort sind jetzt acht ihrer zahlreichen Werke ausgestellt, die bei den Betreuern und Mitarbeitern auf begeisterte und anerkennende Resonanz stoßen. Darüber ist Sabrina Halbe mächtig stolz. Denn sie hat sich das Malen selbst beigebracht und noch nie einen Kurs besucht. Sie begann mit dem Zeichnen mit dem Bleistift und experimentierte dann mit Farben.

Bei den ausgestellten Bildern handelt es sich um Acrylfarben in „Nass in Nass-Technik“ und Ölfarben. „Die Inspiration hole ich mir aus meinen Träumen oder von Fotos“, so Sabrina Halbe. „Auf einigen Bildern habe ich meine Begeisterung für Planeten und das Sonnensystem zum Ausdruck gebracht, auf anderen meine Träume von Stränden und vom Meer.“ Sie malt fast jeden Tag, weil sie herausgefunden hat: „Das Malen bietet mir eine Oase der Ruhe und Erholung. Neben der Arbeit in der Werthmann-Werkstatt Olpe ist das Malen für mich ein wichtiges Instrument zur Überwindung von gesundheitlichen Krisen.“

Dass Sabina Halbe eine große Neigung zur Kunst hat, bewies sie schon als Jugendliche. Nach Absolvierung des Berufsgrundschuljahres für Maler und Lackierer am Berufskolleg in Attendorn besuchte sie die Höhere Berufsfachschule für Gestaltung in Iserlohn, die sie jedoch aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht abschließen konnte. Es folgte eine Ausbildung zur Kinderpflegerin. Trotz Abschluss machten es ihre psychischen Probleme nicht möglich, in dem erlernten Beruf zu arbeiten. So war sie froh, als sie im Juni 2012 einen Arbeitsplatz in der Werthmann-Werkstatt in Olpe erhielt. Dort ist sie im Bereich der Elektromontage tätig, wo exaktes und gewissenhaftes Arbeiten eine große Rolle spielen. Wie beim Malen werden dort ihre Feinmotorik, Konzentration und ihre ausgeprägte Hand-Auge-Koordination gefordert. „Die Arbeit bringt mir Ablenkung. Ich kann mich konzentrieren und meine negativen Gedanken ein bisschen zur Seite schieben“, sagte Sabrina Halbe. Das gelingt ihr auch abends, wenn sie bei klassischer Musik zu Pinsel und Farben greift. . 

Beim Betrachten ihrer ausgestellten Bilder fällt eines auf: Sabrina Halbe fängt mit den Farben die Harmonie des Lebens ein, die sie durch den künstlerischen Prozess auch auf sich selbst übertragen kann. Beeindruckend ist das Motiv der Rosenhand, das Frieden ausstrahlt. Die Rosen, die Blumen der Liebe, sollen die Hand schützen. Die „Eule bei Nacht“ vermittelt ebenfalls Ruhe und Gelassenheit. Beim Bild mit dem Titel „Sonnenuntergang im Tal“ ist es ihr hervorragend gelungen, die Schönheit der Abenddämmerung festzuhalten. Für sich spricht auch das Bild vom Weltall mit Andromeda-Nebel und verwirbelnden Sternen.

Viele Bilder hat Sabrina Halbe bereits im Verwandten- und Bekanntenkreis verschenkt.  Dass sie jetzt auch an ihrer Arbeitsstätte als Künstlerin geschätzt wird, macht sie stolz. „Die Kollegen und Vorgesetzten finden meine Bilder toll. Das gibt mir ein gutes Gefühl.“ Petra Müller vom Begleitenden Dienst der Abteilung Olpe lobte nicht nur ihre gute Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit und ihr großes Pflichtbewusstsein bei der Arbeit. Sie bewunderte vor allem ihren Mut von Sabrina Halbe: „Sie steht dazu, dass sie krank ist und zeigt, was ihr hilft und gut tut. Das ist toll und ein großer Schritt zur mehr Akzeptanz und weniger Diskriminierung. Ein Schritt zu mehr Zuversicht.“

Zu den Öffnungszeiten der Werthmann-Werkstätten, Abteilung Olpe, Günsestrasse 20, (montags 8 bis 15.30 Uhr und freitags 8 bis 14.15 Uhr) können sich auch interessierte Bürgerinnen und Bürger Sabrina Halbes Bilder anzuschauen. Die 33-Jährige möchte sich in ihrem großen Hobby gerne noch weiterentwickeln und in einem Kurs das Freihandzeichnen erlernen. Eines ihrer nächsten Werke will sie den Werthmann-Werkstätten widmen. Das Motiv soll eine Verbindung von der Arbeit zu ihrem Leben darstellen. Sie möchte ausdrücken, wie wichtig im Leben Beschäftigung, Förderung und Kreativität sind.

Tag der offenen Tür / Werkstatt erleben am 24.10.2015

Mit einem Tag der offenen Tür präsentierten sich die Werthmann-Werkstätten, Abteilung Attendorn, am Samstag am neuen Standort im Industriegebiet Askay. Der Tag begann am Vormittag mit einer Andacht der Religionsgemeinschaften,  die vom Pastor Epkenhans von der katholischen Kirche, Pfarrer Schliebener von der evangelischen Kirchengemeinde und Imam Haci Bayin vom Moschee- und Kulturzentrum DITIB Attendorn gestaltet wurde.

Im Anschluss erfolgte im eigens für die Festivitäten errichteten Zelt der offizielle Teil der Einweihung. Zunächst sorgte Stimmwerk, der Chor der Werthmann-Werkstätten, unter der Leitung von Tatiana Hundt und Karl-Heinz Wortmann, für Gänsehaut. Der Chor feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen und fünf Gründungsmitglieder singen noch heute in den Reihen des Chores. Andreas Mönig, Leiter der Werthmann Werkstätten, ließ es sich nicht nehmen, alle Chormitglieder zum Essen einzuladen. „Zu einem Geburtstag gehört auch ein Geschenk.“

Den anschließenden Reigen der Grußworte eröffnete Lothar Epe, Vorsitzender des Caritasrates: „Es ist geschafft und das ist gut so. Danke an alle, die mitgearbeitet haben und so Arbeit möglich machen. Das ist unser Auftrag für Menschen, die zwar ein Handicap haben, aber auch viele Talente.“  Inklusion ist hier das Schlüsselwort, so Epe. „Die Werthmann Werkstätten haben Geschichte und Zukunft in Attendorn.“

Landrat Frank Beckehoff  beglückwünschte allen zu den neuen Räumen. „Es ist wichtig Arbeit zu haben, auch für Menschen mit Behinderung. Sie ist nicht nur die Grundlage der Inklusion, sie stärkt auch die Unabhängigkeit und das Selbstvertrauen jeden Menschen.“ Beckehoff stellte kurz den Inklusionsplan des Kreises vor. „Eine Arbeitsgruppe befasst sich auch mit dem Bereich Arbeit, denn es ist wichtig, allen Menschen entsprechend ihren Möglichkeiten Arbeit zu geben.“ Erste Ergebnisse werden im kommenden Jahr vorgestellt.

Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil bedankte sich für den immer freundlichen und strahlenden Empfang in der Werkstatt. „Wir sind stolz, so eine Einrichtung wie die Werthmann Werkstatt in Attendorn zu haben. Dabei geht es um mehr als um Arbeit, es geht um Sozialkontakte und Selbstbewusstsein, was die 320 Beschäftigen hier erfahren.“ Pospischil sagte auch für die Zukunft die Unterstützung der Hansestadt zu.

Für diese Unterstützung bedankte sich Christoph Becker, Vorstand Caritasverbandes Olpe, sowohl bei der Stadt wie auch beim Kreis. Mit dieser Hilfe war es möglich, den Umbau so schnell und reibungslos umzusetzen.

Diese Hilfe und die Hilfe der Handwerker und Beschäftigten hob  auch Architekt Hans-Rüdiger Tepe hervor. „Im September vergangenen Jahre gab es die Ausschreibung und heute sind wir hier. Jeder hat hier alles gegeben, die Handwerker vor Ort, die Beschäftigten und auch die Caritas. Das hat mich sehr beeindruckt. Darauf können Se stolz sein.“ Zusammen mit seinem Sohn Janik überreichte Tepe anschließend den symbolischen Schlüssel für die Werkstatt.

Andreas Mönig sprach ironisch die Befürchtung aus, dass nach der hervorragenden Leistungen des gesamten Bauteams dieses jetzt von den Verantwortlichen der Großbaustelle Berliner Flughafens abgeworben werden könnte.

Andre Hoberg und Silke Kammerer vom Werkstattrat sowie Abteilungsleiter Dirk Schürmann fassten zusammen wie sie den Umzug und die Arbeit am neuen Standort erlebt haben und jetzt erleben.

Nachdem „Stimmwerk“ nochmals für eine musikalischen Höhepunkt   und Stand-up Künstler „Hausmeister Mielke“ für Lacher sorgten,  konnten die neuen Räume in einzelnen Gruppen besichtigt werden. Außerdem gab die Küche der Werkstatt eine Kostprobe ihres Könnens.

Am Nachmittag zum Tag der offenen Tür riss der Besucherstrom für die Besichtigung der neuen Abteilung in Attendorn nicht ab. „Wir sind beeindruckt von der Anzahl der vielen Besuchern und den positiven Rückmeldungen“, resümierte Dirk Schürmann.

Am Samstag, 24. Oktober, öffnet die Abteilung Attendorn für alle Interessierten ihre Türen am neuen Standort im Askay 42. Wo zuvor Mubea und davor Isphording die rund 6200 qm große Produktionsstätte nutzten, ist schon seit dem 31. August die neue Arbeitsstätte der 320 Beschäftigten mit Behinderung.

 

In der Zeit von 14 bis 17 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, die neuen Räume zu sehen und zu erkunden. Einzelne Führungen durch die Räume und Bereiche werden angeboten und die Beschäftigten geben einen praxisnahen Einblick in die einzelnen Bildungs- und Arbeitsbereiche. Gern kann man mit den Mitarbeitern und Beschäftigten ins Gespräch kommen.

 

Neben dem Speisesaal bietet auch ein Zelt im Innenhof genug Sitzmöglichkeiten. Hier kann man die angebotenen Speisen und Getränke genießen. Der Erlös aus diesem Verkauf ist zugunsten einer Rollstuhlschaukel für die Abteilung Attendorn gedacht.

Des Weiteren bitten die Mitarbeiter und Beschäftigten von Geschenken zur Einweihung abzusehen und stattdessen dem Förderverein der Werkstätten eine Spende zukommen zu lassen.

"Spenden statt schenken" lautet das Motto. Die Konten lauten

Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden

IBAN: DE27 4625 0049 0000 0576 04 BIC WELADED1OPE

 

Volksbank Bigge-Lenne eG

IBAN: DE70 4606 2817 2748 4594 00 BIC GENODEM1SMA

 

Auch die jüngsten Gäste kommen an diesem Tag auf ihre Kosten. Das Spielmobil der JuZ und eine Hüpfburg laden alle Kids zum Mitmachen ein. Und damit alles in geordneten Bahnen abläuft, sorgt "Hausmeister Gerd" für Ordnung und Sauberkeit.

Berufliche Bildung direkt im Betrieb

Jakup Berisa ist stolz. Er hat es geschafft. Von der Schule über die Werthmann-Werkstätten, hin zu einem Arbeitsplatz in der  Firma „Damm Oberflächentechnik“ in Attendorn.

Nach der Schule kam Jakup Berisa zu den Werthmann-Werkstätten in die Abteilung Attendorn. Hier werden innerhalb des Eingangsverfahrens die ersten drei Monate genutzt,  um die Stärken und Schwächen, aber auch die individuellen Wünsche und Möglichkeiten zu erfassen. Hieraus ergeben sich Entwicklungspotenziale, die in der anschließenden zweijährigen beruflichen Bildung erprobt werden.

So startete Jakup Berisa in sein Arbeitsleben. Der damals 19-jährige hat,  unterstützt von der Werkstatt, erkannt,  wo seine Talente und Fähigkeiten im Berufsleben liegen.  „Ich habe schnell gemerkt, dass mir die Arbeit als  Industriehelfer viel Spaß macht“, erzählt der heute 23-jährige.

Schnell wurde Jakup Berisa klar, dass er seine Fähigkeiten gern auf einem Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt ausprobieren möchte. Dies konnte er bereits während der Beruflichen Bildung umsetzen. Er wurde unterstützt von der Abteilung eXtern, einer der vier Abteilungen der Werthmann -Werkstätten innerhalb des Caritasverbandes Olpe. Diese Abteilung ist spezialisiert darauf, Menschen mit Behinderung  in Außenarbeitsplätzen von Betrieben im Kreis Olpe zu vermitteln und arbeitet dabei eng mit dem Integrationsfachdienst zusammen.

Der Sprung von der Werkstatt hin zum freien Arbeitsmarkt während der Beruflichen Bildung ist eine Möglichkeit, Fähigkeiten außerhalb der Werkstätten direkt auszuprobieren. Hierbei wurde Jakup Berisa aktiv unterstützt. Integrationsassistent Günther Rotthoff stellte direkt den Kontakt zur Firma „Damm Oberflächentechnik “ her.

„Wir haben in den vergangenen Jahren schon zwei Arbeitsplätze für Menschen  mit Behinderung in unserem Unternehmen geschaffen“, erklärt Geschäftsführer Roland Damm. „Da unsere Zusammenarbeit und Unterstützung mit den Werthmann-Werkstätten hervorragend ist, waren wir bereit, auch Jakup Berisa eine Chance zu geben.“

Jakup Berisas Aufgabe bei „Damm Oberflächentechnik“ ist es, Teile der Automotive Industrie für die Lackierung vorzubereiten. Diese müssen auf spezielle Ständer befestigt werden, bevor sie den Maschinen zugeführt werden  „Ich habe meine berufliche Bildung erfolgreich innerhalb der Firma Damm abgeschlossen und schließlich einen Arbeitsplatz hier in der Firma bekommen“, ist er heute stolz auf seine Leistung. „Dieser Schritt war für mich ganz wichtig. Als nächstes werde ich heiraten und in eine eigene Wohnung ziehen“.

Auch Roland Damm hat diesen Schritt nicht bereut. „Jakup Berisa sorgt für ein gutes Arbeitsklima. Er ist gut in unserem Zwei-Schicht Betrieb einsetzbar. Er ist pünktlich und zuverlässig, versteht sich mit seinen Kollegen und ist mit Begeisterung bei der Sache.“  Hinzu kam die individuelle Begleitung durch Günther Rotthoff als Integrationsassistenten, die eine fachtheoretische Aufbereitung der beruflichen Bildung auch auf dem Außenarbeitsplatz garantierte.

„Ich kann andere Firmen nur ermutigen, unserem Beispiel zu folgen. Allerdings sollten dabei nicht die finanziellen Mitteln im Vordergrund stehen, die es zunächst gibt. Es muss einfach passen“, so Roland Damm. „Ich denke, das ist soziale Verantwortung der Betriebe und gelebte Inklusion.“

Weitere Infos unter www.werthmann-werkstaetten.de oder 02722 921 2013.

Foto 1:

Jakup Berisa bei seiner Arbeit bei „Damm Oberflächentechnik“

Foto 2:

Firma „Damm Oberflächentechnik“ übernimmt soziale Verantwortung. Von links: Betriebsleiter Markus de Vries, Jakup Berisa und Geschäftsführer  Roland Damm

Dem alten Gebäude in der Schlachtwiese geht es an den Kragen.....

Eine besondere Partnerschaft

 

Um erfolgreich im Beruf zu bestehen, sind neben der fachlichen Qualifikation,  in zunehmendem Maße soziale Verantwortung, Teamfähigkeit und Flexibilität wichtige Faktoren. Deshalb gehört zum Ausbildungsprogramm der Firma Viega aus Attendorn seit vielen Jahren ein dreistufiges Sozialkompetenztraining. Mit einem neuen und sehr bedeutenden Baustein hat das Unternehmen in Kooperation mit den Werthmann-Werkstätten des Caritas-Verbandes für den Kreis Olpe die Maßnahme erweitert. Die Auszubildenden absolvieren ein Praktikum in den verschiedenen Abteilungen der Werthmann-Werkstätten, in denen Menschen mit geistigen, körperlichen und psychischen Behinderungen im Arbeits- und Alltagsleben gefördert werden.

 

Die Initialzündung für das Projekt lieferten der geschäftsführende Gesellschafter der Firma Viega, Walter Viegener, und der Leiter der Werthmann-Werkstätten, Andreas Mönig, im Juni vergangenen Jahres. Wie auch für andere Firmen aus der Region verrichten Mitarbeiter der Werkstätten Montage-, Verpackungs- und Kommissionsarbeiten für das weltweit agierende Unternehmen. Im Gespräch über die weitere Kooperation entstand die Idee, den Viega-Auszubildenden durch die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung einen Blick über den Tellerrand hinaus zu ermöglichen. Gemeinsam entwickelten die Verantwortlichen der Werthmann-Werkstätten und der Fa. Viega ein Konzept für das Pilotprojekt. Inzwischen haben die ersten Auszubildenden ihr Praktikum beendet und es kann eine durchweg positive Bilanz gezogen werden.

 

„Das Praktikum ist eine gute Ergänzung zu den anderen Bausteinen des Sozialkompetenztrainings. Es bietet unseren Auszubildenden Gelegenheit, das Leben und die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen mit ganz anderen Augen wahrzunehmen und für das eigene Leben einen neuen Wert zu entdecken“, erklärte Maria Stracke, Ausbildungsleiterin bei Viega. Rainer Böhmer (19) war der erste Praktikant in der Werthmann-Werkstatt der Abteilung Lennestadt. Der angehende Industriemechaniker hatte noch nie Kontakt zu Menschen mit Behinderungen. „Ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Doch nun habe ich einen anderen Blickwinkel. Ich wurde sehr schnell und freundlich aufgenommen, es herrscht ein lockerer Umgang und schon nach einer Woche war das Miteinander normal.“ Diese Erfahrung machte auch Manuel Ritter (20), der bei Viega eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker absolviert. „Es war sehr interessant, mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten. Das ist komplett was anderes. Ich habe gelernt, wie man miteinander umgehen muss und bin für diese Wertevermittlung sehr dankbar.“

 

Durchweg positiv ist auch das Feedback der Abteilungsleiterin der Werthmann-Werkstätten Abteilung Lennestadt, Susanne Rüenauver; „Bei dem Projekt war ich gespannt, wie sich die Beschäftigten darauf einlassen. Doch ich konnte sehr schnell eine Begegnung auf Augenhöhe und ein gegenseitiges Akzeptieren feststellen. Selbst im Bereich für Menschen mit schwersten Behinderungen, wo wenig verbale Kommunikation möglich ist, hat das Miteinander gut funktioniert. Es war ein herzlicher Umgang. Unsere Beschäftigten waren sehr stolz, den jungen Menschen ihre Arbeit zu vermitteln.“  Dass die Jugendlichen ihren Blickwinkel während des Praktikums erweitern konnten, ist für die Abteilungsleiterin ein deutliches Signal, dass das Projekt im Sinne der Sozialkompetenz fruchtet. „Sie erfahren aber auch, wie effektiv in den Werkstätten gearbeitet wird und wie wichtig eine geordnete Tagesstruktur für Menschen mit Behinderungen ist. Und dazu gehört Arbeit. Um sie damit vertraut zu machen, brauchen auch wir Fachkräfte wie sie“, so Susanne Rüenauver.

 

Über das erfolgreiche Pilotprojekt mit zunächst sieben Auszubildenden freute sich auch der Leiter der Werthmann-Werkstätten, Andreas Mönig: „Durch das Praktikum erhalten die Auszubildenden einen Einblick in einen anderen Bereich der Arbeitswelt. Die Kooperation ist eine Win-Win-Situation. Die Firma Viega ist ein langjähriger und verlässlicher Partner unserer Werkstätten, was für unsere Beschäftigten eine Sicherung der Arbeit bedeutet. Und die Viega-Azubis erfahren während des Praktikums, wie wertvoll diese Arbeit für Menschen mit Behinderungen ist.“ Künftig sollen jährlich 40 Auszubildende des Attendorner Unternehmens ab dem 2. Ausbildungsjahr die Chance erhalten, ihre Persönlichkeitsentwicklung durch ein Praktikum in den Werkstätten zu steigern.

Die Beschäftigten und die Mitarbeiter nahmen jetzt Abschied vom Gebäude in der "Schlachtwiese 3" in Attendorn. Während für die Beschäftigten jetzt 3 Wochen Urlaub anstehen, bereiten die Mitarbeiter den Umzug zum Askay 42 vor. Am 31.08.2015 beginnt für alle der Neustart in einer neuen Werkstatt im Askay!

Die AG Psychiatrie des Caritasverbandes und das Caritas-Zentrum Olpe laden am 21. August 2015 von 15:00 bis 18:00 Uhr im Innenhof in der Pannenklöpperstraße 5 in Olpe zum gemeinsamen Sommerfest ein. Hier das Plakat dazu:

Plakat Sommerfest 2015.docx
Microsoft Word-Dokument [194.3 KB]
Werkstattleiter Andreas Mönig, Manuela Mettner-Kristes und Dr. Christine Menges

„Digital Plus“ heißt ein neues Arbeitsangebot der Werthmann-Werkstätten Welschen Ennest und Olpe, das in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Klinik der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen entwickelt und umgesetzt wurde. Dabei handelt es sich um ein spezielles Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die durch eine Ausbildung oder ein Studium über eine höherwertige Qualifikation verfügen und durch ihren Anspruch an Arbeit keinen Zugang zu den üblichen Angeboten im Berufsbildungsbereich der Werkstätten finden.

 

Schon seit vielen Jahren gibt es Schnittstellen zwischen der Psychiatrie der Katholischen Hospitalgesellschaft und den Werthmann-Werkstätten. Denn viele psychisch kranke Menschen finden nach oder während ihrer Behandlung einen Arbeitsplatz in der Einrichtung. Theo Selter, Abteilungsleiter der Werthmann-Werkstätten Olpe und Welschen Ennest, brachte die Idee ein, teilstationäre Plätze für Menschen mit hohem Bildungsniveau zu schaffen. Seit 2011 laufen die Planungen. Inzwischen wurde dank der Unterstützung aus der „Zahngold-Aktion“ in Welschen Ennest ein Büro mit moderndem PC-Equipment ausgestattet. Fünf  Mitarbeiter sind im Rahmen einer beruflichen Reha-Maßnahme dabei, den gesamten Aktenbestand der Werthmann-Werkstätten zu archivieren. Und das mit großer Begeisterung. Die Arbeit ist anspruchsvoll und durch das Rotieren der Mitarbeiter bei den verschiedenen Prozessen abwechslungsreich. Sie verlangt Konzentration, Bereitschaft zur Teamarbeit und aktive Mitarbeit an den verschiedenen Arbeitsabläufen.

 

„Das Interesse an dem neuen Angebot zeigt, dass in diesem Bereich etwas gefehlt hat“, berichtete Anja Dornseifer vom Begleitenden Dienst der Werthmann-Werkstätten. „Es haben sich gleich zehn Frauen und Männer um einen Arbeitsplatz beworben. Fünf von ihnen erfüllten die Eignungsvoraussetzungen. Zwei weitere Interessenten warten auf Aufnahme.“

 

Über den guten Start freute sich Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten: „Die Tätigkeit ist ein gutes Sprungbrett für die Vermittlung der Mitarbeiter auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Zudem können wir mit „Digital Plus“ den heimischen Unternehmen ein gutes Dienstleistungsangebot unterbreiten, ihre gesamten Geschäftspapiere von unseren Mitarbeitern digital archivieren zu lassen. Viele Firmen, Institutionen und Behörden haben ein Problem mit der alten Papier-Archivierung. Die Ordner nehmen Platz weg und Platz kostet Geld. Und Personal für diesen Arbeitsvorgang ist nicht verfügbar und würde ebenfalls Geld kosten. Mit ‚Digital Plus‘ können wir in Verbindung mit unserer Aktenvernichtung in der Abteilung Lennestadt ein systematisches und kostengünstiges Gesamtpaket anbieten.“  

 

Markus Hanses ist Gruppenleiter des neuen Projektes. Er sieht die Arbeit im Team als wichtigen Aspekt. „Durch die unterschiedlichen Voraussetzungen kann der Stärkere dem Schwächeren helfen. Im Arbeitsprozess erfahren die Mitarbeiter Struktur und können sich gegenseitig unterstützen.“ Dass sich der psychische Zustand einiger Mitarbeiter durch die Tätigkeit positiv verändert hat, konnten mit Freude die Chefärztin der Psychiatrischen Klinik der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen, Dr. Christine Menges, und Diplom-Sozialpädagogin Manuela Mettner-Kristes, Leiterin des Sozialdienstes Psychiatrie, feststellen. „Sie fühlen sich nicht mehr unterfordert, sind ausgeglichener und es geht ihnen seelisch besser.“

 

Zwei Mitarbeiter von „Digital Plus“ demonstrierten jetzt mit Stolz ihr neues Aufgabengebiet. Sie arbeiten im Vier-Augen-Prinzip an 24 Zoll-Bildschirmen und höhenverstellbaren Arbeitstischen. Um die Arbeitsprozesse verständlich zu erläutern, haben sie eine Power-Point-Präsentation erarbeitet. Die Datensicherung erfolgt auf eigenem Server. Zu den Vorarbeiten gehört die Erfassung der Unterlagen in einem Übergabeprotokoll (Sichtkontrolle), Erstellen einer Verzeichnis- und Dateistruktur nach Kundenwünschen sowie das Befreien der Papiere von Heftklammern. Danach werden die Papiere gescannt. Da reicht nicht ein einfaches Auflegen oder Durchlaufen. Viele Papiere sind verblasst oder so alt, so dass die Auflösung des Scanners verändert werden muss. Oft sind die Seiten beidseitig bedruckt oder beschriftet oder die Papiere haben nicht das übliche Format. Da sind Mitdenken und eine Identifikation mit der Arbeit gefordert. Ist der Scanvorgang abgeschlossen, werden die Originale mit den digitalen Unterlagen verglichen, um eventuelle Fehlseiten auszuschließen. Natürlich unterliegt der gesamte Arbeitsprozess dem Datenschutz.

 

„Für die hohe kognitive Arbeit muss man Ruhe, Flexibilität und Sorgfalt  mitbringen und Informationen sammeln“, erklärte Gruppenleiter Markus Hanses. Das bestätigte Mitarbeiter Gerd G.: „Man muss mit vollem Geist dabei sein. Deshalb ist es gut, dass wir uns bei den verschiedenen Arbeitsschritten abwechseln können, wenn die Konzentration nachlässt.“ Sein Kollege Uli M. ist sehr glücklich über seinen neuen Arbeitsplatz. „Ich stelle fest, dass mein Level an Belastbarkeit stetig steigt. Man wächst halt an seinen Aufgaben. Die Arbeit macht großen Spaß. Bei früheren Reha-Maßnahmen hatte ich nachmittags Antriebsstörungen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Die Arbeit macht großen Spaß.“ Großes Lob sprach Dr. Christine Menges aus: „Ich bin begeistert. Das ist eine sehr anspruchsvolle Arbeit. Wenn Menschen mit qualifizierten Berufen ihre Säule verlieren, kann eine solche Selbstwertregulation lebensrettend sein. Darin steckt auch ein Stück Entwicklung. Das Zutrauen und Selbstbewusstsein der Frauen und Männer wächst, auch außerhalb der Werkstätten tätig zu sein.“

 

Noch mehr Arbeitsmöglichkeiten versprechen sich die Werthmann-Werkstätten von der geplanten Zusammenlegung der beruflichen Bildungsmaßnahmen für Menschen mit psychischen und geistigen Behinderungen und der Zentralisierung im neuen Gebäude im Industriegebiet Askay in Attendorn. „Der EDV-Bereich ist ein gefragtes Arbeitssegment, den wir qualifizieren und weiter entwickeln möchten“, erklärte Andreas Mönig.

 

Leiter Andreas Mönig, Manuela Mettner-Kristes und Dr. Christine Menges ließen sich von der anspruchsvollen Tätigkeit überzeugen.

Besondere, langjährige Geschäftsbeziehung

Werthmann Werkstätten und Rayonex arbeiten seit 15 Jahren erfolgreich zusammen

Meggen. Von den Beschäftigten, der Werthmann-Werkstätten, die den Auftrag der Firma Rayonex Biomedical GmbH bearbeiten, ist Fingerfertigkeit und Geschick gefragt. Mit Sorgfalt werden die Deckel auf den kleinen Ampullen drapiert. Die Leer-Ampullen sind für Allergentests bestimmt und werden anschließend in Boxen sortiert. Die Beschäftigten, die über ein gutes Zahlenverständnis verfügen, haben leichtes Spiel, die Boxen mit passender Anzahl zu füllen. Den weiteren steht eine "Ampelwaage" zur Verfügung. Grün zeigt die richtige Menge an. Die Besucher die den Beschäftigten bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen sind zufrieden. Prof. Dietmar Heimes, Geschäftsführer der Firma Rayonex und Guido Falke, QMB-FL können sich auf ihren langjährigen Geschäftspartner verlassen. Seit 15 Jahren arbeitet die Firma Rayonex mit den Werthmann-Werkstätten zusammen. Eine gute Gelegenheit eine positive Zwischenbilanz zu ziehen: Angefangen hat alles in den Werthmann-Werkstätten der Abteilung Attendorn mit Mailing-Versand und Serienbriefen. "Die Firma Rayonex war damals einer der ersten Kunden, auf dem Gebiet", blickt Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver zurück, die sich freut den Geschäftsführer und den Qualitätsmanagement-Beauftragten zu begrüßen. Dem digitalen Zeitalter angepasst, hat sich vieles geändert, auch im Mailing-Versand, der heute vorzugsweise digital abläuft. So informiert die Firma Rayonex heute nicht mehr per Post sondern mittels ihrer 28 internationalen Webshops ihre Kunden. Deshalb stehen in der Zusammenarbeit zwischen Rayonex und den Werthmann-Werkstätten heute auch andere Aufgaben im Fokus. Mit Montage, Etikettierungen und Verpackungen ist die Firma für Bioresonanzgeräte und Vitalstoffe, mit der Philosophie des  ursachenorientierten, ganzheitlichen Behandlungsansatzes ein Garant für die dauerhafte Beschäftigung von behinderten Menschen. "Wir möchten unsere Verantwortung wahrnehmen, denn die Integration von Menschen mit Behinderungen ist ein Bestandteil unserer Firmenphilosophie. Wir sind stark genug, das zu vertreten", erklärt Prof. Dietmar Heimes. Ein entscheidendes Argument für die Auftragsvergabe an die Werthmann-Werkstätten ist auch, dass die Einrichtung nach DIN EN ISO 9001-2008 zertifiziert ist. Prof. Heimes macht diesbezüglich deutlich, dass insbesondere im medizinischen Bereich hohe Anforderungen beim TÜV, Qualitätsmanagement und den Vorgaben der EU herrschen, die bei der Stippvisite ausgiebig diskutiert wurden. „Wir exportieren unsere Produkte in 37 Länder. Schwerpunktmäßig nach Asien. In sieben Ländern finden derzeit ein Zertifizierungsprozesse unserer Medizinprodukte statt", so Prof. Heimes. In den vergangenen Jahren hielten die Fa. Rayonex und die Werthmann-Werkstätten stets im Auge, was für die Mitarbeiter machbar ist und was sie überfordern könnte. "Für uns ist das auch eine Herausforderung und wir achten stets darauf, welche Geschicke bei welchem Mitarbeiter zusätzliche gefördert werden können", so Susanne Rüenauver. Die ausgeführten Arbeiten reichen von einfachen bis komplexen Arbeitsschritten. Der "Dauerauftrag" der Firma Rayonex trägt somit dazu bei, die Philosophie der Werthmann -Werkstätten "Arbeit möglich machen" umzusetzen.

 

Informationen zu Rayonex erhalten Sie unter www.rayonex.de oder zur Bioresonanz nach Paul Schmidt z.B. unter www.facebook.com/dietmarheimes.de

Esma Asci, Christian Schulte und Melanie Müller

Tierische Rasenmäher in den Werthmann-Werkstätten

Seit Mai haben die Werthmann-Werkstätten, Abteilung Lennestadt „tierische Unterstützung“: zwei Schafe verbringen den Sommer direkt am Ufer der Lenne und sorgen dafür, dass dort das Gras kurz bleibt.

Die Idee entstand, da das Mähen des steilen Hangs zur Lenne hinunter stets mühsam war. Da seitens der Werkstatt bereits eine gute Zusammenarbeit mit dem Hof Belke in Attendorn-Milstenau besteht, konnten die Idee schnell in die Tat umgesetzt werden. So fanden die Schafe, die inzwischen „Tom und Jerry“ getauft wurden, am Lenneufer ihr neues zu Hause 

Schnell wurden die Schafe von allen Mitarbeitern ins Herz geschlossen.

Neben ihrer Aufgabe als „Rasenmäher“ haben die Schafe für die Beschäftigten mit Behinderung eine besondere Bedeutung. Gerade für Menschen mit schweren Behinderungen ist die Begegnung mit Tieren besonders wertvoll. So werden die taktilen Reize genossen, die Wahrnehmung gefördert und besondere Entspannung erreicht.

Weitere Informationen über die Angebote der Werthmann-Werkstätten gibt es unter www.werthmann-werkstaetten.de  und in der Abteilung Lennestadt unter der Telefonnummer: 02721/600740.

Wer sich über das Angebot des Hof Belke informieren möchte, wird unter www.hof-belke.de  fündig.

Jetzt haben wir den Pokal ... :)

Beim Fußballturnier der Lenne-Werkstätten holte unsere Mannschaft den Pokal. Nach schlechtem Auftakt steigerte sich die Mannschaft enorm. Im Endspiel gegen den Gastgeber gewannen Sie mit 5:4 im Elfmeterschießen. Habt ihr toll gemacht!!!

Übergang von Menschen mit Behinderung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt in Betrieben der Region – ein Ziel, welches gelingt!

 

„Ohne Übung kein Meister“

 

Seit fast sieben Jahren bieten die Werthmann-Werkstätten, Abteilung eXtern in Kooperation mit Betrieben und Einrichtungen im Kreis Olpe Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, sich arbeitsbezogen außerhalb der Werkstätten auszuprobieren, dauerhaft auf einem Außenarbeitsplatz zu arbeiten und bei Wunsch und Möglichkeit auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu wechseln.

 

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Sozialraumorientierung in Bezug auf Arbeiten, Wohnen und Leben und die positive und offene Aufnahme in einem Betrieb oder einer Einrichtung unserer Region.

 

Die Entsorgungsfirma Remondis im Kreis Olpe beschreitet schon seit einigen Jahren den Weg der Inklusion und ermöglicht so die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt.

 

In Zusammenarbeit mit den Werthmann-Werkstätten, Abteilung eXtern, konnte im letzten Jahr ein Mensch mit Behinderung zunächst auf einem Außenarbeitsplatz seine Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobieren, stabilisieren und erweitern. Nach dieser Zeit war es möglich mit enger fachlicher Begleitung durch einen Integrationsassistenten seitens der Abteilung eXtern und in Kooperation mit dem Integrationsfachdienst für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe einen Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vollziehen.

 

Herr Sternberg ist seit dem 01.09.2005 in den Werthmann-Werkstätten beschäftigt gewesen und arbeitete erst innerhalb der Werkstätten, später im Rahmen eines Außenarbeitsplatzes in einem Fahrradbetrieb. Ab dem 01.11.2011 wechselte Herr Sternberg auf einen Außenarbeitsplatz als Entsorgungshelfer bei der Firma Sita Lennestadt, deren Niederlassung dort mittlerweile von Remondis übernommen wurde.

Seine Aufgaben umfassen die Mithilfe bei der Erfassung der haushaltsnahen Abfälle, wie

z. B. Bioabfall, Restabfall, Papier/Pappe, Sperrabfall, Altholz, Leichtstoffverpackungen („Gelber Sack“) etc. und das Bedienen der Schüttung am Sammelfahrzeug.

Herr Sternberg arbeitet körperlich belastbar und zeitlich sehr flexibel – d. h. bei sommerlichen Temperaturen liegt der Arbeitsbeginn auch schon mal morgens um 4:00 Uhr.

 

Im Kollegenkreis ist er gut angekommen, wenn es auch hin und wieder Stolpersteine auf dem Weg im Umgang miteinander gab. Durch die Unterstützung der Kollegen der Entsorgungsfirma und der Integrationsassistenten seitens der Werthmann-Werkstätten sowie der hohen Motivation von Herrn Sternberg hat er sich langsam aber sicher an die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in der Firma Remondis herangearbeitet.

Durch die Unterstützung der Firma Remondis in Bezug auf die Entwicklung und Übernahme von immer mehr Arbeitsaufgaben in selbständiger Ausführung und den offenen Umgang mit der Teilhabe eines Menschen mit Behinderung war es möglich, dass sich der Außenarbeitsplatz in einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz entwickeln konnte.

 

Seit dem 01.09.2014 ist Herr Sternberg somit sozialversicherungspflichtig bei der Firma Remondis als Müllentsorgungshelfer angestellt. „Ich habe mir immer einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gewünscht“, freut sich Herrn Sternberg über sein erreichtes Ziel.

 

Positiv unterstützt hat den Prozess des Übergangs auch der mit den Werthmann-Werkstätten kooperierende  Integrationsfachdienst für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe. Der Integrationsfachdienst war beteiligt durch umfangreiche Beratungsleistungen für Herrn Sternberg und die Firma Remondis, damit auch offenen Fragen bzgl. einer Festeinstellung gut geklärt und entsprechende Fördermittel beantragt werden konnten.

 

Abschließend zeigt das Beispiel von Herrn Sternberg wie ein beruflicher Weg von Menschen mit Behinderungen aus der Werkstatt heraus aussehen kann. „Wir wünschen uns noch mehr Beschäftigte, die sich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erproben möchten“, so Dirk Schürmann, Leiter der Abteilung eXtern der Werkstätten.

... jetzt holen wir den Pokal!

Gerade rechtzeitig zum Fußball-Turnier der Werkstätten für Menschen mit Behinderung am kommenden Samstag, den 20.06.2015, sind die neuen Trikots für die Fußballer der Werthmann Werkstatt Attendorn fertig geworden. Patrick Schulte vom Heggener Reisedienst hat sie gesponsert. Schon seit Jahren fährt der Heggener Reisedienst die Fußballer der Werkstatt zum Training und den Fußball-Turnieren. „Eigentlich ist das schon meine Mannschaft“ und mit dem Trikot bringe ich das jetzt zum Ausdruck erklärt uns Patrick Schulte. Der stellvertretende Abteilungsleiter Harald Zagrodzky, die Trainer Jarek Salamon und Raphael Huhn sowie die Fußballer freuen sich über ihr neues Outfit. Mit tollen Spielen wollen sie sich bei „ihrem Busunternehmer“ bedanken.

Die AG Psychiatrie des Caritasverbandes Olpe e.V. lädt zu einer Lesung am 24.06.2015 um 17:30Uhr in der Werthmann Werkstatt Olpe, Günsestraße 20 ein. Der Eintritt ist kostenlos.

In diesem Jahr  wurden die Werthmann-Werkstätten nicht nur nach der DIN ISO 9001:2008 zertifiziert und haben die Akkreditierung als Bildungsträger nach AZAV erhalten, sie sind nun auch im Bereich "Arbeitsschutz" nach der Norm MAAS-BGW besonders ausgezeichnet worden. 

Qu.int.as heißt die Norm umgangssprachlich und die Abkürzung steht für „Qualität integriert Arbeitsschutz“.

Unser Qualitätsmanagementsystem wurde deshalb um den großen Bereich des Arbeitsschutzes erweitert. Für uns alle ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Transparenz und Sicherheit.

Mit Herrn Selter per du....

Annette Neuhaus (sitzend) wurde nach 37 Jahren Tätigkeit in den Werthmann-Werkstätten von (v.l.) Diana Friedrichs (Begleitender Dienst), Achim Scheckel (Teamleiter), Monika Marburger (Gruppenleiterin), Peter Noswitz (Werkstattrat) und Theo Selter, Abteilu

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ruhestand ist für viele Menschen ein Zeitpunkt der Freude. Freude, endlich Zeit für die Dinge zu haben, die man schon immer gern machen wollte. Nicht so für Annette Neuhaus aus Varste. Die 66-jährige Beschäftigte der Werthmann-Werkstätten, Abteilung Olpe,  hätte eigentlich schon im letzten Jahr ihren wohlverdienten Ruhestand antreten können. Doch sie hat um ein Jahr verlängert. „Ich bin jeden Tag gern zur Arbeit gegangen. Ich mag es, unter Leuten zu sein und habe hier Freunde gefunden. Es fällt mir sehr schwer, nicht mehr arbeiten zu dürfen“, sagte Annette Neuhaus an ihrem letzten Arbeitstag.

 

37 Jahre war sie beschäftigt bei den Werthmann-Werkstätten des Caritas-Verbandes für den Kreis Olpe. Eingeschränkt durch Erkrankungen seit dem Kindesalter fand sie als junge Frau keine Ausbildungsstelle. So trug sie Zeitungen aus und verrichtete Zuhause Heimarbeit. Im Jahr 1978 machte sie ihr Onkel auf die Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Attendorn aufmerksam, wo sie noch im gleichen Jahr aufgenommen wurde. Sie durchlief die Schlosserei, Elektroabteilung und lernte in der Küche kochen. Eine lange Zeit war sie in der früheren Außengruppe in Attendorn-Petersburg in der Verteilerküche eingesetzt und hat in der täglichen Verpflegung von über 20 Menschen mitgearbeitet, häufig sogar auch gekocht. Als der Caritasverband Olpe im Jahr 1988 die neugegründete Abteilung für psychisch kranke Menschen von Petersburg nach Olpe verlegte, wechselte Annette Neuhaus auch dorthin. Als Beschäftigte ersten Stunde wurde sie in der neuen Werkstattabteilung in der Industriemontage und in der Küche eingesetzt.

 

„Annette war zu 100 Prozent eine zuverlässige Kraft und ein Energiebündel. Sie hat sich an alles herangetraut. Ihre Schwester hat gestaunt, als sie sah, wie Annette trotz ihrer zittrigen Hände mit dem Schrauber umgehen konnte“, zollten ihr Gruppenleiterin Monika Marburger und Diana Friedrichs vom Begleitenden Dienst Respekt für ihre Einsatzbereitschaft. In den 37 Jahren sei sie kaum krank gewesen. Man habe sie sogar bewegen müssen, Urlaub zu nehmen. Durch ihre freundliche und hilfsbereite Art hat Annette Neuhaus auch das Betriebsklima bereichert. „Ich habe immer ihre urige und bodenständige Art bewundert“, meinte Teamleiter Achim Scheckel. „Sie war immer sehr freundlich“, zog auch Peter Noswitz vom Werkstattrat positive Bilanz. „Alle sind traurig, dass sie geht“, brachte Monika Marburger die Beliebtheit der frischgebackenen Rentnerin auf den Punkt. „Bei der Verabschiedung ist ein junger Mitarbeiter sogar aus dem Raum gegangen, weil er weinen musste.“

 

Annette Neuhaus ist sehr dankbar für die Zuwendung, die sie in den 37 Jahren in den Werthmann-Werkstätten erfahren konnte. Sie fand einen angemessenen Platz in der Gesellschaft, indem sie einen strukturierten Arbeitsablauf und Gemeinschaft erlebte und im Arbeitsleben gefördert wurde. Sie durchlief verschiedene Arbeitstrainingsbereiche, die inzwischen als zweijährige berufliche Bildungsmaßnahmen integriert sind, und legte erfolgreich einige Prüfungen ab. Mit Vorliebe hat sie früher an den Ferienfreizeiten und Zeltlagern teilgenommen. Auch die Kreativangebote nutzte sie gern. „Ich werde meine Kolleginnen und Kollegen sicher noch oft besuchen und freue mich auch, meine Vorgesetzten wiederzusehen. Sie waren alle nett“, so die 66-Jährige, die schrittweise auf ihren Ruhestand vorbereitet wurde

 

Ein Privileg hatte Annette Neuhaus gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen, dass sie mit besonderem Stolz erfüllte. Sie war die Einzige, die ihren Chef Theo Selter, Abteilungsleiter der Werthmann-Werkstätten Olpe und Welschen Ennest, duzen durfte. „Unsere Väter waren früher befreundet“, erklärte die 66-Jährige. Da ihr der strukturierte Tagesablauf sehr gut getan hat, wird sie künftig zwei Tage in der Woche in der Tagesstätte des Sozialwerks St. Georg in Altenhundem tätig sein. Für die restlichen Tage hat sie auch schon Pläne: „Ich wohne mit meinem Bruder zusammen. Er ist Koch und kocht jeden Tag etwas Gutes. Ich werde ihm bei der Hausarbeit helfen, puzzeln und malen und in meinem Heimatort an Seniorenveranstaltungen teilnehmen.“ Über die große Laterne, die sie von ihrer Abteilung zum Abschied erhielt, hat sie sich sehr gefreut. „Wenn ich die Duftkerzen anmache, ist das für mich ein ganz besonderer Moment. Ich werde immer an die Werthmann-Werkstätten denken. Es war eine wunderschöne Zeit.“

Am 18.05.2015 startete die diesjährige Bildungswoche der Abteilung eXtern im Jugendhof Olpe.

Arbeitssicherheit mit Fahrsicherheitstraining

Arbeitssicherheit ist ein äußerst wichtiger Aspekt bei der täglichen Arbeit in den Werthmann-Werkstätten. Um die Mitarbeiter zu qualifizieren, die mit den Personal- und Materialtransporten betraut sind, wird alle drei Jahre ein Fahrsicherheitstraining durchgeführt.

Neun Beschäftigte, Gruppenleiter Frank Mayweg und der Abteilungsleiter der Werthmann-Werkstätten Olpe und Welschen Ennest, Theo Selter, lernten jetzt auf dem Gelände des Verkehrssicherheitszentrums Olpe unter Leitung von Trainer Burkhard Müller die Grenzen der Fahrphysik, ihrer Autos und ihrer eigenen Grenzen kennen. Beim Slalomparcours stellten sie fest, wie wichtig die Lenk- und Blicktechnik ist. Dabei galt es, das Fahrzeug ruhig zu halten und mit dem richtigen Gefühl in die Kurven zu gehen. Bei verschiedenen Bremsmethoden auf griffigem Asphalt und glatten Fahrbahnen wurden sie an die richtigen Fahrtechniken herangeführt, um kritische Situationen besser bewältigen zu können. Denn ein Fahrzeug kann beim Bremsen vor plötzlich auftretenden Hindernissen jederzeit ausbrechen oder bei Fahrbahnglätte ins Schleudern geraten. Dann ist es wichtig, Gegenmaßnahmen beim Über- und Untersteuern des Fahrzeuges zu beherrschen und einzuleiten.

Für die Teilnehmer war das Fahrsicherheitstraining spannend und lehrreich. „Für mich war das Rückwärtsfahren nach Spiegel sehr interessant“, so ein Beschäftigter. Ein anderer war erstaunt, wie wichtig die richtige Sitzposition beim Fahren ist und dass das Reaktionsvermögen durch Stress und Ablenkung beeinflusst wird. Das Erlernen der verschiedenen Bremstechniken war für alle sehr wichtig. „Wenn ich bei 50 Stundenkilometern plötzlich eine Vollbremsung machen muss, beträgt der Bremsweg neun Meter. Auf glatten Flächen ist er noch viel länger. Deshalb sollte man besonders in Ortschaften und besonders in Tempo 30-Zonen, wo jederzeit ein Kind auf die Straße laufen könnte, sehr vorausschauend fahren, um gleich in der Schrecksekunde richtig zu reagieren“, meinte Michael Laukant.

Das Fahren über die Gleitfläche, die winterliche Fahrverhältnisse darstellt, war für alle beeindruckend und herausfordernd zugleich. Dabei galt es, bei Tempo von 50 und 60 km/h die simulierte Gefahrensituation durch die aus dem Boden schießenden Wasserfontänen  durch gezieltes Bremsen, Lenken und optimale Blickführung zu bewältigen.

„Riskantes Fahren ist nicht berechenbar. Je geringer die Geschwindigkeit, desto kürzer ist der Bremsweg“, sagte Trainer Müller den Teilnehmern zum Abschluss. Deshalb solle man stets verantwortungsvoll, den Verkehrsverhältnissen angepasst und vorausschauend fahren. Denn nur bei defensivem Fahren könne man den Spannungsbogen rechtzeitig erkennen und Reserven einsetzen. Theo Selter brachte das Ergebnis auf den Punkt: „Unsere Beschäftigten wurden an ihre eigenen Grenzen herangeführt und konnten dadurch ihr Fahrkönnen verbessern. Sie haben nun mehr Sicherheit hinter dem Steuer und wissen, wie sie in bestimmten Situationen reagieren müssen.“ „Dieses Fahrtraining unterstützt die individuellen Vermittlungschancen eines Bewerbers auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, weil damit Kenntnisse einer guten und sicheren Fahrpraxis nachgewiesen werden können“, so Selter weiter.

 

Zu den obigen Veranstaltungen laden die Werkstätten Angehörige und Interessierte  ganz herzlich ein. Melden Sie sich schriftlich oder per E-Mail info.ww@caritas-olpe.de an.

Jetzt ist es leiser.....

Gruppenleiter Theo Pagonakis (links) und Beschäftigte Sandra Harnischmacher erklären Andreas Mönig die neue Lärmampel.

 

Der Lärmpegel in der Gruppe von Theo Pagonakis war laut. Für viele Beschäftigte zu laut. Dies brachte ihn zu der Idee, einen "Lärmkiller" zu entwickeln. Gemeinsam mit den Beschäftigten konkretisierte sich die Idee. Ein Projekt war geboren. Dies war Bestandteil für die Ausbildung zur „Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung“. Die Beschäftigen finden die neue Lärmampel richtig gut. „So können wir zum Feierabend sehen, wie hoch der Lautstärke war. Dann überlegen wir gemeinsam, wie wir noch leiser werden können. Durch die Ampel geht es uns allen besser“, so Sandra Harnischmacher.

 

Übrigens: Die Prüfung hat Theo Pagonakis mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch!

Matthias Heller, Manuela Hitzler und Johannes Uebbing (von links) bei der Arbeit in den Werkstätten

 

 

 

Zuverlässigkeit, Flexibilität, Termintreue und Qualität sind garantiert

  

Mit viel Freude, Engagement und Herzblut sind Manuela Hitzler, Matthias Heller und Johannes Uebbing bei der Arbeit.

Das Trio, das zu einem engagierten Team von 15 Mitarbeitern gehört, kennt sich mit Kartonagen und Verpackungen bestens aus. Den ganzen Tag werden in einer Gruppe der Werthmann-Werkstätten in Meggen kleine und große Kartons, sowie sogenannte Koffer gefaltet. Von dem flachen Stück Pappe bis zur Fertigstellung sind es sieben Arbeitsschritte. Manch einer der Mitarbeiter führt nur einen, oder zwei der Arbeitsschritte aus, einige tun sich mit den feinmotorischen Arbeiten etwas schwerer. Aber, das ist kein Problem. "Wir haben ein tolles Betriebsklima hier und unterstützen unsere Kollegen gerne", strahlt Manuela Hitzler, die ebenso wie die zwei weiteren Mitarbeiter alle Arbeitsschritte beherrscht. Genau das spiegelt auch die Devise der Werthmann-Werkstätten: "Arbeit möglich machen", wieder. Susanne Rüenauver, Abteilungsleiterin erklärt die Maxime: "Die Beschäftigten haben trotz ihrer Handicaps viele Fähigkeiten. Das Spektrum reicht von einfachen bis komplexen Arbeitsschritten. Für jede Arbeit gibt es einen bebilderten Arbeitsplan. Die Arbeit soll Spaß machen, fördern und fordern. Wir legen wert darauf, dass in der laufenden Produktion alle Mitarbeiter kontinuierlich beschäftigt sind. Wir achten darauf, dass jeder Mensch individuell, nach seinen Fähigkeiten und Kenntnissen gefordert wird." Die Produktionsfelder der Werthmann- Werkstätten in der Abteilung Lennestadt sind primär auf Montage, Kommissionierungen und Verpackungen ausgerichtet. „Diese Tätigkeiten qualifizieren die Menschen mit Behinderungen für Arbeiten außerhalb der Werkstätten“, ergänzt Susanne Rüenauver.

In den Werkstätten werden Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben gefördert und ihnen somit ein angemessener Platz in der Gesellschaft gesichert. Speziell ausgebildete Fachkräfte begleiten heute mehr als 580 Menschen mit geistigen, körperlichen, psychischen oder mehrfachen Behinderungen und Erkrankungen in Attendorn, Lennestadt, Olpe und Welschen Ennest, 120 davon sind es in Meggen. Für Industrie und Handel verstehen sich die Werthmann-Werkstätten als ein moderner und kompetenter Partner. Qualität, Termintreue, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Leistung sind selbstverständlich. Eben ein perfekter Dienstleister für die heimische Industrie mit der caritativen Ausrichtung. Doch genauso wichtig, wie die Prinzipien und Ziele, die sich die Werthmann-Werkstätten gesetzt haben, sind verlässliche Geschäftspartner. Einer davon ist die Firma Baussmann Collated Fasteners GmbH in Finnentrop. Bei ihrem Ziel den Handel mit qualitativen, anwendungsgerechten Produkten zu marktgerechten Preisen und Lieferzeiten zu bedienen, setzt das vor über 30 Jahren gegründete Unternehmen im Bereich der Verpackungen auf die zuverlässige und akkurate Arbeit der Werthmann-Werkstätten und zählt zu den Kunden, die mithelfen Arbeit möglich zu machen. Ein zuverlässiger Geschäftspartner, auf dessen Aufträge die Werthmann-Werkstätten seit dem Jahr 2008 zählen können. Ein weiteres wichtiges, expandierendes Geschäftsfeld ist "ExAkt". Hier werden Akten nach DIN 66399 und unter Berücksichtigung des Bundesdatenschutzgesetzes geschreddert. Es steht ein separater Raum zur Verfügung, zu dem auch nur geschulte Mitarbeiter Zutritt haben. Die Schweigepflicht hat dabei oberste Priorität, und nach Erledigung der Arbeit wird den Auftraggebern eine Vernichtungsbescheinigung ausgestellt. „ExAkt“ ist das erste Angebot seiner Art im Kreis Olpe und wird bereits von einigen Firmen genutzt. Interessant ist das neue Geschäftsfeld sicherlich auch für Kleinunternehmer, Privatleute und Vereine. Nach einem individuellen Beratungsgespräch wird den Kunden ein verschlossener Behälter für die zu vernichtenden Akten zur Verfügung gestellt. Gefüllt wird der Datenschutz-Behälter beim Kunden wieder abgeholt und erst in den Räumlichkeiten der Werthmann-Werkstätten geöffnet. In diesem Bereich sind ebenfalls noch Kapazitäten frei.

Die Verantwortlichen der Werkstätten diskutierten intensiv mit den Bundestagsabgeordneten über das Bundesteilhabegesetz
Zusammen auf dem Parlamentarischen Abend in Berlin. von links: Andreas Mönig, Petra Crone und Dr. Matthias Heider

Das Bundesteilhabegesetz kommt – und hat Auswirkungen auf die Arbeit der Werkstätten  für Menschen mit Behinderung. Verantwortliche der Werthmann-Werkstätten diskutierten jetzt in der Attendorner Abteilung mit den MdBs Petra Crone (SPD) und Dr. Matthias Heider (CDU) über die aktuellen Entwicklungen und Auswirkungen dieses Gesetzes. 

Eine von Bundesministerin Andrea Nahles einberufene Arbeitsgruppe hat seit Juli vergangenen Jahres bereits mehrere Male getagt. Bis Ende Mai  finden noch weitere Treffen statt. Die Entwicklung zu dem neuen Bundesteilehabegesetz erfolgt unter möglichst breiter Beteiligung nach dem Motto „Nichts über uns – ohne uns“. Jede und jeder kann sich immer aktuell über den Sachstand unter www.gemeinsam-einfach-machen.de informieren. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind Vertreter der Behindertenverbände, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung, die Träger der freien Wohlfahrtspflege, die Fachkonferenz der Fachverbände für Menschen mit Behinderung, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung und ihre Werkstatträte, die Bundesländer, die Kommunalen Spitzenverbände, die überörtlichen Sozialhilfeträger, die Sozialversicherungsträger und die Sozialpartner. Mit dem Bundesteilhabegesetz möchte die Bundesregierung die Eingliederungshilfe reformieren und die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung weiter verbessern. Das Gesetz wird voraussichtlich noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet.

„Die gute Zusammenarbeit mit den Werthmann-Werkstätten erleichtert die Diskussionen in Berlin“, so Dr. Matthias Heider. Bundesweite Diskussionen erfolgten gegenüber den Werkstätten teilweise kritisch. „Dies können wir nicht bestätigen“, so Petra Crone. „Die Werthmann-Werkstätten haben sich schon frühzeitig auf den Weg gemacht, um Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln!“ 

Der bundesweite Fachverband „Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP)“ hat eine Neupositionierung der Werkstätten für behinderte Menschen erarbeitet. Sie hebt die besondere Unterstützung hervor, die Werkstätten den Menschen mit Behinderungen bieten: So werden Arbeitsprozesse individuell an den einzelnen Menschen und seine Behinderung angepasst, die Werkstätten gewährleisten verlässliche Begleitung durch qualifiziertes Personal und ermöglichen den Menschen mit Behinderung soziale Beziehungen aufzubauen. „Werkstätten sind nicht nur Arbeitsort, sondern Orte des lebenslangen Lernens und Impulsgeber für die Gesellschaft“, so Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten.

Im Rahmen der Fachtagung des CBPs in Berlin nahmen Petra Crone und Dr. Matthias Heider persönlich an dem  Parlamentarischen Abend teil. Hier standen die Entwicklungen des Bundesteilhabegesetzes im Vordergrund. „Wir bleiben im Gespräch“; resümierten die drei am Ende des Abends.

Der fast blinde Meinolf Kniep ist glücklich und froh, dass er in der Werthmann-Werkstatt Welschen Ennest eine neue Aufgabe und somit Struktur für sein Leben gefunden hat.


 

 

„Danke, es geht voran!“ Noch vor eineinhalb Jahren war eine solche Aussage für Meinolf Kniep völlige Utopie. Seinerzeit war der 50-Jährige aus Altenhundem aufgrund seiner degenerativen Netzhauterkrankung bereits 13 Jahre erwerbsunfähig und geriet durch die fehlende Struktur der Arbeit in eine Depression. Seit Dezember 2013 ist er in der Werthmann-Werkstatt in Welschen Ennest beschäftigt. Seitdem hat sich sein Leben grundlegend verändert. Meinolf Kniep steht morgens gerne auf und findet in seiner Arbeit die Erfüllung, die sein Leben wieder lebenswert macht. 

Bereits im Kindesalter merkte Meinolf Kniep, dass mit seiner Sehkraft etwas nicht stimmte. Er war nachtblind. Als er 16 Jahre alt war, wurde die Erbkrankheit „Retinitis Pigmentosa“ diagnostiziert, die nach und nach die Photorezeptoren zerstört. Bei der ärztlichen Untersuchung vor seiner Ausbildung zum Schmelzschweißer wurde festgestellt, dass er zusätzlich farbenblind ist. Nachdem er zwei Jahre in seinem erlernten Beruf tätig war, wechselte er in ein anderes Unternehmen, wo er 16 Jahre lang an CNC-Drehautomaten arbeitete. Weil seine Sehkraft immer mehr nachließ, wurde er im Jahr 2000 berufsunfähig geschrieben. Damals brach für ihn eine Welt zusammen. Zunächst versuchte er, seinen Alltag mit Sport zu gestalten. „Ich bin viel Tandem gefahren, habe sogar meine Ziele überschritten. Doch nach und nach habe ich die Leute verloren, die mit mir was gemacht haben, und ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Ich habe keinen Grund mehr gesehen, morgens aufzustehen. Es gab keine Struktur mehr in meinem Alltag.“ 

Vor zwei Jahren beschloss Meinolf Kniep, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Er merkte, dass er zunehmend depressiver wurde und suchte die Psychosoziale Beratungsstelle der Stadt Lennestadt auf. „Herr Kattenborn ist dann mit mir zur Werthmann-Werkstatt in Welschen Ennest gefahren, wo ich sechs Tage zur Probe in der Montage arbeiten durfte“, so der Altenhundemer. Zunächst war die Tatsache, dass es sich um eine Werkstatt für psychisch Kranke handelt, für ihn eine Hemmschwelle. Doch er erkannte schnell, dass dies ein Vorurteil war und dass die Arbeit für ihn eine große Chance ist. Der Probearbeit schloss sich ein Aufnahmeverfahren an, für das eine chronifizierte psychische Erkrankung Voraussetzung ist. Es fiel positiv für Meinolf Kniep aus. 

Bereits am 2. Dezember 2013 startete über den Rentenversicherungsträger seine zweijährige Berufsbildungsmaßnahme. Meinolf Kniep, der inzwischen nur noch Umrisse wahrnehmen kann, wurde in der Montage eingesetzt. Mittlerweile bedient er die Telefonzentrale und empfängt Besucher. Dadurch hat er Kontakt zu vielen Menschen, was dem kommunikativen Mann große Freude bereitet. „Ich habe wieder eine Struktur und einen Grund, morgens aufzustehen. Ich habe mit Leuten zu tun und durch die Sachen, die ich trotz meiner Sehbinderung wie andere Menschen schaffe, Selbstbestätigung erfahren.“ Im Laufe seiner Beschäftigung hat er auch Freundschaften geknüpft. „Die Chemie stimmt und ich habe gemerkt, dass meine Toleranzgrenze gestiegen ist. Man darf nie vergessen, dass man mit Menschen zu tun hat.“ 

Glücklich ist er darüber, dass er auf keinen Fahrdienst angewiesen ist. Mobilität ist für ihn sehr wichtig. Von montags bis freitags fährt er mit dem Zug von Altenhundem nach Welschen Ennest. Schnell hatte er mit seinem Langstock die kurzen Wege erkundet. Auch in der Werkstatt kommt er prima zurecht. Nachdem er das erste Jahr seiner Berufsbildungsmaßnahme erfolgreich gemeistert hat, steht nun ein neuer Abschnitt an. Im zweiten Jahr werden verschiedene Möglichkeiten der Beschäftigung im Rahmen von Orientierungspraktika getestet, um dadurch eine Übernahme in einen passenden Arbeitsbereich nach Beendigung der Beruflichen Bildungsmaßnahme zu ermöglichen. Meinolf Kniep möchte gern in der Telefonzentrale bleiben. Für seinen Wunsch hat sich sein Bildungsbegleiter Christian Stracke eingesetzt. Der Arbeitsplatz soll ausgebaut und mit dem Lager verbunden werden. Dann kann er neben dem Telefon- und Empfangsdient leichte Montagearbeiten verrichten und auf einer speziellen Tastatur Lieferscheine schreiben und ausdrucken. Über diese Möglichkeit hat sich der 50-Jährige sehr gefreut. Für ihn steht jetzt schon fest, dass er so lange es geht in der Werthmann-Werkstatt Welschen Ennest arbeiten will. An der Glasscheibe seines Büros hängt bereits ein Schild mit dem Blindenzeichen und folgender Aufforderung „Sehr geehrter Besucher, bitte sprechen Sie unseren Mitarbeiter direkt an, da er sehbehindert ist.“ 

„Die berufliche Rehabilitation in unseren Werkstätten verfolgt das Ziel, die Beschäftigten wieder fit für den externen Arbeitsmarkt zu machen“, stellte der Leiter der Abteilung Olpe und Welschen Ennest, Theo Selter, die Ziele der Maßnahmen heraus. „Das schaffen jedoch nicht alle und es ist die Chance und Stärke der Werthmann-Werkstätten, dass sie dann auch bei uns einen anspruchsvollen Arbeitsplatz finden können.“ Derzeit sind in Welschen Ennest 63 Männer und Frauen und in Olpe 71 beschäftigt.

 

Andre Lichterkus (Mitte) ist gut aufgehoben bei Blumen Dirr. Christian Dirr (l), Manfred Dirr und Ehefrau Christa (re) haben ihn in ihre Mitte genommen. Unterstützung bietet auch Kerstin Cremer (l) von den Werthmann-Werkstätten, Abteilung eXtern.

Inklusion kann so einfach sein

 

Manchmal sind die Möglichkeiten direkt vor der Haustür, im eigenen kleinen Familienbetrieb. Blumen Dirr, ein Garten- und Landschaftsbetrieb in Heggen zeigt, es ist eine „Win-Win“ Situation für beide Seiten: Nachahmern erwünscht!

„Die Arbeit muss getan werden und ich mache es gern“. Wer Andre Lichterkus im Einsatz erlebt, der glaubt ihm das sofort. Seit zwei Jahren ist der 24-jährige Attendorn bei Blumen Dirr in Heggen beschäftigt. Dieses ist ein Außenarbeitsplatz  der Werthmann-Werkstätten, Abteilung eXtern. „Ich wollte eigentlich erst Tierpfleger werden“, erzählt er von seinem beruflichen Werdegang, „daher bin ich in ein Berufsbildungswerk nach Stendal gegangen um dort ein Berufsvorbereitungsjahr zu machen.“ Doch das erwies sich nicht als die richtige Beschäftigung für den Attendorner. „Danach habe ich versucht, eine  Ausbildung zum Zierpflanzengärtner in Neuwied zu machen. Doch auch das passte nicht.“ So kam er zurück nach Attendorn und arbeitete in den Werthmann-Werkstätten beim Garten- und Landschaftsbau. Hier zeigte sich, das Gute liegt manchmal so nah. „Wir haben Andre kennen gelernt, als er für den GALA-Bau Pflanzen und Zubehör geholt hat“, beschreibt Christian Dirr die ersten Kontakte. Blumen Dirr ist ein Familienbetrieb mit acht Mitarbeiten, der alles macht, was grün ist. „Zu dem Zeitpunkt suchten wir jemand, der dafür sorgt, dass unsere Fachkräfte von einfachen Routinearbeiten entlastet werden und für andere Arbeiten frei sind.“ Andre zeigte sich begeistert. „Hier gibt es nicht nur Pflanzen, sondern auch viele Tiere, angefangen von den Hühnern bis hin zu den Mäusen, die versorgt werden müssen. So arbeite ich mit Tieren und Pflanzen.“ Das war vor zwei Jahren und Andre Lichterkus kann sich heute über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einem Vollzeitjob in seinem Traumberuf freuen. „Ich bin dadurch viel selbstständiger geworden und habe seit einem Jahr auch meine eigenen Wohnung“, erklärt er voller Stolz. Jeden Morgen kommt er nun mit dem Zug zur Arbeit und das immer mit guter Laune. „Seine fröhliche Art tut auch dem Arbeitsklima hier gut“, weiß Manfred Dirr, der auch sein Pate im Betrieb ist. Er ist für ihn erster Ansprechpartner, wenn es Fragen oder Probleme gibt. Ansprechpartner bei den Werthmann-Werkstätten für beide Seiten, Unternehmen und Mensch mit Behinderung, ist Kerstin Cremer. Denn bei externen Arbeitsplätzen arbeiten die  Menschen mit Behinderungen zwar im Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarkts, sie bleiben aber weiterhin Beschäftigte der Werkstatt. Die fachliche Begleitung übernimmt diese weiterhin. Die Kooperation zwischen Arbeitgeber und Werkstatt wird vertraglich geregelt. Finanziell sind Außenarbeitsplätze für den Arbeitgeber kein Risiko. Der Arbeitgeber zahlt der Werkstatt für die erbrachte Dienstleistung des Beschäftigten ein vertraglich vereinbartes Entgelt. Durch die Einbindung der Mitarbeiter mit Behinderung in die Arbeits- und Produktionsabläufe von Firmen des allgemeinen Arbeitsmarktes wird ein wichtiger Zwischenschritt zur Inklusion in der Arbeitswelt vollzogen. Die Chance eines Überganges auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wird verbessert. Außenarbeitsplätze sind sowohl unbefristet als auch befristet möglich. „Wir wünschen uns mehr Firmen wie Blumen Dirr, die durch Nischenarbeitsplätze Inklusion ermöglichen. In einem Familienbetrieb eingebettet ist das ein idealer Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung“, weiß Kerstin Cremer.

Neueste Infos:

Sie möchen Arbeit live erleben? - Das geht ganz einfach: Kommen Sie am 12.07.2018 zu unserem Praxistag in die Werthmann-Werkstätten nach Welschen Ennest oder nach Olpe. In der Zeit von 08:00 - 14:00Uhr öffnen wir die Türen, um Ihnen einen Einblick in die tägliche Arbeit der Werkstätten zu gewähren.

Die erste Inklusionsmesse fand am Samstag, den 23.06.2018, von 10:00 - 14:00 Uhr in der Schützenhalle Dünschede statt. Nähere Infos hier. 

Focus, das Netzwerk für Leben und Wohnen, und die Werthmann-Werkstätten führen eine gemeinsame Befragung für den Fachbereich Behindertenhilfe im Kreis Olpe durch. Nähere Infos hier


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