Pressearchiv 2017

03. Dezember: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen

Michael Damm, Melanie Kusniesz, Berthold Hesse und Dennis Kühr sind durch unschöne Ereignisse in ihrem Leben psychisch krank und wurden arbeitsunfähig. Sie sind dankbar, dass sie in der Werthmann-Werkstatt in ihrem Arbeitsleben gefördert werden.

 

 

Mit dem am 3. Dezember von den Vereinten Nationen (UNO) ausgerufenen Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung sollen die Würde, die persönlichen Rechte und das persönliche Wohlergehen betroffener Menschen in den Fokus gerückt werden. Für die rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werthmann-Werkstätten im Kreis Olpe ein besonderer Tag. Sie sind geistig, körperlich, psychisch oder mehrfach behindert und erkrankt und werden durch gezielte Maßnahmen in den vier Werkstätten im Arbeitsleben gefördert.

 

Verschiedene unschöne Ereignisse lösten bei Berthold Hesse, Melanie Kusniesz, Michael Damm, Dennis Kühr und Saskia Zimmer (letzterer Name von der Redaktion geändert) Depressionen aus und führten zur Arbeitsunfähigkeit. In der Nebenstelle Welschen Ennest der Abteilung Olpe für psychisch erkrankte Menschen, erhielten sie neue Perspektiven. Sie sind sehr dankbar für die Chance, durch die Beschäftigung wichtige Alltagsstrukturen und Integration in die Gesellschaft erfahren zu dürfen.

 

„Als meine Mutter schwerkrank wurde, habe ich meine Arbeit aus Hausmeister aufgegeben und sie jahrelang gepflegt. Nach ihrem Tod brach alles über mir zusammen und ich fiel in ein tiefes Loch. Ich hatte niemanden mehr und bekam starke Depressionen“, so Berthold Hesse. Seit drei Jahren ist der 60-Jährige in der Abteilung Montage und Verpackung eingesetzt. „Das ist für mich ein Glückfall. Ich kann nicht den ganzen Tag Zuhause sein. Hier gefällt es mir sehr gut. Ich kann arbeiten und mich unterhalten. Die Kollegen sind alle gute Kumpels.“ Vor den Wochenenden graut es ihm. „Dann bin ich Zuhause allein mit meinen beiden Kanarienvögeln und fühle mich sehr einsam.“ Momentan macht ihm auch die dunkle Jahreszeit zu schaffen, womit viele Menschen mit Depressionen Probleme haben. Hesse: „Ich bin jeden Montag froh, wieder zur Arbeit gehen zu können.“

 

Starke Drogenexzesse lösten bei Melanie Kusniesz bereits in ihrer Jugend Depressionen aus, die durch erfolglose Therapien verstärkt wurden. Durch ihre Erkrankung war sie nicht mehr fähig, ihrer Arbeit als Montagearbeiterin nachzugehen. Erst eine Langzeittherapie brachte vor einigen Jahren Erfolg. Die 47-Jährige, die in einer Wohngruppe in Altenhundem lebt, ist seit 2009 Mitarbeiterin der Montagegruppe und sehr froh über die Chance: „Hier kann ich arbeiten, bekomme ein Mittagessen, bin unter Leuten und kann etwas tun für meine Rente.“

 

Michael Damm war früher Gerüstbauer und Dachdecker. Durch eine Psychose wurde er arbeitsunfähig und ist seit drei Jahren Mitglied der Montagegruppe. „Hier habe ich eine Tagesstruktur und kann mir zu meiner Erwerbsunfähigkeitsrente etwas dazu verdienen. Das Umfeld ist in Ordnung“, berichtet der 44-Jährige. Achim Scheckel, Teamleiter der Werthmann-Werkstätten in Welschen Ennest, lobt vor allem Michael Damms Eignung zu wechselseitiger Arbeit und seine Fähigkeit, Erfahrungen an andere Beschäftigte weiterzugeben. „Das stärkt mein Selbstbewusstsein“, so der Mitarbeiter.

 

Bereits im 18. Jahr ist Dennis Kühr Mitglied der Montagegruppe in der Werkstatt Welschen Ennest. Er bekam durch seine Epilepsie bereits in jungen Jahren einen schweren Schlaganfall, war halbseitig gelähmt und saß einige Zeit im Rollstuhl. In der Werkstatt hat er trotz seines Handicaps- sein linker Arm ist nach wie vor gelähmt und er ist stark in der Mobilität eingeschränkt - erstaunliche Fortschritte in seiner Entwicklung gemacht. „Ich gehe sehr gerne jeden Tag hierhin. Hier habe ich Freunde gefunden und werde sehr gefördert und gefordert durch die Gruppenleiter der Werkstätten. Inzwischen verrichte ich zusätzlich Zuführarbeiten am Lager“, sagt der 36-Jährige, der auch in einer Wohngruppe in Altenhundem lebt. Er wünscht sich, dass es mit seiner Entwicklung weiter bergauf geht, so dass er irgendwann in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden kann, was zu den Zielen der Werkstätten gehört. Dieses Vorhaben unterstützt Achim Scheckel gerne: „Die Belastbarkeit von Dennis Kühr ist größer geworden und sein Verantwortungsbewusstsein und seine Leistungsfähigkeit sind gewachsen. Es ist eine sehr positive Entwicklung.“

 

Saskia Zimmer war nach ihrer Ausbildung sechs Jahre in der Endkontrolle eines Industrieunternehmens tätig. „Dort wurde ich total ausgenutzt, bis mir mein Körper sagte, es geht nicht mehr.“ Mit schweren Depressionen kam sie ins Krankenhaus und absolvierte mehrere Rehabiltationsmaßnahmen. Bei einem Praktikum im Krankenhaus zeigte sich, dass sie für den allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr geeignet ist. „Ich bin sehr schnell erschöpft und quäle mich dann durch den Tag“, berichtet die 36-Jährige, deren Ärztin ihr dann zu einer Tätigkeit in den Werthmann-Werkstätten riet. „Das war für mich zunächst ein Schock. Ich habe mich gefragt, was ich da soll. Ich habe das verbunden mit kranken Leuten, die nichts anderes machen, als Teile zusammenzustecken“, gibt sie ehrlich zu. Doch sie wurde eines Besseren gelehrt. „Es gibt hier verschiedene Berufsbildungsmaßnahmen und da ich gute Computerkenntnisse habe, wurde ich in dem Arbeitsbereich der digitalen Archivierung eingesetzt. Das ist bedingt durch die Anforderungen an eine hohe Konzentration ein anspruchsvolles Arbeitsfeld. Deshalb wechseln wir uns in den Arbeitsschritten ab. Das Gute ist, dass ich mich hier jederzeit zurückziehen und ausruhen kann, wenn ich merke, dass die Belastung zu groß wird. Das ist ein großer Unterschied zum allgemeinen Arbeitsmarkt und darüber bin ich sehr dankbar.“

Der Pastorale Raum Lennestadt war mit Beschäftigten der Abteilung Lennestadt gemeinsam bei Einkehrtagen. Der Bericht ist aus dem SWA vom 25.11.2017

Hier ein schöner Artikel von lokalplus über die Arbeit in der Werthmann-Werkstatt in Lennestadt, der am Samstag online gegangen ist (Ba).

Über 40 Beschäftigte feierten jetzt den erfolgreichen Abschluss der beruflichen Bildung nach 2 Jahren und 3 Monaten in der Schützenhalle in Dünschede.

Wir gratulieren allen Beschäftigten zum erfolgreichen Abschluss und neuen Start in die unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Werthmann-Werkstätten!

 

Vielleicht muss man sich in Berlin keine weiteren Gedanken zur Bildung der neuen Regierung machen: Menschen mit Behinderungen haben Einspruch gegen die Bundestagwahl eingelegt.

STIMMWERK trat anläßlich des 200-jährigen Bestehens des Kreises Olpe im Sommer diesen Jahres mit Mitarbeitern des Kreisverwaltung auf. Dieser Inklusionschor hat jetzt den Caritas-Innovationspreis in Bronze erhalten. Herzlichen Glückwunsch!

Der Leiter der Arbeitsagentur Siegen, Frank Schmidt (2. von links), machte jetzt seinen Antrittsbesuch in der Abteilung Attendorn der Werthmann-Werkstätten. Begleitet wurde er von Marianne Kreuder, Beraterin für Schwerbehinderte.

Herr Klein (Kriminalhauptkommissar) mit Teilnehmern des Workshops

 

Michael Klein zu Gast in den Werthmann-Werkstätten

Präventionsbeauftragter gibt Tipps zur Gewaltvermeidung

 

Meggen. Gewalt hat viele Facetten. Es sind nicht nur Faustschläge, sondern auch Mobbing und psychische Belastungen, verursacht durch Dritte. Ehe man sich versieht und ohne es eigentlich zu wollen, kann man schon mitten in der Spirale aus Anfeindungen und Gewalt sein. Um Einblicke zu geben, welche Formen Gewalt haben und Eskalationen vorzubeugen, ist Michael Klein, Präventionsbeauftragter der Kreispolizeibehörde, stetig im Einsatz. Im Kursprogramm der Werthmann-Werkstätten der Abteilung Lennestadt ist der Besuch von Michael Klein ein fester Termin. Seit vielen Jahren findet unter dem Motto: „Gemeinsam gegen Gewalt“ jährlich ein Kurs für die Beschäftigten statt. So auch kürzlich wieder. Zu Beginn gingen die Teilnehmer den Fragen: „Was ist Gewalt? Wie kann ich Gewalt verhindern?“, auf den Grund. „Wir haben gelernt, dass auch Mobbing in sozialen Netzwerken und am Handy Gewalt sein kann“, blickt Georg Eberts, erster Vorsitzender des Werkstattrats zurück. Einen weiteren Schwerpunkt legte der Präventionsbeauftragte auf praktische Übungen und verdeutlichte damit, was Körpersprache auslösen kann, wenn sie beim Gegenüber provokativ rüber kommt. Die Übungen zielen auch auf die Distanzwahrung ab. Und was kann ich tun wenn ich mich bereits mitten in einer Situation befinde, die zu eskalieren droht? „Am Besten ist weggehen oder Hilfe holen“, reflektiert Thomas Roll, zweiter Vorsitzender des Werkstattrates seine gewonnenen Erkenntnisse und hebt hervor: „Wichtig ist es Helfende gezielt und direkt anzusprechen, beispielsweise den Gruppenleiter oder Teamkollegen. Sollte sich etwas außerhalb der Werkstatt ereignen, reicht es schon mal einen Anruf bei der Polizei zu demonstrieren. Ansonsten besser raushalten und nicht zurück Pöbeln.“ Am Kurs nahmen 15 Beschäftigte teil. „Der Kurs ist sehr beliebt, weil jedes Jahr etwas Neues auf dem Programm steht. Für uns ist es ein Vorteil, dass Michael Klein die Kurse auch für Menschen mit Handycaps anbietet. Es ist ein wertvolles Angebot“, so Christina Papadopoulos Mitarbeiterin im Begleitenden Dienst der Werkstätten.

Es ist toll, dass sich zur Wahl der Frauen-beauftragten am 08.11.17 11 Frauen zur Wahl stellen.

Die Vertreter von EIL und die Vertreter der Werkstätten hatten einen intensiven Austausch

Ehrenamtliche Tätigkeit ist für viele Menschen eine sinnvolle Aufgabe. Dabei sind viele Dinge im Arbeits- und Zusammenleben nur möglich, weil Menschen in ihrer Freizeit für andere da sein möchten. Das gilt gleichermaßen im sozialen Bereich wie auch im kulturellen Sektor.

 

Die Vertreter der EIL (Ehrenamt in Lennestadt – Kontaktstelle für bürgerschaftliches Engagement) folgten der Einladung der Werthmann-Werkstätten, Abteilung Lennestadt, um die Räumlichkeiten und das Arbeitsgebiet für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung kennen zu lernen und in einen gegenseitigen persönlichen Austausch über die verschiedenen Einsatzgebiete ehrenamtlicher Arbeit zu gehen.

Um einen Überblick über die verschiedenen Abteilungen und deren Arbeitsgruppen zu bekommen, stellte Andreas Mönig (Leiter der Werthmann-Werkstätten) die Werkstatt mit einem kleinen Informationsfilm den Besuchern vor. Dies wurde als Anlass für einen regen Austausch untereinander genommen.

Die Aufgaben und Einsatzbereiche für ehrenamtliche Mitarbeiter sind vielfältig. Unter anderem kann das Unterstützung bei Festen und Feiern sein oder regelmäßiges Engagement bei der wöchentlichen Begleitung eines Sport- oder Kunstangebotes. Dabei steht die Förderung der Menschen mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung im Mittelpunkt.

 

Auch die Kontaktstelle EIL bietet ehrenamtlich engagierten Mitbürgern eine Plattform, sich in den verschiedensten Einrichtungen, Organisationen und Projekten persönlich einzubringen und Zeit zu schenken, dabei  vermittelt sie Bürgerinnen und Bürger die unterstützend tätig werden möchten, nach deren Fähigkeiten und Erfahrungen.

 

Sollten Sie Interesse haben sich ehrenamtlich zu engagieren und noch weitere Informationen benötigen, dann können Sie sich vertrauensvoll an die EIL –Ehrenamt in Lennestadt, Telefon. 02723/608456, E-Mail: eil@lennestadt.de oder an die Werthmann-Werkstätten, Abteilung Lennestadt, Telefon 02721/600742625 (Ansprechpartner Maja Gerlach), E-Mail mgerlach@caritas-olpe.de wenden.

Bürgermeister aus Drolshagen in den Werkstätten

 

„Über die industrielle Leistungsfähigkeit in den Werkstätten bin ich angetan.“, resümierte Bürgermeister Ulrich Berghof aus Drolshagen nach seinem Besuch in der Abteilung Attendorn der Werthmann-Werkstätten. Aktuell erfahren 56 Menschen mit Behinderungen aus der Stadt Drolshagen dort Teilhabe am Arbeitsleben. Seit vielen Jahren ist die Stadt Drolshagen Auftraggeber der Werkstätten. Der Garten- und Landschaftsbau betreut einige öffentliche Grundstücke der Stadt. „Diese Zusammenarbeit hat sich sehr bewährt. Derzeit überlegen wir, ob wir diese ausbauen können.“, so der Bürgermeister. Auch einige Firmen aus der Stadt sind Kunden der Werkstätten. „Ich finde es toll, wie sich die Menschen hier durch die Teilhabe am Arbeitsleben entwickeln können.“, so der Bürgermeister abschließend.

Am Sonntag, 24. September 2017,  ist „Tag der Gehörlosen“. Weltweit machen  gehörlose Menschen  an diesem  Tag auf ihre Situation aufmerksam, werben für die Gebärdensprache, für Untertitel im Fernsehen und mehr Gebärdensprachen-Dolmetscher.

Auch in den Werthmann Werkstätten, Abteilung Attendorn, arbeiten vier gehörlose Beschäftigte. Eine von ihnen ist bzw. war Simone Schüller. Gerade ist sie an den Niederrhein gezogen. Am Montag war sie allerdings zu Besuch in ihrer alten Heimat.

Nach einer Erkrankung im Säuglingsalter hat Simone Schüller ihr Gehör verloren. Trotzdem fand sie zunächst eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt. Nach der Familienphase und der Kindererziehung gelang der Wiedereinstieg hier nicht mehr. Mit Unterstützung der Beratungsstelle für Hörgeschädigte kam sie schließlich zu den Werthmann Werkstätten als Teilnehmerin der beruflichen Bildung. Während dieser Zeit stellte sich schnell heraus, Simone Schüller hat besondere Fähigkeiten im einfühlsamen und verständnisvollen Umgang mit ihren Arbeitskollegen. „Sie hat sich dann im Rahmen der beruflichen Bildung zu einer Betreuungshelferin qualifiziert“, erklärt Wolfram Spitzer vom Begleitenden Dienst. „Für sie waren die Werthmann Werkstätten eine echte Chance dieses Talent zu fördern und somit ein Sprungbrett in Richtung 1.Arbeitsmarkt.“

Die starke Frau setzte nicht nur bei den Beschäftigten in den Arbeitsgruppen etwas in Bewegung, sondern auch bei den Angestellten der Werthmann Werkstätten.  Rund 15 Männer und Frauen wurden Teilnehmer eines Gebärdenkurses. Hier lernten sie nicht nur das Fingeralphabet, sondern auch, wie man sich am besten verständigt. Nun wird bei einem Gespräch mit vollem Körpereinsatz gearbeitet. Hände, Arme, Oberkörper, Kopf und Gesicht werden eingesetzt. Am stärksten werden die Hände eingesetzt, aber mit dem Gesichtsausdruck, der Mimik, werden zusätzlich Gefühle vermittelt. Gruppenleiter Thorsten Dornseifer entwickelte dabei ein besonderes Talent. Er ist auch an der Seite von Simone Schüller, wenn sie ihre ehemaligen Kollegen besucht. Darunter sind auch Anne Weber,  Mehmet Gjema und Maria Kühner, die ebenfalls gehörlos sind. Mit Wolfram Spitzer hingegen haben es die Gehörlosen schwer. „Ich trage einen Bart und das macht es schwierig, die Worte von den Lippen abzulesen.“

Wenn es bei der Kommunikation harkt, helfen Handy, Stift und Papier. „Fachausdrücke sind schwierig“, weiß auch Simone Schüller. „Da ist es besser die Dinge schwarz auf weiß zu haben“. Darüber hinaus ist es notwendig bei wichtigen Terminen einen vereidigten Gebärdensprachen-Dolmetscher hinzu zu ziehen.

Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider und Dr. Peter Liese, CDU Mitglied des europäischen Parlaments, nahmen eine Woche vor den Bundestagswahlen die Einladung an, vor Ort bei der Abteilung Attendorn der Werthmann Werkstätten, einen Einblick in den beruflichen Alltag der Beschäftigten zu bekommen. Bei einem Rundgang durch die Werkstatt, in der 322 Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz haben, konnten die Politiker hautnah erleben, dass Werkstatt nicht nur ein „notwendiges Übel“ darstellt, sondern „wenn Menschen den Weg in die Werkstatt gefunden haben, ist es häufig eine neue Chance für sie und der Beginn eines positiven neuen Arbeitslebens“, weiß Andreas Mönig, Leiter der Werthmann Werkstätten mit den Standorten Attendorn, Olpe, Meggen und Welschen-Ennest aus jahrelanger Erfahrung.

Er gab den Politikern stellvertretend für die Beschäftigten auch den Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe für Menschen mit Behinderung mit auf den Weg nach Berlin. Dazu gehöre auch die Forderung nach einem Wahlrecht für Menschen mit Behinderung. „Sie alle hier sind ein Teil der Gesellschaft und wollen auch so gesehen und respektiert werden.“

Den Vertretern der Politik wurde bei ihrem Rundgang auch die Vielfalt der Werkstatt und ihre Möglichkeiten vorgestellt. Von der berufliche Bildung „b.punkt“, dem Förderbereich und verschiedene Montagegruppen ist das Spektrum der Optionen breit gefächert und den Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung angepasst. Ein Blick in die Schreinerei zeigte den Gästen, wie komplex die Arbeit hier ist. So erfordert die Fertigung der gefragten Schlauchbrücken für  Feuerwehr und THW  präzises arbeiten.  Immer wieder zeigten die Beschäftigten, was sie leisten und wie erfolgreich sie in ihrem Arbeitsbereich sind. Ein Wunsch der Beschäftigten ist es daher auch, von dem Verdienst ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt sichern zu können.

Derzeit bekommen alle Beschäftigten einen Grundlohn, egal in welchem Bereich sie arbeiten, sowie eine finanzielle Absicherung im Alter. Der Lohn kommt aus den Erträgen der Produktion. Bei einer guten Produktion sind Sonderzahlungen möglich. Doch diese Zahlungen werden sofort auf die Grundsicherung angerechnet. „Hier lohnt es sich nicht, produktiver zu sein“, brachte es Dirk Schürmann, Leiter der Abteilung auf den Punkt. „Dabei wäre das ein guter Ansporn.“

„Ob externer Arbeitsplatz oder Beschäftigung im Förderbereich, wir haben hier eine unterschiedliche Wertschöpfung, aber alle nehmen am Arbeitsleben teil und werden entlohnt. Das ist ein gelebtes inklusives Modell“, so Andreas Mönig. Von den Volksvertretern wünscht er sich „dass hier die Politik weiter denkt und die Menschen letztlich von ihrer Arbeit leben können.“

Besuch der SPD-Bundestagskandidatin

Die SPD-Bundestagskandidatin Nezahat Baradari machte im Rahmen ihres Wahlkampfes Station in den Werthmann-Werkstätten. Sie besuchte die Abteilung Attendorn. Begleitet wurde sie dabei von MdB Petra Crone und Attendorns SPD Ortsvorsitzenden Wolfgang Langenohl.

Die Politiker konnten die berufliche Bildung „b.punkt“, den Förderbereich und verschiedene Montagegruppen besichtigen. „Die Bandbreite in den Werkstätten ist groß: vom Förderbereich bis zur betriebsintegrierten Arbeitsgruppe! Alles ist Werkstatt!“, so Andreas Mönig, Leiter der Caritas-Einrichtung.

Bei diesem Rundgang ergaben sich immer wieder Gespräche mit den Menschen mit Behinderungen (Beschäftigte)  an deren Arbeitsplätzen und so bekamen die drei Volksvertreter Eindrücke von der Arbeit in der Werkstatt aus erster Hand. „Oftmals ist man erstaunt, wie produktiv die Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen sind“, so Nezahat  Baradari, „Sie zeigten deutlich, wie viel Spaß ihnen ihre Arbeit macht und sie sind stolz auf das, was sie hier schaffen.“

Insgesamt sind an allen vier Standorten der Werthmann-Werkstätten in Welschen Ennest, Attendorn, Meggen und Olpe rund 600 Menschen mit geistiger, körperlicher, mehrfacher und/oder psychischer Behinderung beschäftigt.

In der Werkstatt in Attendorn wurde eindrucksvoll deutlich, dass durch Arbeiten in den Werkstätten die Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterentwickelt werden.  „Wir begleiten die Menschen, wir fördern sie nach ihren Möglichkeiten und gehen mit ihnen behutsam den nächsten Schritt. Dadurch ist unsere Arbeit mit den Beschäftigten auch so erfolgreich und nachhaltig“, so Andreas Mönig. Von Gesellschaft und Politik fordert er Rückhalt. „Alle Menschen erledigen ihre Aufgaben hier nach ihren besten Möglichkeiten. Daher ist der politische und gesellschaftliche Rückhalt notwendig. Werkstätten sind kein notwendiges Übel. Werkstatt ist Chance“, machte  Andreas Mönig deutlich. „Die Beschäftigten, die hier arbeiten sind ein Teil der Gesellschaft und wollen auch so wahrgenommen werden.“

Sollte die SPD-Bundestagskandidatin Nezahat Baradari den Kreis Olpe zukünftig im Bundestag vertreten, so wünscht sich Andreas Mönig den gleichen „direkten Draht nach Berlin“, wie dies mit MdB Petra Crone in der Vergangenheit möglich war.

Berufliche Bildung im b.punkt

Seit Anfang des Jahres gibt es den neuen Bereich b.punkt der Abteilung extern. Die Abteilung gehört zu den der Werthmann-Werkstätten in Trägerschaft des Caritasverbandes Olpe. Hier werden Menschen mit geistiger, körperlicher, mehrfacher und oder psychischer Behinderung auf den beruflichen Alltag in der Werkstatt oder auf externen Arbeitsplätzen vorbereitet. Was zuvor in den Abteilungen in Olpe, Attendorn und Welschen Ennest dezentral angeboten wurde, ist im neuen Gebäude am Askay mit b.punkt an einem Standort gebündelt.

„Unser Ziel ist es, Arbeit möglich zu machen. Wir möchten den Teilnehmern eine berufliche Bildung nach ihren Fähigkeiten, Möglichkeiten und Interessen anbieten, um so die Schwelle in den Arbeitsmarkt zu überwinden und eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, erklärt Nina Fecker, Teamleitung b.punkt. „So wird bei b.punkt Bildung, Begleitung und Beruf verbunden.“

In zwei Jahren und drei Monaten wird neben sozialen Kompetenzen auch Fachwissen vermittelt. Dabei steht der Mensch mit seinen Fähigkeiten im Mittelpunkt. So werden in den ersten drei Monaten im sogenannten Eingangsverfahren die Fähigkeiten und Interessen durch praktische Arbeit und anerkannte Testverfahren ermittelt.

In dieser Zeit wird überprüft, ob die Werkstätten die geeignete Einrichtung für den Mensch mit seiner Behinderung sind. So wird ein Eingliederungsplan erstellt und regelmäßig überprüft, der Aussagen über die erforderlichen Fördermaßnahmen und die beruflichen Perspektiven enthält „Das ist die Grundlage für die anschließende individuelle Qualifizierung in einem Bildungsrahmenplan“, so Nina Fecker.

Zeigt sich eine Affinität zu Holz, ist ein Arbeitsplatz in der Schreinerei ein guter Arbeitsplatz. Liegen die Interessen im Gartenbau, ist ein Arbeitsplatz in der GALA sicher der richtige. Will und kann der Teilnehmer außerhalb der Werkstätten arbeiten, wird alles versucht, um dies zu ermöglichen. Um genau zu erfahren, wo der Teilnehmer motiviert und ausdauernd arbeiten möchte und gibt es in der zweijährigen beruflichen Bildung Praktika und Schulungen in allen Arbeitsbereichen der Werkstätten. Hier wird der Umgang mit den verschiedenen Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen vermittelt.

Immer an seiner Seite: Sein persönlicher Bildungsbegleiter. Er steht dem Beschäftigten sowohl im Unterricht wie auch in der Arbeitswelt zur Seite. „Wir passen die Lerneinheiten den Fähigkeiten der Teilnehmer an und stimmen die Inhalte kontinuierlich auf den Einzelnen ab“, erklärt Nina Fecker.

Theoretische Unterweisungen im Blockunterricht in den Schulungs-und Werkräumen in b.punkt statt.

Ab dem 1. September werden fast 20 Personen mit der neuen beruflichen Bildung beginnen. Zurzeit nutzen rund 70 Beschäftigte dieses Angebot um sich praktisch und theoretisch für das Arbeitsleben in den Werkstätten oder für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

 

Arbeit im Betriebsurlaub

 

In den Werkstätten haben die Abteilungen in Lennestadt, Attendorn und Olpe jeweils versetzt 2 Wochen Betriebsurlaub. In jeder Abteilung - wie hier in Attendorn - wird aber während dieser Zeit mit einem kleinen Kreis von freiwilligen Beschäftigten gearbeitet. Warum?

- Trotz des Betriebsurlaubs halten wir die Produktion so aufrecht. Wir stehen - wenn auch nicht wie im gewohnten Umfang - der Industrie zur Verfügung. Die anderen Abteilungen können aushelfen.

- Gleichzeitig können die meisten Beschäftigten und Mitarbeiter geregelt ihren Urlaub nehmen. Einzelne Interessen und Ausnahmen können berücksichtigt werden. Durch diese Regelung gelingt es uns, den hohen Qualitätsstandard in der Betreuung von Menschen mit schweren Behinderungen aufrecht zuhalten.

Lebenslanges Lernen

In den Werthmann-Werkstätten lernen die Menschen mit Behinderungen lebenslang. Sei es im alltäglichen Arbeitsprozess oder in gesonderten Projekten. In dem Projekt „Lernen“ zeigen die Menschen mit Behinderungen großes Interesse und bringen sich immer wieder mit neuen Ideen in den Unterricht ein. Es wird gelesen, geschrieben und gerechnet. Dabei wird immer wieder darauf geachtet, dass es Inhalte sind, die die Beschäftigten im alltäglichen Leben wiederfinden und anwenden können. Unter anderem wird mit Geldbeträgen gerechnet, Kreuzworträtsel gelöst, aktuelle Geschehnisse aus der Welt besprochen und Zeitungsartikel gelesen sowie Landeskunde besprochen.

Aufgrund der hohen Nachfrage wurden vier Gruppen gebildet. Neben diesen Gruppen mit jeweils 8 Teilnehmern findet auch Einzelunterricht statt. Betreut werden die Gruppen von Steffi Böhmer. Sie studiert seit 2012 an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Gymnasiallehramt. Während dieser Zeit hat sie bereits viele praktische und wertvolle Erfahrungen als Vertretungslehrerin sammeln können. „Das Planen der Unterrichtsstunden und die Durchführung bereiten mir sehr viel Freude. Die besondere Herausforderung besteht darin, für alle den Unterricht ansprechend zu gestalten, da es sehr unterschiedliche Lerngruppen sind. Ich bin sehr glücklich über die Möglichkeit, dieses Projekt zu leiten“, resümiert Steffi Böhmer. „Mit diesem Unterricht unterstützen wir Beschäftigte dabei, in Beruf und Alltag gut zurecht zu kommen. Somit leisten wir auch hier einen wichtigen Beitrag zur Inklusion“ erklärt Werkstattleiter Andreas Mönig die Bedeutung. 

Bereit für die Zukunft

 

Die Zukunft der Hilfen für Menschen mit Behinderungen wird überall kontrovers diskutiert. Zu diesen Auseinandersetzungen ist es wichtig, die eigene Position zu klären, die Entwicklung zu planen und die Strategie zu erarbeiten. Hierzu hat der Fachbereich der Behindertenhilfe des Caritasverbandes Olpe in einem Strategie-Workshop die gemeinsame Richtung festgestellt. In diesem Fachbereich arbeiten das Netzwerk focus und die Werthmann-Werkstätten eng zusammen. Auf dem Foto von links: Christoph Becker, Vorstand, Johannes Koch Leiter focus, Silvio Barthel Verwaltungsleiter Werkstätten, Andreas Mönig, Leiter Werkstätten und Irina Stelter, Verwaltungsleiterin focus.

 

„Ich bin froh, dass wir eine solche Einrichtung in Olpe haben“, resümierte Bürgermeister Peter Weber aus Olpe seinen Besuch der Werthmann-Werkstätten in der Günsestrasse. Aktuell erfahren 149 Menschen mit Behinderungen aus der Stadt Olpe Teilhabe am Arbeitsleben in den Werkstätten. Zusätzliche sind viele Firmen aus dem Stadtgebiet sind Kunden der Werkstätten. Im gemeinsamen Austausch wurden mehrere Bereiche möglicher zukünftigen Zusammenarbeit identifiziert. „Über die Vielfalt von Arbeitsmöglichkeiten innerhalber und außerhalb der Werkstätten, bin ich positiv überrascht!“, so der Bürgermeister abschließend.

Die karierte Tasche

Über 70 Besucher waren von der Kriminalkomödie "Die karierte Tasche" begeistert. Die Darsteller Diana Stelzmann, Sebastian Martinetz, Stefan Schreiber, Lisa Schröder, Inge Christmann, Miriam Nolte und Petra Müller machten den Speisesaal der WWO zu einer Theaterbühne. Die Crew wurde von Ulrike Wesely begleitet.

Alle die nicht da waren, haben etwas verpasst!

Es gibt aber noch eine Chance: Am Sonntag, den 02.07.2017 wird ab 18:00 Uhr das Stück nochmals im Kulturgut Schrabben Hof, Silberger Str. 32 in Kirchhundem-Silberg aufgeführt.

Es lohnt sich!

Zum 200.Geburtstag des Kreises Olpe trat der Projektchor mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des  Kreises und STIMMWERK auf. Weitere Fotos hier. 

 

Zufriedene Gesichter bei der Feier zum Zehnjährigen

 

Das familiäre Gefühl, die gute Stimmung und die stets ansprechbaren Mitarbeiter, geben der Abteilung Lennestadt der Werthmann-Werkstätten etwas Besonderes. Das wurde im Rahmen der Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen deutlich. Der Eingangsbereich der Einrichtung war voll besetzt. Beschäftigte und Mitarbeiter blickten ebenso erfreut auf die vergangenen zehn Jahre zurück, wie die Unternehmer, Angehörige und Partner der Abteilung. Unter den Gästen war auch Bürgermeister Stefan Hundt. Die Abteilung Lennestadt ist die kleinste der vier Abteilungen der Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe und hat gerade deshalb ihren besonderen Charme. Im April 2007 wurde die Werkstatt mit einem großen Fest eingeweiht. Seinerzeit waren es 83 Beschäftigte und 16 Mitarbeiter. Heute sind es 114 Beschäftigte und 23 Mitarbeiter. "Es ist too, was ind en 10 Jahren hier entstanden ist. Die Abteilung ist klein und würdevoll. Die Integration der Abteilung mit der Stadt und ihren Bürgern, mit der katholischen und evangelischen Kirche und der Industrie sind ein Erfolgsfaktor!", resümierte Andreas Mönig, Leiter der Werthmann.

Präses Luetkevedder, der den Gottesdienst zelebrierte, sagte, dass es ein guter Zeitpunkt sei, Danke zu sagen und drum zu bitten, dass auch die nächsten zehn Jahre so werden. Die Erfolgsgeschichte sei geprägt von viel Arbeit und neuen Bekanntschaften und Freundschaften. "Die Werkstatt ist auf Fels gebaut, nicht auf Sand. Auf Fels bauen heißt auf Gott bauen. Sie alle sind auch Felsen, deshalb bin ich mir sicher, dass es erfolgreich weiter geht", so Präses Lütkevedder.

Es war eine kurzweilige Feier, geprägt von zufriedenen Gesichtern. Für gute Unterhaltung sorgte die Trommelgruppe "Jambo" unter Leitung von Karl-Heinz Wortmann, die ein musikalische Aushängeschild der Abteilung Lennestadt ist, das Video des Songs "Ich bin ich", das Mitarbeiter und Beschäftigte im vergangenen Jahr aufnahmen und auf Leinwand gezeigten Statements der Beschäftigten. In einer kurzen Gesprächsrunde resümierten Marco Schultze, Mitglied des Werkstattrates, Susanne Rüenauver als Abteilungsleiterin und Andreas Mönig die vielen Sternstunden, tollen Momente, aber auch die schwierigen Zeiten, in denen Mitarbeiter verstarben oder keine Arbeit vorhanden war. Auch für Susanne Rüenauver gab es viele Sternstunden. Dazu zählen die Eröffnung des Anbaus im Jahr 2013, die Betriebsfeste und die würdevolle Begleitung Menschen mit schweren Behinderungen. "Danke an mein tolles Mitarbeiterteam", strahlte Susanne Rüenauver. Bevor sich alle zusammen beim Mittagessen stärkten, stiegen viele bunte Luftballons gen Himmel auf.

Werthmann-Werkstätten in Lennestadt-Meggen

Werkstatt erleben

Werthmann-Werkstätten Abteilung Lennestadt öffnen ihre Türen

 

Am 19.05.2017 feiern die Abteilung Lennestadt der Werthmann-Werkstätten ihr 10-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass öffnet die Einrichtung in der Sachtlebenstraße in der Zeit von 13:00 bis 15:00 Uhr ihre Pforten und gewährt einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche. „Eingeladen und herzlich willkommen sind alle Interessierten, die Lust haben, uns neu oder mal wieder kennenzulernen“, so Susanne Rüenauver, Leiterin der Werthmann-Werkstätten der Abteilung Lennestadt. Seit 2007 werden am Standort in Meggen Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben gefördert und ihnen somit ein angemessener Platz in der Gesellschaft gesichert. Bei geführten Rundgängen durch die Abteilung am Tag der offenen können sich alle Teilnehmer vom Ziel der Werkstätten „Arbeit möglich machen“ überzeugen. Mitarbeiter der Werkstätten stellen ihre Arbeit vor und die Besucher können erleben, mit welcher Freude sie ihre Tätigkeiten ausführen.

„Wir alle freuen uns auf Ihren Besuch“, lädt Susanne Rüenauver ein.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums wurde extra ein Video gedreht:

Die Theatergruppe der Werthmann Werkstätten unter theaterpädagogischer Leitung von Ulrike Wesely ( v.l.) freut sich auf den Auftritt „die karierte Tasche“.

Theater gegen Depression“

 

„Lachen hilft“- nach diesem Motto wird die Theatergruppe der Werthmann-Werkstätten, Abteilung Olpe, das selbstgeschriebene humorvolle Kriminalstück Stück in ihren Räumlichkeiten in der Günsestr. 20 in Olpe, ab 23.06.2017 um 19:00 Uhr zeigen.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der „MUT- Tour“ des Bündnisses gegen Depression statt.

Karten gibt es im Vorverkauf ab Mitte Mai am Empfang der Abteilung (Günsestrasse 20 in Olpe)  für 2 € pro Person zu kaufen.

Wer diesen Termin verpassen sollte, kann die zweite Chance der Aufführung am 02.07.2017 ab 18:00 Uhr auf dem Kulturgut Schrabbenhof in Kirchhundem-Silberg nutzen. Karten hierfür gibt es für 8€, erm. 5€, bei Bücher Hamm in Altenhunden, Bücher buy eva in Hilchenbach oder unter info@mut-sauerland.de.

STIMMWERK ist Teil des Projektchores!

 

Zum 200-jährigen Bestehen des Kreises Olpe trat der Porjektchor zum "Tag der offenen Tür" der Kreisverwaltung auf. Dieser Chor besteht aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreises Olpe und STIMMWERK. Bilder vom Auftritt sind hier zu sehen.

Gerhard Lausen (2. von rechts), Teamleiter bei der Agentur für Arbeit Siegen, tagte mit seinem Team in der Abteilung Attendorn. Im Abschluss schaute sich das Team die Räumlichkeiten an. 

Christoph Mues ist als Industriehelfer auf dem Außenarbeitsplatz bei der Firma Baussmann in Finnentrop “Außen und doch mittendrin“.

„Ein Außenarbeitsplatz – dies könnte eine gute Alternative für meinen Sohn sein,“ so die Rückmeldung einer besorgten Mutter. 

Angehörige und Interessierte stellen sich oft die Frage, wie ein solcher Außenarbeitsplatz aussieht, welche Bedingungen zu erfüllen sind und wie die Anbindung in dem Betrieb erfolgt.

Die Verantwortlichen der Werthmann-Werkstätten erfahren im Alltag, dass Menschen mit Behinderungen dadurch „Außen und doch mittendrin“ sind und der Außenarbeitsplatz ein behutsamen Übergang zum ersten Arbeitsmarkt sein kann.

Genau dies ist das Motto des Informationsabend am 17.05.2017 ab 19:00 Uhr im Backes der Bäckerei Sangermann, Oberveischeder Str. 11 in Olpe-Oberveischede statt.

In gemütlicher und unverbindlicher Atmosphäre informieren Beschäftigte, Unternehmer und Fachkräfte über diese Möglichkeit und beantworten Fragen von Interessierten und Angehörigen.

Der Eintritt ist kostenfrei. Um Anmeldung bis 2 Tage vor der Veranstaltung wird unter  02722 921-2017 oder uboehmer@caritas-olpe.de gebeten.

 

Lennestädter Unternehmertag

 

Die Firmen sind somit Garanten dafür, dass das Motto der Werkstätten: "Arbeit möglich machen" umgesetzt werden kann. Mit welcher Hingabe und hohen Identifikation zu den Auftraggebern die Menschen mit Behinderungen ihre Aufgaben erledigen, davon überzeugten sich kürzlich Geschäftsführer und Firmeninhaber bei einem Rundgang durch die Abteilung Lennestadt.

Vor dem Gang durch die Räumlichkeiten erläuterte Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten die Vorteile für Unternehmer und Dienstleister: "Unternehmen mit über 20 Arbeitsplätzen sind verpflichtet, fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Menschen mit einer Behinderung zu besetzen. Wird diese Quote nicht erfüllt, fordert der Staat eine Ausgleichsabgabe. Die Ausgleichsabgabe können Sie ganz oder teilweise sparen, wenn Sie Aufträge an die Werthmann Werkstätten erteilen. Sie können dann bis zu 50 Prozent des Lohnanteils im Rechnungsbetrag auf die zu zahlende Ausgleichsabgabe anrechnen. ZusammenArbeit, die sich lohnt."

In den Werthmann-Werkstätten arbeiten kreisweit etwa 600 Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Behinderungen, davon 115 in Meggen. Beschäftigter Marco Schultze und Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver klärten die Anwesenden über den Werkstattrat auf, der einem Betriebsrat in einem Unternehmen gleich kommt. Die Stärken der Abteilung liegen laut der Verantwortlichen in der Montage, Verpackung und Kommissionierung. Mit der Aktenvernichtung "ExAkt" hat die Lennestädter den Nerv der Industrie getroffen. Jährlich werden hier mehrere Tonnen ausgediente Akten, nach dem Bundesdatenschutzgesetz geschreddert.

Eine weiter Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Industrie sind die Angebote der Abteilung eXtern. Ziel ist es hier, dass Beschäftigte außerhalb der Werkstätten tätig sind. Langfristiges Ziel dabei ist die Übernahme in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Ein gutes Beispiel dafür ist die Attendorner Firma Beulco, wo acht Menschen mit Behinderungen und ein Gruppenleiter im Arbeitsalltag integriert sind. "Es hat was ganz normales", beschreibt Susanne Rüenauver die externen Arbeitsplätze. Auf langjährige, gute Zusammenarbeit blickt auch Klaus Hüsch, Firma Hensel zurück: "Wir wissen, dass wir Menschen mit Behinderungen eine Chance geben und können Spitzenzeiten in unserem Unternehmen im Vorfeld abdecken. Sowohl bei Aufträgen, wie auch bei externen Arbeitsplätzen haben die Umsetzung der Kundenwünsche und der Qualitätsmerkmale oberste Priorität. "Zwei Beschäftigte pro Jahr schaffen es auf einen sozialversicherungspflichtigen Job. Das ist als fallen Weihnachten und Ostern auf einen Tag", freut sich Andreas Mönig. Winfried Baussmann, dessen Finnentroper Unternehmen externe Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, fügte hinzu, dass das Unternehmen gerne bereit sei eine Chance zu geben und dahinter stehe, aber Integration nicht erzwinge. Sollte ein Mitarbeiter den Sprung auf den freien Arbeitsmarkt nicht schaffen, steht ihm der behutsame Weg zurück in die Werkstatt offen. Beim gemeinsamen Mittagessen wurden die positiven, neuen Erkenntnisse resümiert.

b.punkt bringt es auf den Punkt!

 

Feierlich eingeweiht wurde der Erweiterungsbau der Werthmann Werkstätten, Abteilung Attendorn, im Industriegebiet Askay. Fast 8000 Quadratmeter umfasst die Werkstatt in Attendorn. Aktuell sind dort 380 Menschen mit Behinderung beschäftigt. Mit den Abteilungen in Olpe, Welschen Ennest und Lennestadt sind insgesamt über 600 Beschäftigte in den Werkstätten tätig. Erweitert wurde in der rund 850 Quadratmeter umfassenden Baumaßnahme zum einen der Förderbereich und zum anderen wurde mit „b.punkt“ ein zentraler Berufsbildungsbereich geschaffen

Zu Beginn erläuterte Andreas Mönig, Leiter der Werkstätten, dass berufliche Bildung und die differenzierten Arbeitsangebote – von der einfachen Montage bis zu komplexen Arbeitsanforderungen innerhalb und außerhalb der Werkstatt - unverzichtbare Bestandteile einer Werkstatt sind. „Nur durch diese beiden Bereiche können wir das Optimale für die berufliche Teilhabe der Menschen mit Behinderungen erreichen“, so Mönig.

Lothar Epe, Vorsitzender des Caritasrates, stellte beide Bereiche und ihre Aufgaben vor. So werden im Förderbereich Menschen mit schwersten Behinderungen bei einfachen Montagearbeiten unterstützt, sowie deren Betreuung und Pflege gewährleistet. „Wir machen hier nicht nur Arbeit möglich, sondern schaffen auch für Menschen mit Behinderungen in unserer Region ein Angebot, das in Verbindung mit Betreuungs- und Wohnangeboten den Verbleib in der Region ermöglicht“, so Epe.

„b.punkt bringt es auf den Punkt. Wir verbinden Bildung, Begleitung und Beruf damit“; so Epe weiter. Es geht um die berufliche Bildung der Beschäftigten und Neueinsteiger. In diesem Berufsbildungsbereich lernen Menschen mit geistiger Behinderung und psychisch Erkrankte unterschiedliche Arbeitsfelder kennen, absolvieren verschiedene Ausbildungseinheiten und qualifizieren sich praktisch und theoretisch für das Arbeitsleben in den Werkstätten oder für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Der beruflichen Bildung ist das Eingangsverfahren vorgeschaltet. In diesen drei Monaten wird überprüft, ob die Werthmann-Werkstätten die geeignete Einrichtung für den Mensch mit Behinderung ist. Es wird ein Eingliederungsplan erstellt, der Aussagen über die erforderlichen Fördermaßnahmen und die beruflichen Perspektiven enthält.

In der beruflichen Bildung werden berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten wie der Umgang mit verschiedenen Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen vermittelt. Die Teilnehmer lernen die unterschiedlichen Arbeitsfelder innerhalb der Werkstätten und außerhalb auf den betriebsintegrierten Arbeitsplätzen kennen. Sie werden regelmäßig zu ihren Berufswünschen befragt und an den Entscheidungen über ihren individuellen Qualifizierungsweg beteiligt.

Bernd Banschkus als Vertreter des Kreises Olpe betonte die Wichtigkeit der Arbeit für Menschen mit Behinderung. „Arbeit ist fundamental für die Selbstverwirklichung der meisten Menschen in der Gesellschaft, auch für Menschen mit Behinderung. Gerade wenn wir Inklusion ernst nehmen, haben wir die Aufgabe auch angemessene Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.“

Auch Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil schloss sich den Aussagen seines Vorredners an: „Etwas zu lernen, eine Arbeit zu haben und dafür entlohnt zu werden heißt für Menschen mit Behinderung, im normalen Alltag integriert zu sein und teilzuhaben an dem, was für alle anderen von vornherein selbstverständlich ist. Die Werkstatt in Attendorn leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und so ist die Erweiterung nach dem Umzug in 2015 nur eine logische Konsequenz.“

Abschließend bedankte sich Dirk Schürmann, Abteilungsleiter in Attendorn, für das Engagement der Baufirmen und aller, die an der Realisierung des Erweiterungsbaus beteiligt waren. 

Anschließend konnten die neuen Räumlichkeiten in geführten Rundgängen besichtigt werden.

Markus Hanses (stehend l.) und Achim Scheckel (stehend r.) beobachten mit Freude die Weiterentwicklung der Mitarbeiter/innen in der Abteilung „Digital Plus“.

Der Bereich „Digitalisierung“ nimmt im Arbeitsangebot der Werthmann-Werkstätten einen immer höheren Stellenwert ein. Am 1. Juli 2014 ging der von Markus Hanses betreute Bereich in Welschen Ennest mit einem Beschäftigten an den Start, um zunächst das Aktenarchiv der Werkstätten zu digitalisieren und archivieren. Nach der schnellen personellen Aufstockung in diesem Bereich verarbeiten inzwischen fünf Männer und eine Frau die Archive heimischer Industrieunternehmen und Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen elektronisch. Das erspart den Firmen viel Arbeit, Zeit und Geld. Das oft stundenlange Wühlen in Akten ist vorbei, wenn man etwas sucht. Nach Abschluss der Digitalisierung reicht ein Befehl am PC, um Einsicht in die Daten zu erhalten.

Nach Beendigung dieser Arbeiten besteht für die Kunden die Möglichkeit, das gescannte Aktenmaterial anschließend in der Aktenvernichtung der Abteilung Lennestadt Schreddern zu lassen.

 

Da die Nachfrage steigend ist, wird z. Zt. die Abteilung „Digital Plus“ um weitere sechs Arbeitsplätze erweitert. Diese sind ergonomisch ausgestattet und auch für Rollstuhlfahrer/innen geeignet. Die momentane Scan-Hardware lässt bei optimalem Durchlauf derzeit bis zu 10.000 Seiten pro Tag zu, nach der Erweiterung sind bis zu 30.000 Seiten möglich. „Die Arbeit ist eine gute Chance für psychisch erkrankte  Menschen aus kaufmännischen Berufen, aber auch für Studenten und Studienabbrecher und für alle, die Spaß an der PC-Arbeit haben. Sie ist anspruchsvoll und durch den Wechsel bei den verschiedenen Arbeitsprozessen vielseitig“, erklärte Theo Selter, Abteilungsleiter der Werkstatt Olpe, zu der die Nebenstelle Welschen Ennest gehört.

 

Die Tätigkeiten unterliegen einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Sehr wichtig ist es Gruppenleiter Markus Hanses und Achim Scheckel, Teamleiter der Nebenstelle Welschen Ennest, den hohen Stand der Qualitätssicherung zu halten und zu sichern. Wegen der ständig neuen Aspekte, die sich während der Arbeit eröffnen, schätzen  sie besonders die Möglichkeit der Weiterentwicklung für die Beschäftigten. „Die archivierten Daten speichern wir aufgrund des hohen Datenvolumens und zur Entlastung der jeweiligen EDV-Systeme unter dem Sicherheitsaspekt des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einer Cloud. Die externe Ablage ermöglicht dem Kunden über einen Sicherheitsschlüssel ein jederzeitiges Einsehen und eine grenzenlose Speicherung. Auf Kundenwunsch archivieren wir die Daten aber auch auf Festplatte, CD oder USB-Stick.“

 

Aus den gewonnenen Erkenntnissen aller Prozessbeteiligten wurde ein Formular entwickelt, mit dem alle wichtigen Daten beim Erstkontakt mit dem Kunden abgefragt werden. „Für unsere Beschäftigten besteht die Möglichkeit, an Kundenbesuchen teilzunehmen, damit sie Einblicke in die Betriebe erhalten. Das stärkt nicht nur ihr Selbstwertgefühl für die anstehende wichtige Aufgabe, es dient durch Reflexion vor und nach dem Termin gleichfalls zur Selbsteinschätzung, ob sie einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft, auf die wir sie vorbereiten, bereits gewachsen sind oder nicht“, erklärt Markus Hanses.

 

Neben der Digitalisierung und Archivierung werden in der Abteilung auch kaufmännische Prozesse trainiert. Für die Beschäftigten eine gute Chance, sich in den gängigen Office-Programmen zu qualifizieren. So können logistische Abläufe erlernt, Arbeitspläne für die Arbeitsvorbereitung und Lieferscheine erstellt und am Warenwirtschaftssystem gearbeitet werden. Mit Freude konnte Markus Hanses feststellen, dass die Weiterentwicklung der Arbeitsfelder auch die Kompetenzen der Beschäftigten erweitert. Sie wachsen mit ihren Aufgaben. Überfordert wird jedoch niemand, jeder kann sich im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen. „Es sind nicht primär hochkomplexe, sondern rehabilitative Arbeitsplätze, auf denen wir die Leute fit für den allgemeinen Arbeitsmarkt machen wollen“, so Theo Selter.

 

Die fünf Männer und ihre Kollegin gehen jeden Tag gern zur Arbeit in die Werkstatt. „Ich schätze die Herausforderung und den Anspruch. Jeder Tag für sich ist ein kleines Erfolgserlebnis“, so ein Mitarbeiter. Ein anderer schätzt das genaue und konzentrierte Arbeiten unter dem Vier-Augen-Prinzip und den Wechsel in den Arbeitsschritten vom Sichten der Dokumente bis zur Digitalisierung und Kontrolle. Ein dritter bringt die Bedeutung des Teamworks auf den Punkt: „Hier stützt der Stärkere den Schwächeren, das funktioniert sehr gut. Es kann sich einer auf den anderen verlassen.“

"Eine tolle Werkstatt“, resümierte Bürgermeister Bernd Clemens aus Wenden nach seinem Besuch in der Abteilung Attendorn der Werthmann-Werkstätten. Aktuell erfahren 57 Menschen mit Behinderungen aus der Gemeinde Wenden Teilhabe am Arbeitsleben in den Werkstätten. Seit vielen Jahren ist die Gemeinde Wenden Kunde der Werkstätten. Der Garten- und Landschaftsbau betreut einige öffentliche Grundstücke der Gemeinde. „Diese Zusammenarbeit hat sich sehr bewährt. Derzeit überlegen wir, wie wir diese ausbauen können“, so der Bürgermeister. Auch viele Firmen aus der Gemeinde Wenden sind Kunden der Werkstätten. „Über die Vielfalt von Arbeitsmöglichkeiten innerhalber und außerhalb der Werkstätten, bin ich positiv überrascht!“, so der Bürgermeister abschließend.

Geschafft! Die Werkstätten sind nach der ISO 9001:2015, der MAAS-BGW und der AZAV weiterhin zertifiziert. Die Auditoren (Bernd Biermann , 2. von links und Dr. Markus Schmidt, rechts) gaben positive Rückmeldungen.

Im ISO-Audit wird die Qualtität der Werkstätten kritisch unter die Lupe genommen. Zusätzlich werden die Werkstätten als Bildungsträger und im Arbeitsschutz überprüft.  Auf dem Foto werden die Produkte aus Welschen Ennest von Auditor Bernd Biermann betrachtet. Links ist Teamleiter Achim Scheckel.

"Mittendrin - statt nur dabei" sind die Werkstätten beim Attendorner Karnevalsumzug. Dieses Jahr schmückt der Wagen das "Hermannsdenkmal". Warum ein "Hermannsdenkmal"? Herrmann Springob überließ den Werkstätten seinen Platz in der Wagenbauhalle. Alle Gerätschaften inklusive. Er stand den Werkstätten mit Rat und Tat zur Seite. Schnell war klar: Der Wagen 2017 soll ein Hermannsdenkmal sein! Wie auf den Fotos zu sehen ist, ist das "Original" auch dabei!

von links: MdB Dr. Matthias Heider, MdB Petra Crone, Andreas Mönig Leitung Werkstätten

Das Bundesteilhabegesetz ist seit dem 01.01.2017 in Kraft. Somit kommen Änderungen auch auf die Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu. Einige dieser Änderungen wurden bei der Fachtagung des Caritasfachverbandes CBP (Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V.) in Berlin deutlich. Mehr als 200 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen dran teil.

An dem Parlamentarischen Abend waren auch die MdBs Petra Crone (SPD) und Dr. Matthias Heider (CDU) zu Gast.

Das Bundesteilhabegesetz kann Verbesserungen bringen: z.B. durch die Veränderung der Einkommensanrechnung, die bundesweite Einführung des Budgets für Arbeit, die Stärkung der Mitwirkungsrechte in Werkstätten für behinderte Menschen, die Einführung von Frauenbeauftragten, die Streichung der Anrechnung der Arbeitsentgelte auf das Arbeitsförderungsgeld und die Erhöhung des Freibetrages. Die Einführung anderer Leistungsanbieter in Konkurrenz oder als Alternative zu den Werkstätten kann zu neuen Schnittstellen bei der Teilhabe am Arbeitsleben führen. Entscheidend wird sein, wie

der allgemeine Arbeitsmarkt auf die neuen Angebote reagieren und sich für Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen öffnen wird.

Bei dem Parlamentarischen Abend wurde deutlich, dass die lang angelegte Umsetzung des Gesetzes bis zum Jahre 2023 einen umfassenden Austausch zwischen Praxis und Politik erfordert. Auf diesen Austausch freuen sich die Politiker und Andreas Mönig.

Gruppenleiter Nikolaus Vogt (mitte) und Beschäftigter Marco Werthenbach zeigen Wolfgang Schröder Mitarbeiter der Stadt Lennestadt (links) die Arbeitsabläufe in der Aktenvernichtung.

Aktenvernichtung in vertrauenswürdigen Händen

 

Meggen. Aktenvernichtung ist ein sensibles Thema. Jeder möchte sicher gehen, dass seine Unterlagen auf dem Weg in den Schredder vertraulich behandelt werden. Die Stadt Lennestadt hat bei ihrer Aktenvernichtung einen kompetenten und verlässlichen Partner gefunden. Seit dem Jahr 2013 pflegt die Kommune, wie einige weitere Kunden auf diesem Gebiet, eine gute Zusammenarbeit mit den Werthmann-Werkstätten in Meggen. „Die Stadt Lennestadt war einer unserer erster Kunden“, freut sich Susanne Rüenauver, Einrichtungsleiterin der Abteilung Lennestadt über das bisher entgegengebrachte Vertrauen. Die Aktenvernichtung wird nach den Richtlinien des Bundesdatenschutzes durchgeführt. Kunden haben die Möglichkeit, sich vom ordnungsgemäßen Ablauf zu überzeugen. Von dieser Möglichkeit machte auch Wolfgang Schröder, Fachbereich Organisation und IT der Stadt Lennestadt Gebrauch und erklärte wie Aktenaufbewahrung- und Vernichtung bei der Stadt funktionieren. Im Anschluss an die Aufbewahrungsfrist werden die unter Verschluss deponierten Akten abschließend gesichtet. Ein verschlossener Behälter, den die Werthmann-Werkstätten zur Verfügung stellen steht bereit und die Akten werden abschließend zum Abtransport, der ebenfalls von der Einrichtung organisiert wird, abgeholt. „Aktenvernichtung können wir nicht selber leisten. Der Personalaufwand und die Kosten wären zu hoch. Mit den Werthmann-Werkstätten läuft alles reibungslos. Gerne berücksichtigen wir bei dieser Geschäftsbeziehung auch den sozialen Hintergrund und die Auftragsvergabe im Stadtgebiet“, betont Wolfgang Schröder.

 

Die Zahl der anfänglich fünf Beschäftigten in der Aktenvernichtung der Werthmann-Werkstätten wurde binnen drei Jahren auf 18 behinderte Menschen gesteigert, die in diesem Tätigkeitsfeld eine verantwortungsvolle Aufgabe gefunden haben. „Es ist ein Super-Arbeitsbereich, in dem auch schwerstmehrfach behinderte Menschen arbeiten können“, so Susanne Rüenauver. Das Tätigkeitsfeld ist umfangreicher, als man annehmen könnte. Es beginnt schon bei der Vorsortierung. Oftmals werden die Unterlagen in Ordnern angeliefert. Guterhaltene Ordner werden, wenn der Kunde es wünscht, zurückgegeben und weiter benutzt. Schlechterhaltene kommen, nach dem Entfernen der Klemmleiste in den Schredder. Auch Hefter werden nach Farben sortiert und günstigstenfalls wieder verwendet. Die Stadt Lennestadt ließ im vergangenen Jahr drei Tonnen ausgedienter Akten vernichten. Insgesamt sind es mittlerweile etwa 70 bis 80 Tonnen jährlich, die von den Mitarbeitern, unter fachlicher Anleitung des Gruppenleiters Nikolaus Vogt entsorgt werden. Die Werthmann-Werkstätten haben auf diesem Gebiet noch freie Kapazitäten und würden sich über weitere Kunden, egal ob privat, Organisationen oder Institutionen freuen. Mit verschiedenen Beschäftigungen setzt die Einrichtung ihre Maxime: „Arbeit möglich machen“ um, und bietet Menschen mit Behinderungen einen ihren Möglichkeiten und individuellen Fähigkeiten entsprechen Arbeitsplatz. Ziel ist die Einbindung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

 

Eine erste Kontaktaufnahme ist über die Telefonnummer: 02721 60074-2620 und srueenauver@caritas-olpe.de möglich.

Sonja Schöllmann zeigt den letzten Arbeitsschritt des "Kochbuchs für alle Sinne": Das laminieren der Seiten. Daneben Michael Hennes, Gruppenleiter und Initiator des Kochbuchs sowie Susanne Rüenauver, Abteilungsleiterin.

Neues, innovatives Eigenprodukt erhältlich 

Werthmann-Werkstätten bieten "Kochbuch für alle Sinne"

 

"Arbeit möglich machen" lautet bekanntermaßen die Maxime der Werthmann-Werkstätten. Neben den Auftragsarbeiten für einige Firmen, Institutionen und Privatpersonen, werden auch eigene Produkte entwickelt. Dazu gehören Stehtische, Grillanzünder, Brennholz und Schlauchbrücken für die Feuerwehr. Neuestes innovatives und seit geraumer Zeit erhältliches Eigenprodukt ist das "Kochbuch für alle Sinne". Einmal hingeschaut, macht schon der Titel neugierig. Dahinter verbirgt sich die gute Idee des Heilerziehungspflegers Michael Hennes, das Kochen auch für Menschen mit Handicaps möglich zu machen, beziehungsweise zu erleichtern. Der Gruppenleiter aus den Werthmann-Werkstätten in Lennestadt nahm das Thema als Abschlussarbeit einer fachbereichsübergreifenden Weiterbildung für Führungskräfte unter die Lupe. Schnell fanden sich einige Mitstreiter, die aus 48 Lieblingsrezepten 12 aussuchten, die schnell zubereitet werden können. Grundvoraussetzung: Jeder Arbeitsschritt muss leicht verständlich und umsetzbar festgehalten werden. Jedes der 12 Rezepte beginnt mit einer Zutatenliste, neben der das fertige Gericht abgebildet ist. Die Zutatenliste ist übersichtlich und bebildert. Die Nutzerinnen und Nutzer haben die Möglichkeit sich die Zutatenliste anhand von Bildern zu veranschaulichen, oder sie sich mit dem "AnyBook Reader" vorlesen zu lassen. Dafür ist auf der Zutatenliste ein "Lesepunkt" abgebildet. Einmal den Reader draufgehalten, wird die Liste vorgelesen und der Vorgang falls nötig auch mehrfach wiederholt. Auf jeder Seite sind maximal vier Arbeitsschritte enthalten, die sorgfältig beschrieben werden. Zusätzlich sind die einzelnen Arbeitsschritte mit Brailleschrift für Blinde versehen. Das Kochbuch ist ein Ringordner mit 12 Rezepten auf 66 laminierten, farbigen A4-Karten mit 166 Vorlesepunkten. Enthalten sind Vor- und Hauptspeisen sowie Desserts, die es den Nutzern möglich machen ein Drei-Gänge-Menü zuzubereiten. Wichtig war es Michael Hennes auch, dass das "Kochbuch für alle Sinne" es allen Menschen ermöglicht, sich selbständig, ohne Assistenz, etwas Schmackhaftes her zu richten. Wie der Name schon sagt, spricht Essen und auch die Zubereitung alle Sinne an: Sehen in Schrift und Bildern, Hören, vorgelesen durch den "AnyBook Reader", Tasten durch die Brailleschrift und Riechen und Schmecken während der Zubereitung und dem anschließenden Genuss. Gefertigt wird das Kochbuch, der etwas anderen Art in einzelnen Arbeitsschritten in den Werthmann Werkstätten. "Mit unserem Kochbuch können die unterschiedlichsten Personengruppen vom Kind bis zum Senior, mit und ohne Beeinträchtigungen kochen. Das Kochbuch kann von Privatpersonen ebenso wie von Gruppen und in Einrichtungen genutzt werden", erklärt Hobbykoch Michael Hennes.

 

Das Kochbuch ist unter der Email: mhennes@caritas-olpe.de erhältlich.

Die Verantwortlichen der Werkstätten legten jetzt die Ziele für 2017 fest. Die Möglichkeiten und Auswirkungen des neuen Bundesteilhabegesetztes aktiv angehen, ist einer der Schwerpunkte.

Neueste Infos:

Sie möchen Arbeit live erleben? - Das geht ganz einfach: Kommen Sie am 12.07.2018 zu unserem Praxistag in die Werthmann-Werkstätten nach Welschen Ennest oder nach Olpe. In der Zeit von 08:00 - 14:00Uhr öffnen wir die Türen, um Ihnen einen Einblick in die tägliche Arbeit der Werkstätten zu gewähren.

Die erste Inklusionsmesse fand am Samstag, den 23.06.2018, von 10:00 - 14:00 Uhr in der Schützenhalle Dünschede statt. Nähere Infos hier. 

Focus, das Netzwerk für Leben und Wohnen, und die Werthmann-Werkstätten führen eine gemeinsame Befragung für den Fachbereich Behindertenhilfe im Kreis Olpe durch. Nähere Infos hier


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