Pressearchiv 2019

Freudig nahm Harald Zagrodzky von den Werthmann-Werkstätten in Attendorn (vierter von rechts) die Spende in Höhe von 500 Euro von den Vertretern der KG Ihnetal Rene Springob, Frank Lorenz, Klaus Schmitz, Thorsten Hundt, Winfried Kliemann, Vanessa Schulte

Seit Jahren feiert die AG Begegnung ihren Karneval im Vereinshaus Ihnetal. „Wir, die KG Ihnetal als Gastgeber, freuen uns immer über diese überaus gelungene Veranstaltung in unserer guten Stube“, so Präsident Thorsten Hundt. Daher überreichte eine Delegation der Karnevalisten 500 Euro an die Werthmann-Werkstätten, Abteilung Attendorn. „Wir wollten gern etwas an die Menschen mit Behinderung zurückgeben.“

Karneval im Ihnetal, da geht es immer hoch her. Sei es bei den eigenen Veranstaltungen, aber auch, wenn die Menschen mit Behinderung dort als AG Begegnung ihren Karneval feiern. „So entstand die Idee in einer Elferratssitzung, dieses Event auch finanziell zu unterstützen“, erklärt Schatzmeister Winfried Kliemann den Hintergrund. Mit 500 Euro im Gepäck machte sich der Elferrat mit ihrem Prinzen Frank II. (Lorenz) auf den Weg zur Werthmann Werkstatt in Attendorn.

Teamleiter Harald Zagrodzky freute sich über den Besuch und die Spende, die für Investitionen eingesetzt wird, die der Träger der Einrichtung nicht übernimmt. „Um besondere Projekte verwirklichen zu können, sind wir zumeist auf externe Unterstützung angewiesen. Hier hilft unser Förderverein und Spenden wie die der KG Ihnetal.“ Die 500 Euro sollen in die weitere Gestaltung des Außenbereichs der Werkstatt fließen. Anschließend ließen es sich die närrischen Besucher nicht nehmen, die Einrichtung zu besichtigen.

 

"Hier ist das soziale Herz unserer Gemeinde", brachten Pastor Heinrich Schmidt und Bürgermeister Andreas Reinéry ihre Wertschätzung gegenüber den Werthmann-Werkstätten in Welchen Ennest auf den Punkt.

Anlass war die Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen Werthmann-Werkstätten in Welschen Ennest, die als Nebenstelle der Abteilung Olpe den vierten Standort im Kreis Olpe bildet. Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten im Kreis Olpe brachte es auf seine Art auf den Punkt: "Zehn Jahre Teilhabe am Arbeitsleben, zehn Jahre Arbeit möglich machen, zehn Jahre in Welschen Ennest." Andreas Mönig reflektierte kurz die Entwicklung der wichtigen Einrichtung: "2008 waren bei 60 zur Verfügung stehenden Plätzen mehr als 100 Personen in der Abteilung Olpe beschäftigt. Dies führte seinerzeit zu einem Aufnahmestopp. Durch den beispielhaften Einsatz, insbesondere des ehemaligen Abteilungsleiters Theo Selter, gelang es die Nebenstelle in Welschen Ennest im Oktober 2009 mit 30 Beschäftigten zu eröffnen. Die offizielle Eröffnung fand im Frühjahr 2010 statt. Im Jahr 2019 sind inklusive der Beschäftigten des "b.punkt" 79 Menschen beschäftigt. Die Gruppe der Beschäftigten hat sich in eine größere Breite verändert. Es gibt sowohl mehr Beschäftigte mit erhöhtem Förderbedarf, wie auch mit hoher kognitiver Leistungsfähigkeit. Die Bedeutung dieses Ort nach dem Motto „Caritas. Nah. Am Nächsten“! wurde aus Caritas-Sicht wurde durch die Eröffnung verstärkt. Dieser Weg wird jetzt konsequent weiter betrieben."

Achim Scheckel, Abteilungsleiter der Werthmann-Werkstätten Olpe und Welschen Ennest hob die Standortvorteile, mit der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die Nähe zur Industrie hervor. Nach dem Start mit zwei Kunden in Lennestadt und  Wenden, werden heute Aufträge von einfachen Verpackungs- und Montagetätigkeiten bis hin zu komplexen Montagen für Firmen aus dem gesamten Kreisgebiet und vor allem auch aus Welschen Ennest akribisch ausgeführt. Der Lagerbereich wird von den Beschäftigten geführt. Seit fünf Jahren gibt es den Bereich "DigitalPlus", der nach Anregung aus einer Klinik entstanden ist und umgesetzt wurde. Hier werden Akten zum Digitalisieren aufwendig aufbereitet und anschließend gescannt. Die Jahreskampagne des Caritasverbandes „Sozial braucht Digital“ wurde schon somit bereits im Vorfeld aufgegriffen und umgesetzt. "Die Datenschutzbestimmungen werden beachtet und mittlerweile gibt es Anfragen aus ganz NRW.  Das ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung "Industrie 4.0", denn viele Unternehmen stellen ihre Aktenbestände inzwischen auf digitale Akten um“ erklärt Achim Scheckel.

Bürgermeister Andreas Reinéry betonte, dass Arbeit das zentrale Thema sei und in den Werthmann-Werkstätten gelinge. "Der kurze Weg am Standort Welschen Ennest kann sich sehen lassen und ist aller Ehren wert", so Bürgermeister Reinéry. Teamleiter Frank Rupprecht stellte im Gespräch die persönliche Situation eines Beschäftigten dar. Dieser zeigte sich optimistisch: "Ich kann weiter positiv in die Zukunft schauen." Pfarrer Heinrich Schmidt freute sich, dass das zehnjährige Bestehen am Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Paul gefeiert wurde, der auf Grund seines Wirkens auf dem Gebiet der Armenfürsorge und Krankenpflege als Begründer der neuzeitlichen Caritas gelte. Die Feierstunde wurde von Theo Pagonakis musikalisch umrandet. Der Vorsitzende der „Dorf AG“ Welschen Ennest und Bäckermeister Reinhard Hesse überreichte als Geschenk eine gebackene "Zehn" und brachte damit auch die Verbundenheit mit dem Ort Welschen Ennest zum Ausdruck. „Wir sind froh, dass Ihr da seid!“ resümierte er.

Peter Holterhoff (rechts) vom Werkstattrat stellt Peter Weber die Abläufe in den Werthmann-Werkstätten vor.

„Über die Leistungsfähigkeit der Werkstätten bin ich angetan“, resümierte Bürgermeister Peter Weber aus Olpe bei seinem Besuch der Abteilung Olpe der Werthmann-Werkstätten. Bei einem persönlichen Rundgang ließ sich der Bürgermeister verschiedene Arbeitsschritte, von einfachen Arbeiten bis hin zu sehr komplexen Tätigkeiten, vom Vertreter des Werkstattrates Peter Holterhoff erklären. Fast 200 Bewohner aus dem Stadtgebiet Olpe erfahren tagtäglich Teilhabe am Arbeitsleben in einer der Werkstattabteilungen

Seit Jahren ist die Stadt Olpe Auftraggeber der Caritas-Werkstätten. Der Garten- und Landschaftsbau betreut einige öffentliche Grundstücke der Gemeinde. „Diese Zusammenarbeit hat sich sehr bewährt. Derzeit überlegen wir, wie wir die Kooperation auch in anderen Bereichen ausbauen können“, so der Bürgermeister. Auch weitere Firmen aus der Stadt sind Kunden der Werkstätten. „Ich finde es toll, wie sich die Menschen hier durch die Teilhabe am Arbeitsleben entwickeln können“, so der Bürgermeister abschließend.

Die Abteilung Olpe Nebenstelle Welschen Ennest feiert am 27.09.2019 ihr 10jähriges Jubiläum. Im Rahmen von "Werkstatt erleben" finden Führungen Abteilung statt.

Die Werthmann-Werkstätten haben den Selbstbewertungs-Workshop im Rahmen des Qualitätsmanagements erfolgreich durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Management Institut Bochum wurden dabei u. a. Themenbereiche wie Führung, Mitarbeiter, Prozesse und Ergebnisse beleuchtet und bewertet. Mit insgesamt 510 Punkten liegen die Werkstätten auf "Bundesliga-Niveau". Das freut uns sehr.

Auf dem Bild sehen Sie Frank Slawik (Geschäftsführer Management Institut Bochum), Claudia Siebert (QM-Zirkel der WW'en), Achim Scheckel (Abteilungsleitung WWO), Silvio Barthel (QMB) und Andreas Mönig (Leitung der Werkstätten).

Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr: Kilian Jaspers, Tobias Heller und Hedda Schweinsberg (von links) unterstützen gehandicapte Menschen, wie Christoph Müller in den Werthmann-Werkstätten.

 

 

"Ich bin gereift, habe ein besseres Menschenverständnis und bin belastbarer", resümiert Kilian Jaspers sein Jahr im Bundesfreiwilligendienst in den Werthmann-Werkstätten in der Abteilung Lennestadt, das er in diesem Monat beendet. Der Meggener hatte zunächst eine andere, berufliche Laufbahn im Visier. Nach einem Hospitationstag, bei dem die angehenden Bundesfreiwilligendienstler (Bufdis) gemeinsam mit den Gruppenleitern, Betreuern und der Leitung der Werkstatt schauen, ob "es passen könnte", begann für Kilian Jaspers ein Jahr voller Eindrücke, neuer Erkenntnisse und sozialem Engagement, die der 17-Jährige nicht mehr missen möchte. Tätig Im Förderbereich unterstützte er schwerstmehrfachbehinderte Menschen, reichte ihnen Essen und ging mit ihnen Spazieren. Die 12 Monate ebneten Kilian Jaspers sozusagen den Weg in die sozialen Berufe. Die Zeit in der Caritas-Werkstatt half ihm bei den Planungen seines weiteren Werdegangs. Als nächstes schließt sich die Fachoberschule für Soziales und Gesundheitswesen an. Danach strebt Kilian Jaspers eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger an. Auch Tobias Heller schlug einen anderen Weg als zunächst geplant ein. "Nach dem Abschluss der Höheren Handelsschule habe ich schnell erkannt, dass das nichts für mich ist. In den Medien habe ich von der freien Stelle im Bundesfreiwilligendienst gelesen und mich beworben. Kurzfristig kam die Einladung zu einem Praktikumstag und zwei Wochen später habe ich begonnen. Ich bin belastbarer geworden, habe gelernt auf Menschen zuzugehen und Verantwortung zu übernehmen", so Tobias Heller. Der 18-jährige ist sich noch nicht sicher, wie es für ihn weiter gehen soll.

"Bei uns können die Bundesfreiwilligen oder die FSJ’ler bei den unterschiedlichen Aufgaben viele Erfahrungen sammeln. Wir bieten ihnen eine Orientierungshilfe bei der zukünftigen Berufswahl.t", hebt Susanne Rüenauver, Abteilungsleiterin der Werthmann-Werkstätten hervor. Ganz interessiert hört Hedda Schweinsberg bei dem Gespräch zu. Die 18-jährige hat schon frühzeitig die Weichen für ihren späteren Beruf gestellt. Schon während ihrer Schulzeit war die Meggenerin ehrenamtlich in der Werkstatt tätig. Die Schule unterstützte ihr Ehrenamt, lobt Hedda Schweinsberg, im Gespräch. Sie hat gerade ihren bundesfreiwilligen Dienst begonnen. "Ich überlege danach soziale Arbeit zu studieren", verrät die 18-Jährige. Drei unterschiedliche Charaktere, die ihre Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Behinderung gemacht haben. "Junge Menschen im Bundesfreiwilligendienst und im freiwilligen sozialen Jahr sind wichtig und wertvoll für unsere Einrichtungen. Momentan haben wir noch freie Stellen anzubieten", betont Susanne Rüenauver. Und was raten die Freiwilligen unentschlossenen Alterskameraden? "Einfach mal reinschauen. Man kann es nicht erklären. Die Dankbarkeit und was man von den Menschen zurückbekommt, sind mit nichts aufzuwiegen", meint Kilian Jaspers. "Ich gehe mittags mit einem Lächeln aus der Werkstatt raus", untermalt Hedda Schweinsberg.

 

Anfang September war es endlich soweit: 22 Personen starteten den (Neu-) Einstieg in die Berufswelt.

 

In den kommenden 27 Monaten werden sie mit Unterstützung von erfahrenen Bildungsbegleitern die einzelnen Module und Arbeitserprobungen der beruflichen Bildung innerhalb und außerhalb der Werthmann-Werkstätten im Kreis Olpe durchlaufen.

 

Die Werthmann-Werkstätten bieten den neuen Beschäftigten während dieser Zeit vielfältige Möglichkeiten, sich entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten, Interessen und teilweise beruflichen Vorerfahrungen beispielweise im Bereich Montage und Verpackung, Metall, Holz, Hauswirtschaft, Elektromontage, Digitalisierung, Aktenvernichtung und einigen Außenarbeitsplätzen in Betrieben im Kreis Olpe weiter zu spezialisieren und Erfahrungen auszubauen.

 

Besonders durch die praktische Umsetzung der Inhalte der Bildungsrahmenpläne für die oben genannten Bereiche, die verschiedenen Praktika und die Unterstützung der Bildungsbegleiter ermöglichen wir den neuen Beschäftigten viele berufliche Alternativen in – und außerhalb der Werthmann-Werkstätten.

 

Allen gestarteten Teilnehmer und Teilnehmerinnen wünschen wir viel Erfolg in der beruflichen Bildung und darüber hinaus.   

Wolkensprünge - "Nächster Halt: Zweifelsheim“

 

 

Als sich am Freitagabend im Speisesaal der Abteilung Olpe der Werthmann-Werkstätten der Theatervorhang schloss, wollte der begeisterte Applaus des Publikums nicht enden. „So habe ich schon lange nicht mehr gelacht“, meinte eine Besucherin. Ein Zuschauer hob besonders den Hintergrund der Aufführung hervor: „Die eingebauten gesellschaftlichen Probleme haben sicher manchen zum Umdenken verleitet.“

In der Tat war das 4. Theaterprojekt, das die Caritas-Werkstätten als Projekt im Kursprogramm anbietet, ein Zusammenspiel von Wortwitz und Sozialkritik. Unter Leitung von Theaterpädagogin Ulrike Wesely hatten fünf Beschäftigte der Abteilung in Olpe mit psychischen Problemen und zwei ehrenamtliche Mitarbeiter die Stücke selbst geschrieben und einstudiert.

Im ersten Teil führten die Laienschauspieler und Laienschauspielerinnen vor vollem Haus vier Sketche auf.  Der Titel „Wolkensprünge“ stammte von einer Beschäftigten. „Als ich im Zuge meiner Erkrankung in der Werkstatt ankam, war der Himmel für mich ganz dunkel. Im Laufe der Zeit wurden die Wolken immer heller und strahlender. Das wollten wir in dem Theaterstück zeigen.“ Die Erfahrung, die die Beschäftigte machte, zog sich wie ein roter Faden durch das Stück und war für jeden der zahlreichen Zuschauer eine Ermunterung, in jeder noch so schwierigen Lage ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

„Nächster Halt: Zweifelsheim“ war nach der Pause der Titel des zweiten Stücks. Auf der Strecke „Halbhusten“, „Dreiviertelhusten“ und „Husten“ stiegen an den unterschiedlichen Stationen immer wieder neue Charaktere in den und aus dem Zug. Da waren die hochmütigen beiden Unternehmer der Firma „Murks und Bruch“, die eigentlich pleite waren. Sie machten aber immer noch einen „auf dicke Hose“, telefonierten mit wichtigen Mienen und vermittelten ihren Gesprächspartnern, dass sie in der Business-Class im Flieger sitzen und nicht in der zweiten Klasse einer Regionalbahn. Da waren der Student, der wegen der zu hohen Mieten in den Großstädten keine Wohnung fand, und die Oma, die wegen Altersarmut das gleiche Problem hatte. Schließlich war da noch die junge Dame, die von ihrem Junggesellinnenabschied zurückkam und zweifelte, ob sie den richtigen Partner gewählt hatte. Denn im Zug saß noch ein Mann, der ihr plötzlich besser gefiel als ihr Auserwählter.

Mit Mob und Servierwagen führte die Schaffnerin durch das Stück und erwies sich als Bindeglied zwischen den Fahrgästen. Und da sich dann plötzlich alle ihren Problemen stellten, gab es am Ende zwei Happy-Ends. Die Oma und der Student beschlossen, aus ihrer schwierigen Situation das Beste zu machen und sich eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Die Fast-Braut erkannte, dass sie mit der bevorstehenden Hochzeit einen Fehler machen würde und folgte ihren neu entdeckten Gefühlen. Auch die beiden arroganten Unternehmer hatten während der Zugfahrt gelernt, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Sie schlugen den Weg zur Arbeitsagentur ein. Denn sie hatten erkannt, dass jeder mal tief fallen kann und dass es an einem selbst liegt, wieder aufzustehen.

Die Zuschauer waren restlos begeistert von der gelungenen Aufführung, worüber sich die Laienschauspieler und Laienschauspieler sehr freuten. Das Erfolgserlebnis hatte ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl enorm gesteigert. Dabei war der Gedanke, vor großem Publikum zu spielen, besonders für zwei der vier Akteure mit psychischen nicht einfach. „Sie haben zum ersten Mal am Theaterprojekt teilgenommen“, sagte Petra Müller vom Begleitenden Dienst, die das Projekt organisierte. „Sie hatten Angst, ihre Texte zu vergessen oder ausgelacht zu werden. Doch es hat alles hervorragend geklappt.“

Petra Müller weiß, dass das Theaterspiel viele Vorteile mit sich bringt, besonders für Menschen mit psychischen Behinderungen. „Sie werden im positiven Sinne durch die neuen Herausforderungen wie das Sprechen und Singen vor Publikum gefordert und setzten so Ressourcen frei. Wenn sie in andere Rollen schlüpfen, wird ihre Konzentrations- und Merkfähigkeit gesteigert und durch den Umgang mit den anderen wird manches  auch anders gesehen. Unsere Beschäftigten werden ermutigt, aus sich heraus zu kommen und sich zu entfalten. Sie wachsen mit ihren Aufgaben und werden selbstsicherer. Sie trauen sich Dinge zu, zu denen sie sich im wahren Leben nicht trauen, zum Beispiel laut zu schreien oder zu fluchen. Durch die Teamarbeit wird auch das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärkt und es wird viel Vertrauen aufgebaut, weil sich der eine auf den anderen verlassen muss.“

Der erste Teil „Wolkensprünge“ der Theateraufführung wird am Samstag, 14. September, um 20 Uhr im Kulturgut Schrabbenhof in Silberg wiederholt. Dort treten verschiedene Künstler auf. Eintritt fünf Euro.


Bisher unbekannte Täter haben gestern Nacht einen Transporter der Olper Werthmann-Werkstatt gestohlen. 
Wer hat etwas gesehen?
Die Olper Polizei nimmt Hinweise zur Tat entgegen (02761 9269-0).  

Am 06.09.2019 findet die Premiere des Theaterstückes "Nächster Halt: Zweifelsheim!" in den Räumlichkeiten der Werthmann-Werkstätten in der Günsestraße 20 in Olpe um 18:00 Uhr statt. Einlass ist ab 17:45 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Mitte der Sommerferien ist ist Betriebsulaub in den Werkstätten! Betriebsurlaub? Nur zum Teil. Um den Lieferterminen der Industrie gerecht zu werden, wird in allen Abteilungen in dieser Zeit gearbeitet!

Einen aktiven Part übernahm der Werkstattrat beim eurropäischen Protesttag für Menschen mit Behinderungen.

Ein Login kann auch ein Zugang zum Leben sein“ – Der Einzug des sozialen Bereiches in die digitale Welt hat für Achim Scheckel (r.), Leiter der Werthmann-Werkstatt Olpe, und Markus Hanses, Gruppenleiter der Abteilung „Digital Plus“ in der Nebenstelle Welschen Ennest, eine hohe Bedeutung.        

 

„Sozial braucht Digital“ ist der Titel der Caritas-Jahreskampagne 2019. Die Werthmann-Werkstätten im Kreis Olpe stellen sich bereits seit 2014 diesem Ziel und brachten in der Nebenstelle Welschen Ennest der Abteilung Olpe „Digital Plus“ an den Start.

Damit wurde eine absolute win-win-Situation erreicht. Für Mitarbeiter mit hohen kognitiven Fähigkeiten wurde unter dem Motto der Werkstätten „Arbeit möglich machen“ eine sinnvolle Beschäftigung geschaffen. Sie digitalisieren die Archive heimischer Industrieunternehmen und Einrichtungen, was den Firmen viel Arbeit, Zeit und Geld spart. Denn nach Abschluss der Digitalisierung und der Sicherung der Daten in einer Cloud - oder auf Kundenwunsch auf Festplatte, CD oder USB-Stick - reicht ein Befehl am PC, um Einsicht zu erhalten. Das stundenlange Suchen in Akten ist vorbei. Die Inhalte können nach erfolgter Digitalisierung in der Abteilung Lennestadt der Werthmann-Werkstätten geschreddert werden. Das Angebot, das natürlich höchsten Datenschutz gewährleistet, wird von vielen Einrichtungen genutzt. Mittlerweile kommen sogar Anfragen von Firmen außerhalb des Kreises Olpe.

Gestartet wurde im Jahr 2014 mit fünf Beschäftigten, inzwischen sind es zwölf, acht Männer und vier Frauen. „Es ist eine homogene Gruppe, jüngere und ältere Mitarbeiter, männlich und weiblich. Wichtig ist die Teamarbeit. Die Mitarbeiter werden in alle Arbeitsprozesse mit eingezogen“, so Gruppenleiter Markus Hanses, der einen großen Mehrwert im digitalen Arbeiten für die Menschen mit psychischen Behinderungen sieht. „Ein Login kann auch ein Zugang zum Leben sein.“

Für Markus Hanses und Achim Scheckel, Leiter der Werthmann-Werkstatt Olpe, hatte der Einzug des sozialen Bereichs in die digitale Welt eine hohe Bedeutung. Denn sie können diesen Schritt im Sinne der beschäftigten Menschen nutzen. Die Arbeit ist eine gute Chance für psychisch erkrankte Menschen, die aus kaufmännischen Berufen kommen, aber auch für Studierende, Studienabbrecher und alle, die Spaß an der PC-Arbeit haben. In Projektgruppen werden individuelle Lösungen für die Anforderungen der Kunden erarbeitet, wobei der Qualitätsstandard als Dienstleister sehr hoch gehalten wird. Es  wird sehr genau und prozesssicher gearbeitet.

Um die Frage zu beantworten „Wie viel Digital braucht Sozial?“ hat der Caritas-Verband bundesweit eine Online-Umfrage gestartet. Auch in den Werkstätten werden die Mitarbeiter der Abteilung „Digital Plus“ regelmäßig gefragt, was ihnen an ihrem Arbeitsplatz gefällt, welche Bedeutung die Arbeit für sie hat, ob es Besonderheiten gibt und was ihnen zum Thema Digitalisierung einfällt. Auch Ängste werden wahrgenommen. „Der fachliche Austausch in den  regelmäßigen Teamsitzungen und die Wertschätzung der Mitarbeiter haben wir uns eine große Priorität“, so Markus Hanses. „Wir möchten von ihnen wissen, wo der Schuh drückt und ob wir die Tätigkeiten besser organisieren können.

Die positiven Antworten signalisieren, dass die Beschäftigten sich in der Abteilung „Digital Plus“ wohlfühlen und dass ihnen die Tätigkeit Freude bereitet. Sie schätzen die modernen PC-Arbeitsplätze, die wechselnden Aufgaben, das ruhige und konzentrierte Arbeiten in einem freundlichen und kommunikativen Team und den strukturierten Tagesablauf mit geregelten Arbeitszeiten und Pausen. Besonders erwähnt wurde, dass kein Termindruck besteht, dass Rücksicht auf die gesundheitliche Situation des Einzelnen genommen wird und die Arbeit der jeweiligen Leistungsstärke angepasst wird. Mitarbeiter, die vor ihrer Erkrankung in einem Büro tätig waren, sehen in der Arbeit eine große Chance auf einen Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt. Dagegen gab es nur zwei negative Kritiken: „Wenn alle da sind, ist die Unruhe größer“, hat ein Mitarbeiter geschrieben. Eine normale Situation in wohl jedem Büro. Ein anderer monierte, dass ihn sein Arbeitsplatz ein wenig nervös macht, da hinter ihm ein stark frequentierter Aktenschrank stehe. Da war leicht Abhilfe zu schaffen.

Insgesamt kann die Einrichtung der Abteilung „Digital Plus“ nach Angaben von Achim Scheckel als großes Pfund gewertet werden. Mittlerweile verfügt sie über zwölf Arbeitsplätze und die Tätigkeit erweitert die Kompetenz der Beschäftigten. Sie wachsen mit ihren Anforderungen. Dennoch wird niemand überfordert. Jeder bringt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten ein.

von links: M. Sc. Henning Oberc, Andreas Mönig, Susanne Rüenauver, Dirk Schürmann, Achim Scheckel, Silvio Barthel

Bochum. Die Werthmann-Werkstätten waren zu Gast in der Lernfabrik der Ruhr-Universität Bochum. Das besondere der Ruhr-Uni ist, dass sie unter anderem einen Lehrstuhl für Produktionssysteme und eine Fakultät für Maschinenbau umfasst. Nach einer kurzen Präsentation und Vorstellung von Prof. Dr.-Ing. Dieter Kreimeier ging es auch schon los.
Bei einem Rundgang durch die Hallen wurden uns die neuesten Techniken im Produktionsbereich vorgestellt. Virtuelle Realitätsbrillen, aktuelle Robotertechnik oder auch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine waren Schwerpunkte.
Vielen Dank an Henning Oberc für die tolle Führung! Die Werthmann-Werkstätten freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum. Zum Abschluss des Tages wurde ein Gegenbesuch in den Werkstätten vereinbart. Wir sind gespannt, ob wir den Mitarbeitern der Ruhr-Uni auch etwas spannendes zeigen können.

 

Auf dem Foto: Die Verantwortlichen und der Werkstaattrat freuen sich auf den Praxistag am 04.07.2019: von links Peter Noswitz (Werkstattrat), Achim Scheckel (Abteilungsleiter) Lisa Schröder, Peter Holterhoff (beide Werkstattrat) und Andreas Mönig (Werksta

Olpe. Zu einem Praxistag laden die Abteilung Olpe der Werthmann-Werkstätten und die Nebenstelle Welschen Ennest am Donnerstag, 4. Juli, von 8:00 bis 14:00 Uhr ein. Eingeladen sind besonders Menschen mit psychischen Erkrankungen, die sich wieder eine Tagesstruktur wünschen und denen Zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Sie können beim Praxistag  die Arbeit in den Bereichen Montage, Elektromontage, Digital Plus, Digitales Archivieren und Garten- und Landschaftspflege live erleben. In jedem Bereich besteht die Möglichkeit, sich an einem Arbeitsplatz auszuprobieren. Jeder, der schon einmal überlegt hat, ob die Arbeiten in den Werthmann-Werkstätten in Olpe oder Welschen Ennest passend sind, ist herzlich eingeladen. Ganz ohne Antrag oder Anmeldung. Besucher können sich ganz unverbindlich einen Eindruck verschaffen, ob sie den Ansprüchen genügen und ob sie Spaß an der Arbeit haben. Gerne bieten die Werkstätten auch Praktika an.

 

 „Psychisch erkrankte Menschen müssen oft Hürden überwinden, bevor sie zu uns zu kommen“, erklärte Achim Scheckel, der neue Abteilungsleiter der Werkstatt in Olpe. „Mit dem Praxistag möchten wir Hemmschwellen abbauen und zeigen, dass wir gute und anspruchsvolle Arbeit für dieses Klientel möglich machen und ihnen so die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Denn es ist ein tiefer Einschnitt in das Leben, wenn ein Mensch wegen einer psychischen Erkrankung plötzlich aus dem Arbeitsleben gerissen wird. Denn damit verbunden ist auch ein sozialer Ausstieg aus der Gesellschaft.“

 

Häufig habe viele Interessierte aber andere Vorstellungen:

 

Das bestätigt auch Lisa Schröder, 63 Jahre alt, gelernte Gesundheitstrainerin für Senioren, die vor etwa 10 Jahren in einem Praktikum erste Erfahrungen mit der Werkstatt gesammelt hat. Aufgrund einer bipolaren Störung war sie schon seit mehreren Jahren arbeitsunfähig und sozial isoliert. „Diese ersten Erfahrungen mit der Werkstatt haben mich damals nicht überzeugt. Ich brauchte einen zweiten Anlauf. Nach einer weiteren Verschlechterung meiner gesundheitlichen Situation, habe ich dann drei Jahre später einen erneuten Start versucht. Das war dann für mich die Rettung. Die Arbeit in den Werkstätten hat meinem Leben einen neuen Sinn gegeben. Ich konnte neue soziale Kontakte knüpfen und hatte wieder eine Perspektive für mein Leben.“

 

Weiter erzählt sie: „Ich bin nach meinen Fähigkeiten gefördert und eingesetzt worden. In der Montage arbeiten wir für große Firmen aus der Region. Wir montieren in der Elektromontage Schaltkästen für ansässige Industrieunternehmen. Die Arbeit ist anspruchsvoll und jeder bringt sich so ein, wie er es schafft. Ich habe aber gemerkt, dass mein Leistungsvermögen gewachsen ist und gehe jeden Nachmittag mit dem guten Gefühl nach Hause, etwas Sinnvolles geleistet zu haben. Das bringt mir Anerkennung und Motivation. Mir wurde auch angeboten, außerhalb der Werkstätten auf einem externen Arbeitsplatz zu arbeiten. Ich habe mich aber entschieden, dass die Abteilung Olpe für mich der passende Rahmen ist.

Ich weiß, wofür ich morgens aufstehe, habe eine geordnete Tagesstruktur und durch die Teamarbeit soziale Kontakte. Und ich tue was für meine Rente, denn es werden Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Und der Hinzuverdienst ist neben der Erwerbsminderungsrente abzugsfrei.“

Mittlerweile ist Frau Schröder von den Beschäftigten in den Werkstatttag gewählt. Sie betont, wie auch die anderen Kollegen des Werkstattrats, dass den Praxistag als ideales Kennenlern-Angebot empfiehlt.

 

Infos erteilen Anja Dornseifer, Tel. 02764/26133-2725, Diana Friedrichs, Tel. 02764/26133-2724, und Petra Müller, Tel. 02761/9653-2342, die neben dem Werkstattrat auch beim Praxistag für Gespräche bereitstehen.

Foto: ein gelungener „Politikaustausch“ zur Europawahl in den Werthmann-Werkstätten mit Bürgermeister Stefan Hundt

Meggen. Die Europawahlen stehen vor der Tür. Am Wochenende wird in den 27 Mitgliedsstaaten ein neues EU-Parlament gewählt. Erstmals dürfen auch gehandicapte Menschen mit Vollbetreuung ihre Stimme abgeben. In einer Infoveranstaltung wurden die Beschäftigten der Werthmann-Werkstätten der Abteilung Lennestadt informiert. Einige Fragen blieben offen. Christina Papadopoulos, Begleitender Dienst der Werkstätten, ergriff die Initiative und lud Bürgermeister Stefan Hundt zu einer Diskussionsrunde in die Einrichtung ein. Das Stadtoberhaupt kam gerne und hatte für die Fragen der Beschäftigten ein offenes Ohr. Zunächst ging es um seine Person und sein Bürgermeisteramt. Die 16 Anwesenden interessierten sich für den Tagesablauf eines Stadt- oder Gemeindeoberhaupts, für seine vielfältigen Aufgaben, ob er seine Reden selber schreibe, an wie vielen Veranstaltungen er teil nimmt und wie er Politiker geworden sei. Stefan Hundt beantwortete die Fragen und gab viele Einblicke in seine umfangreichen Tätigkeitsfelder. Schnell gewann der Bürgermeister das Vertrauen der Beschäftigten und hatte auch bei Fragen zur bevorstehenden Europawahlen fundierte Antworten parat. Die Fragen waren im Vorfeld bereits ausgearbeitet worden. Zunächst war es für die Beschäftigten wichtig, wie viele Parteien um einen Einzug ins Europaparlament kandidieren. Die Antwort von Bürgermeister Hundt: „Es sind acht Parteien.“ Auch interessierte die Diskussionsteilnehmer, welche Voraussetzungen man erfüllen müsse, um selber zu kandidieren und welchen Schulabschluss man mitbringen sollte. Auch die weiteren Fragen waren gut durchdacht und wichtig für Menschen mit Handicap: „Ist der Plenarsaal barrierefrei? Gibt es Parlamentarier mit Behinderung? Wie kommt es, dass Politiker mehr verdienen als wir? Und allgemeines: „Wem kommen die Entscheidungen zugute, die in Brüssel getroffen werden? Nach etwa einer Stunde waren die wichtigsten Fragen beantwortet. Bürgermeister Stefan Hundt wurde mit viel Beifall verabschiedet und sagte: „Danke für die Einladung. Es hat mir Spaß gemacht. Ich komme gerne wieder. Gern lade ich Sie auch zu uns ins Rathaus ein.“ Diese Einladung haben die Mitarbeitenden der Werkstätten gerne angenommen.

Unsere Aktenvernichtung EXAKT hat einen neuen Transporter. Mit der Aktenvernichtung sind wir Dienstleister für viele Betriebe und Einrichtungen und im ganzen Kreis Olpe unterwegs. Weitere Infos hier.

Viele positive Spuren hinterlässt Theo Selter (links) durch seine 28jährige Tätigkeit als Abteilungsleiter in den Werkstätten. Jetzt ist er in Rente gegangen. Andreas Mönig (rechts) stellt Achim Scheckel (Mitte) als dessen Nachfolger vor.

Die neueste Ausgabe der WIR ist verfügbar. Hier können Sie die Ausgabe lesen.

von links: Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver; MdB Johannes Vogel, Iris Broll, Georg Eberts, beide Vertreter des Werkstattrats und Andreas Mönig, Werkstattleiter

In der Abteilung Lennestadt nutzte Johannes Vogel den Austausch mit dem dortigen Werkstattrat und den Verantwortlichen. Der Werkstattrat – vergleichbar mit einem Betriebsrat – stellte seine konkrete Arbeit vor. Deutlich wurde, dass die Werthmann-Werkstätten die Mitbestimmung der Menschen mit Behinderungen besonders wichtig nehmen. So werden beispielsweise die Beschäftigten bei den Personaleinstellungen aktiv beteiligt. Die Beschäftigten begrüßten ausdrücklich, dass auch für die kommende Europawahl das Wahlrecht für Menschen mit Vollbetreuung gesichert ist. „Endlich werden die Menschen mit Behinderungen beim Wahlrecht gleich behandelt“, so Georg Eberts, Vorsitzender des Werkstattrates der Abteilung. Auch Vogel freute sich über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes: „Es ist gut, dass auch Menschen mit Behinderungen nun ihr aktives Wahlrecht gleichberechtigt ausüben können!“

Die Auswirkung des Bundesteilhabegesetzes war auch Gegenstand der Diskussion. „Derzeit erleben wir eine hohe Verunsicherung bei den Angehörigen. Für das Gesetz fehlen die konkreten Umsetzungsschritte. Es ist unbedingt notwendig, dass Betroffene und Angehörige zeitnah informiert werden“, so Andreas Mönig, Leiter der Werkstätten.

Die besondere Rolle der Menschen mit schwersten Behinderungen unterstrich Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver. „Durch die Umsetzung kleinster Arbeitsschritte erfahren sie Teilhabe am Arbeitsleben“. Dies wurde auch bei der anschließenden Führung konkret sichtbar. Herr Vogel betonte, dass er sich für die Klärung der offenen Themen einsetzen wird.

(v.l.) Laienschauspielerin Inge Christmann, Laienschauspieler Sebastian Martinetz und Petra Müller vom Begleitenden Dienst

„Wolkensprünge“ lautet der spannende Titel des neuen Theaterstücks der Theater-Projektgruppe der Werthmann-Werkstatt, Abteilung Olpe. Das Besondere: Die Mitglieder haben das Drehbuch selbst geschrieben. Inge Christmann (57), seit 2012 Mitarbeiterin in der Olper Werkstatt, lieferte die Initialzündung. „Als ich hier angefangen habe, war ich ein Nichts, ich war nicht sichtbar. Es hat lange gedauert, bis mir mein neues Ich bewusst geworden ist. Ich hatte das Gefühl, dass die Wolken am Himmel im Laufe der Zeit immer heller werden und so kam ich auf den Titel. Mit dem Theaterstück möchten wir zeigen, dass aus blassen, dunklen Wolken helle und strahlende werden können. Das ist der Punkt, an dem ich jetzt bin.“

 

Es ist bereits das 4. Theaterprojekt, das die Caritas-Werkstatt als freiwilliges Projekt im Kursprogramm anbietet. Die Organisation hat Petra Müller vom Begleitenden Dienst, die Leitung obliegt Theaterpädagogin Ulrike Wesely. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen und zwei Ehrenamtler im Alter von Anfang 30 bis Anfang 60 machen mit. Inge Christmann hat bereits Erfahrungen in den vorherigen Projekten gesammelt und weiß, wie positiv sich das Proben und Spielen vor großem Publikum auf die eigene Persönlichkeit auswirkt: „Die Konzentrations- und Merkfähigkeit wird gesteigert und durch den Umgang mit den anderen sieht man manches anders. Man wird ermutigt, aus sich heraus zu kommen und sich zu entfalten. Man wächst mit seinen Aufgaben und ist stolz, wenn man das Einstudierte gut auf die Bühne bringt. Das führt zu einer größeren Selbstsicherheit und man hat ein ganz anderes Selbstwertgefühl.“

 

Sebastian Martinetz (33) war von 2013 bis 2016 Mitarbeiter der Werkstatt und hat danach den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Da ihm das Theaterspielen seinerzeit große Freude gemacht hat, ist er als Ehrenamtler wieder dabei. Ihm gefällt es, in andere Rollen zu schlüpfen und will sich in dem neuen Stück sogar als Poetry-Slammer beweisen. „Man traut sich Dinge zu, zu denen man sich im wahren Leben nicht traut, zum Beispiel laut zu schreien, zu fluchen und einfach Dinge rauszulassen. Die Dialoge in dem neuen Stück sind zum Teil durch die verdrehten Rollen, in die man schlüpft recht komisch. Einmal ist man herrisch, ein anderes Mal unterwürfig. Es ist auch schön, als Team etwas auf die Beine zu stellen. Der eine kann sich auf den anderen verlassen. Da wird viel Vertrauen aufgebaut.“

 

„Das Besondere an der Gruppe ist auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Es wird viel gelacht, aber nicht übereinander, sondern miteinander. Alles, was passiert, bleibt in der Gruppe. Dadurch werden die Beziehungen vertieft. Insgesamt werden die Mitglieder offener, bei dem einen geht das schnell, bei anderen dauert es länger. Die Entwicklung ist unterschiedlich. Doch jeder Einzelne zieht seinen Nutzen daraus. Neben viel Spaß bietet das Theaterspielen psychisch erkrankten Menschen eine sinnvolle und kreative Beschäftigung. Sie werden im positiven Sinne durch viele neue Herausforderungen wie zum Beispiel das Sprechen und Singen vor Publikum gefordert und setzten so viele Ressourcen frei“, erklärte Petra Müller. Die Mitarbeiterin vom Begleitenden Dienst hat selbst erfahren, dass das Selbstbewusstsein wächst, wenn man vor Publikum steht und frei redet. Wie positiv sich das auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirkt, hat sie nach jeder Aufführung erlebt. „Eine Laienschauspielerin hat mir gesagt, dass sie zum ersten Mal überhaupt etwas gefühlt hat. Und dafür lohnt es sich, monatelang zu proben.“ „Ja“, ergänzte Inge Christmann. „Über den stehenden Applaus nach der letzten Aufführung komme ich heute noch nicht drüber weg. Der wirkt immer noch.“ 

 

Die Zuschauer dürfen also gespannt sein, was die Akteure am 6. September um 18 Uhr im Speisesaal der Werthmann-Werkstatt Olpe auf die Bühne bringen. Eines sei jetzt schon verraten: Es wird kein zusammenhängendes Stück, sondern eine sinnvolle Aneinanderreihung von Sketchen, Gedichten, Vorträgen und Theaterspiel. Eine Sequenz greift in die andere, wobei der Titel „Wolkensprünge“ sich wie ein roter Faden durch das Geschehen auf der Bühne zieht. Die Theatergruppe freut sich auf viele Besucher. Eine zweite Aufführung ist im Herbst auf dem Schrabbenhof in Silberg geplant.

In der aktuellen Ausgabe der RemmersInside, einer internen Firmen-Zeitschrift der Fa. Remmers GmbH aus dem Oldenburger Münsterland, steht ein kleiner Artikel über ein Projekt in unserer Schreinerei. Die Fa. Remmers beliefert uns unter anderem mit einem Hartwachssiegel, welches auch für das gemeinsame Projekt verwendet wurde, um eine Essgruppe zu versiegeln. Auf dem Bild sehen sie die komplette "Mannschaft" der Schreinerei am fertigen Projekt sitzen. Wir hoffen die Essgruppe hat mittlerweile ihren Platz gefunden. (Ba)

Infos über das BTHG

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist seit Anfang 2017 in Kraft. Die Umsetzung erfolgt in vier Phasen. Signifikante Veränderungen sind im kommenden Jahr zu erwarten. Was auf die Betroffenen, ihre Eltern und Betreuer zukommt, veranschaulichte Gerold Abrahamczik, Sprecher des Beirates der Angehörigen im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, im Rahmen einer Informationsveranstaltung in den Werthmann-Werkstätten in Attendorn.

Es soll ein Perspektivenwechsel nach der UN-Behindertenrechtskonvention vollzogen werden: von der Ausgrenzung zur Inklusion, von der Einrichtungs- zur Personenzentrierung, von der Fremd- zur Selbstbestimmung, von der Betreuung zur Assistenz, vom Kostenträger zum Dienstleister und von der Defizitorientierung zur Ressourcenorientierung.

Ziel des neuen Gesetzes ist es, die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen aus dem "Fürsorgesystem" heraus zu führen und zu einem modernen Teilhaberecht weiter zu entwickeln. Die Leistungen für Menschen mit Behinderungen sollen noch personenzentrierter ausgerichtet werden und sich am persönlichen Bedarf des Einzelnen orientieren. Die Umsetzung der signifikantesten Veränderungen steht im Jahr  2020 bevor. Dann werden Leistungen der Eingliederungshilfe (Fachleistungen) und Hilfe zum Lebensunterhalt getrennt. Die Leistung der Eingliederungshilfe beinhalten zukünftig Betreuung, Begleitung, Teilhabe, Hilfestellungen. Leistungen zum Lebensunterhalt sind Miete, Nebenkosten und Lebensmittel. Aktuell nimmt der Kostenträger diese Trennung nicht vor und finanziert die Gesamtkosten pauschal.

„Wichtig ist, sich zu informieren und sich mit der Trennung der Leistungen und dem Begriff Personenzentrierung auseinander zu setzen. Fangen Sie an, alles was für Ihr Kind wichtig ist, zu notieren.“ Ein interessierter Besucher fasste für sich zusammen: „Es wird nicht einfacher. Der Bürokratismus wird schlimmer. Angehörige und Einrichtungen sollten in einem Boot sitzen. Wir sollten Bedarfe ermitteln und Anträge stellen.“ Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten sicherte die Unterstützung der Werkstätten und des Netzwerkes focus zu und erklärte, dass die Landschaftsverbände in einem Rundschreiben informieren wollen.

Ein kleiner Stift mit großer Wirkung

Ein kleiner Stift ermöglicht Analphabeten bei b.punkt, die berufliche Bildung der Werthmann-Werkstätten, selbstständig einzelne Arbeitsschritte zu erlernen. Dieser digitale Vorlesestift liest die Texte vor, die zuvor eingesprochen worden sind.

Bildungsbegleiterin Katrin Kannengießer führte den digitalen Vorlesestift in ihrer Arbeitsgruppe ein. „Rund ein Viertel meiner Beschäftigten können nicht gut oder gar nicht lesen.“ So kam die Idee, diesen Stift einzusetzen. Das Prinzip ist simpel, aber effizient. 

Ein Vorleser muss nur einen Sticker auf der vorzulesenden Seite platzieren und mit dem Stift aktivieren. Anschließend wird die Seite vorgelesen und direkt über ein integriertes Mikrofon aufgenommen. „All die, die Defizite beim Lesen haben, müssen mit dem Vorlesestift später diesen Sticker wiederum nur antippen und aktivieren, dann wird ihnen die Seite vorgelesen“, erklärt Katrin Kannengießer. Dabei hat die Bildungsbegleiterin wiederum Beschäftigte, die gut lesen können, für diese Aufgabe gewinnen können. „Von Beschäftigten für Beschäftigte“, freut sich die Initiatorin.  

Das ermöglicht jedem Beschäftigten jederzeit die einzelne Arbeitsanweisung zu hören. „Für den Arbeitnehmer in unserer Werkstatt ist es ein weiterer Schritt der Unabhängigkeit und der Möglichkeit zur Teilhabe am Berufsleben“, so Nina Fecker, Teamleitung b.punkt. Geplant ist es, zukünftig alle Arbeitspläne mit Hilfe des digitalen Vorlesestiftes jederzeit für alle verständlich zu machen. „Es ist ein kleiner Stift, aber er bringt den Maßnahmeteilnehmer eine große Freiheit.“

„An diesem Beispiel wird deutlich, wie wir die Digitalisierung in den Werkstätten zum Nutzen der Menschen mit Behinderungen einsetzen. Ganz nach dem Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne „Sozial braucht digital,“ so der Leiter der Werkstätten Andreas Mönig.

Bei b.punkt findet die berufliche Qualifikation für Menschen mit Behinderung in den Werthmann Werkstätten statt. Ziel ist es, den Menschen eine berufliche Bildung zu ermöglichen. Dazu werden zunächst die Fähigkeiten und Interessen des Maßnahmeteilnehmers durch praktische Arbeiten und anerkannte Testverfahren ermittelt. In der folgenden zweijährigen Berufsbildungsmaßnahme folgt die Vermittlung praktische und fachtheoretische Kenntnisse in vielfältigen Qualifizierungsbereichen.

Das Foto zeigt Herr Mönig (Leitung der Werkstätten), Herr Schmidt (Auditor für alle drei Normen), Frau Jung (AZAV- und ISO-Auditorin), Frau Thiele (stellv. QMB) und Herr Barthel (QMB).

Das Abschlussgespräch des Externen Audits 2019 fand am 13.03. statt. Die drei Zertifikate nach ISO 9001 (Industrie-Norm), AZAV (Zulassung als Bildungsträger) und MAAS-BGW (Zertifizierung im Arbeitsschutz) konnten erfolgreich bestätigt werden. Wir freuen uns sehr und bedanken uns bei allen Mitarbeitern, die beim Audit beteiligt waren.

Zum Weltfrauentag am

08. März erhielten alle Frauen von der Frauenbeauftragen Yvonne Lennig (links) eine Rose geschenkt. Diese Aktion wurde vom Förderverein unterstützt.

Karneval ist vorbei -  Die CARIVALLIS sind noch in aller Munde. Hier eine kleine Nachlese:

https://www.youtube.com/watch?v=SvbyZD7EgpU

Das Kurs-Programm der Werthmann-Werkstätten bietet viele Möglichkeiten

Susanne Eckhardt, Bernard Ledwig, Lisa Kieserling und Sven Gedenk freuen sich auf die Angebote des neuen Kursprogramms

Für Susanne Eckhardt steht donnerstags Singen auf dem Programm. Sven Gedenk, Burkhard Ledwig und Lisa Kieserling ziehen das Trommeln vor. Die musikalischen Angebote sind nur zwei aus dem umfangreichen Kursprogramm der Abteilung Lennestadt der Werthmann-Werkstätten. Das neue Programmheft ist gerade frisch aufgelegt. Auf 28 Seiten werden die farblich unterteilten Angebote mit Piktogrammen erklärt. Im ersten Teil sind Angebote wie Bewegung und Sport, Kunst, Lesen, Musik und religiöser Gesprächskreis erklärt. Die genannten Angebote werden das ganze Jahr über einmal wöchentlich angeboten. Zusätzlich werden  wechselnde Kursangebote durchgeführt.  Bei allen Angeboten ist genau definiert wie viele Teilnehmer sich melden können, wo es stattfindet und wer der Anbieter ist. Letztgenanntes der blauen Angebote spricht Susanne Eckhardt besonders an. "Beim religiösen Gesprächskreis sprechen wir über die Dinge, die uns bewegen. Da kann ich die Seele baumeln lassen", so Susanne Eckhardt. Die Seele baumeln lassen ist das Stichwort und das Ziel der verschiedenen Angebote, die von montags bis donnerstags stattfinden. "Die Angebote sind ein Ausgleich zur Arbeit. Begleitende Angebote sind Bestandteile in den Werkstätten. In allen Abteilungen gehören sie zum Alltag der Beschäftigten. Sie bieten ein ausgewogenes Angebot für verschiedene Bedürfnisse und Interessen an und sorgen für ein lebenslanges Lernen", erklärt Christina Papadopoulos, Begleitender Dienst der Werthmann-Werkstätten. Die internen und teilweise auch externen Angebote werden Dank der Gruppenleiter, Ehrenamtlicher und Honorarkräfte umgesetzt. Im Programm fällt beispielsweise der Besuch der Rettungswache mit Rettungswagen ins Auge. "Wir haben mit einigen externen Stellen eine gute Kooperation. Dazu zählt auch die Rettungswache", lobt Christina Papadopoulos. Und was bringt das Kursprogramm den Beschäftigten? "Man kann sich weiterbilden. Man lernt viele Menschen kennen, auch außerhalb der Werkstatt. Die Begeisterung der Besucher bei den Auftritten der Trommelgruppe ist faszinierend. Einige sind wirklich erstaunt, was Behinderte machen können", lobt Sven Gedenk. Bernard Ledwig hebt den Spaß bei den Kursangeboten hervor und betont, dass er dabei auch andere Beschäftigte der Werkstatt kennen lernt.

Nie wieder! 

Beschäftigte diskutieren über Euthansie.

 

Es ist mucksmäuschenstill in der Teestube der Abteilung Lennestadt der Werthmann Werkstätten. Gebannt lauschen die Beschäftigten den Worten von Regina Schmand. Die Schreibershoferin stammt von der „Erinnerungsinitiative Opfer des Nationalsozialismus Drolshagen“. Sie erzählt exemplarisch die Geschichte von Joseph Dickhoff, der als 37-Jähriger dem Euthanasie-Wahnsinn der Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Der seinerzeit in Schlade wohnhafte litt an Epilepsie und galt somit als behindert. Sein Schicksal begann damit, dass er an seinem ersten Schultag vergaß den Wasserhahn zuzudrehen. Konsequenz: Er wurde als untauglich für die Schule eingestuft. Zu Hause verrichtete er später wie selbstverständlich alle in der Landwirtschaft anfallenden Arbeiten. Im April 1944 wurde er in die Provinzheilanstalt nach Warstein deportiert und wenige Wochen später nach Marsberg, wo er im Februar 1945 laut den Überlieferungen an völliger Entkräftung starb. Welches Leid sich hinter den heute nüchtern erscheinenden Daten verbirgt, kann man kaum ermessen. Die Beschäftigten, die sich freiwillig für die Teilnahme an der Veranstaltung gemeldet hatten, waren leicht erzürnt, erschrocken und emotional berührt, über die kurze Geschichte des behinderten Mannes, der sein Leben ja auch weitgehend meisterte. Nach dem kurzen Vortrag folgte die Aussprache. Christian Dümpelmann meldete sich zu Wort. Seine Aussage traf es auf den Punkt: "Behindert sein ist Ansichtssache. Jemanden der nicht lebt wie die Anderen, kann man doch nicht einfach so abstempeln. Das ist nicht fair. Ich hatte vor 30 Jahren einen Autounfall und musste alles neu lernen, Essen, Trinken und Sprechen." Thomas Halbe, Bildungsbegleiter in den Werthmann Werkstätten sagte: "Wir müssen Stop sagen. Jeder Mensch hat die gleichen Rechte. Auch wir müssen den Mund aufmachen“

Die Behindertenhilfe des Caritasverbandes Olpe führte diese Aktion in allen Abteilungen der Werthmann-Werkstätten anlässlich des bundesweiten Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2019 durch.

Ebenso berührten die Erlebnisse der behinderten Frauen, die im heutigen Gerhardus-Seniorenhaus betreut wurden. Auch sie wurden von den Nazis nicht verschont. Die Einrichtung wurde vom Wehrkreis-Kommando für ein Krankenhaus in Beschlag genommen und die Patientinnen in Heilanstalten gebracht, wo ihr Leidensweg begann. Auch dieses Ereignis wurde angeregt diskutiert und die Erkenntnis: Mensch ist Mensch, egal welcher Nationalität, behindert oder nicht behindert.

Die Anwesenden waren der Meinung, dass alle Menschen, ob behindert oder nichtbehindert, alles dafür tun müssen, dass sich solche Geschehnisse nicht wiederholen.

Die Mitglieder der Abteilungsleiterkonferenz legten die Ziele 2019 fest. Schwerpunkte sind die Umsetzungen der neuen gesetzlichen Anforderungen. 

Die Redatkion von vorne nach hinten:

Liesel Steffen, Silvia Demmerling, Iris Thiele, Jutta Korte, Andreas Mönig und Christoph Kleinke.

 

Am Anfang stand die Idee, eine eigene Zeitung von den Beschäftigten für die Beschäftigten der Werthmann Werkstatt herauszubringen. Das war die Geburtsstunde der „WIR-Zeitung“. Die Zeitung von uns -  die Beschäftigten der Werthmann Werkstätten. Heute, neun Jahre später, ist die 25. Ausgabe mit einer Auflage von 1.200 Stück fertig und die Themen gehen dem Redaktionsteam nicht aus.

„Die Zeitschrift ist aus den Werkstätten nicht mehr wegzudenken“, freut sich Werkstattleiter Andreas Mönig über den Erfolg. Neben ihm sind Silvia Demmerling, Iris Thiele, Christoph Kleinke, Jutta Korte und Liesel Steffen Teil des Redaktionsteams. Die beiden letzteren sind ebenfalls seit der ersten Stunde der Zeitung dabei.

In jeder Zeitung können Beschäftigte und Angehörige, sowie alle Mitarbeitenden, ob haupt- oder ehrenamtlich, als sogenannte „freie Mitarbeiter“ Artikel beisteuern. „Menschen mit Behinderungen werden hier zum Redakteur;“ so Mönig, „dies trägt zum Selbstbewusstsein und zur persönliche Stärke bei“.  Besonders gefragt sind dabei die Interviews mit Prominenten. Und Prominente gab es viele. Manche, wie die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft oder Sänger Wolfgang Niedecken, wurden persönlich besucht, andere wie Heino, Lukas Podolski, Politiker wie Norbert Lammert und „Wetterfrosch“ Sven Plöger stellten sich per Internet den Fragen der Reporter.

In dem Interview mit Michael Schumacher aus dem Jahre 2012 fragten ihn Marco Schultze und Klaus Vetter, ob er sich auch schon mal Gedanken gemacht hätte, im Rollstuhl zu sitzen oder eine geistige Behinderung haben zu können. Damals, zwei Jahre vor seinem Unfall, war es für den Formel-Eins Fahrer nicht wirklich vorstellbar.

Seit der 14. Ausgabe gehört auch Phil Hubbe in jede Ausgabe. Der Cartoon Zeichner, der selber an MS erkrankt ist und regelmäßig für Tageszeitungen und den „Kicker“ zur Feder greift, steuert pro Ausgabe auch einen Cartoon bei. Dabei bringt er die manchmal schon grotesken Dinge aus der Wirklichkeit von Menschen mit Behinderung auf den Punkt. Für die Jubiläumsausgabe hat er gleich das Titelblatt gestaltet.

Optisch hat sich die Zeitung im Laufe der Jahre verändert. Wollte man am Anfang viele Informationen übermitteln, überwiegen heute Bilder und die einfache Sprache in der Zeitung.

Informationen stehen trotzdem unverändert im Mittelpunkt jeder Ausgabe. So werden die einzelnen Arbeitsbereiche der Werkstätten vorgestellt und wichtige Dinge aus dem Berufsleben erklärt. Die Beschäftigten berichten von ihrem beruflichen Alltag, aber auch von Freizeitaktivitäten. „Die Fotos von Ausflügen und Veranstaltungen gefallen mir gut“, beschreibt Petra E. Müller, Beschäftigte in der Nebenstelle in Welschen Ennest, warum sie sich auf jede Ausgabe freut. Und über „neue Informationen in jeder Zeitung“, freut sich Bianca Sobbeck aus der Abteilung Attendorn.

Beliebt ist auch immer das Preisrätsel. Das darf natürlich auch in der Jubiläumsausgabe nicht fehlen. Und wer weiß, wann die 50. Ausgabe der „WIR“ erscheinen wird, der kann sich mit etwas Glück über zwei Übernachtungen für zwei Personen im Hotel FIT in Much mit dem Besuch eines Kletterparks freuen. Natürlich auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Außerdem werden noch Theaterkarten und ein Essengutschein verlost. Mitmachen lohnt sich also.

„Der Name ist Programm geworden“, so Andreas Mönig. Die WIR trägt mit dazu bei, dass Beschäftigte, Angehörige und Mitarbeitenden eine hohe Identität mit ihrer Arbeitswelt haben.

 

Die Mehrwerte für Kunden des Fachbereiches Behindertenhilfe sind nun auch auf einem Signet ersichtlich. Mehr dazu auf der Startseite.

Neueste Infos:

Großer Bericht in der örtlichen Presse über Frau Nielebock. Den gesamten Bericht gibt es hier.

Im Rahmen der CBP-Mitgliederversammlung in Berlin zeichnete Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales, Einrichtungen mit dem CBP-Digitalpreis aus. Die Werthmann-Werkstätten waren (noch) nicht dabei. Dies ist zusätzlicher Ansporn für uns. Wir wollen die Digitalisierung noch mehr für die Teilhabe für Menschen mit Behinderungen nutzen. 

Nezahat Baradari, Mitglied des Bundestages, besuchte die Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe. Den Bericht finden Sie hier.

Die Firma AnyBook stellt unser "Kochbuch für alle Sinne" auf Ihrer Homepage vor. https://anybookreader.de/kochbuch-der-werthmann-werkstaetten/

Wenn Sie Interesse an unserem Kochbuch haben, schauen Sie mal hier, denn da finden Sie genaue Informationen.

In der Info-Börse auf dieser Homepage erhalten Sie die neusten Infos - auch zum BTHG! Schauen Sie hier regelmäßig nach....


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