Pressearchiv 2019

Unsere Aktenvernichtung EXAKT hat einen neuen Transporter. Mit der Aktenvernichtung sind wir Dienstleister für viele Betriebe und Einrichtungen und im ganzen Kreis Olpe unterwegs. Weitere Infos hier.

Viele positive Spuren hinterlässt Theo Selter (links) durch seine 28jährige Tätigkeit als Abteilungsleiter in den Werkstätten. Jetzt ist er in Rente gegangen. Andreas Mönig (rechts) stellt Achim Scheckel (Mitte) als dessen Nachfolger vor.

Die neueste Ausgabe der WIR ist verfügbar. Hier können Sie die Ausgabe lesen.

von links: Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver; MdB Johannes Vogel, Iris Broll, Georg Eberts, beide Vertreter des Werkstattrats und Andreas Mönig, Werkstattleiter

In der Abteilung Lennestadt nutzte Johannes Vogel den Austausch mit dem dortigen Werkstattrat und den Verantwortlichen. Der Werkstattrat – vergleichbar mit einem Betriebsrat – stellte seine konkrete Arbeit vor. Deutlich wurde, dass die Werthmann-Werkstätten die Mitbestimmung der Menschen mit Behinderungen besonders wichtig nehmen. So werden beispielsweise die Beschäftigten bei den Personaleinstellungen aktiv beteiligt. Die Beschäftigten begrüßten ausdrücklich, dass auch für die kommende Europawahl das Wahlrecht für Menschen mit Vollbetreuung gesichert ist. „Endlich werden die Menschen mit Behinderungen beim Wahlrecht gleich behandelt“, so Georg Eberts, Vorsitzender des Werkstattrates der Abteilung. Auch Vogel freute sich über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes: „Es ist gut, dass auch Menschen mit Behinderungen nun ihr aktives Wahlrecht gleichberechtigt ausüben können!“

Die Auswirkung des Bundesteilhabegesetzes war auch Gegenstand der Diskussion. „Derzeit erleben wir eine hohe Verunsicherung bei den Angehörigen. Für das Gesetz fehlen die konkreten Umsetzungsschritte. Es ist unbedingt notwendig, dass Betroffene und Angehörige zeitnah informiert werden“, so Andreas Mönig, Leiter der Werkstätten.

Die besondere Rolle der Menschen mit schwersten Behinderungen unterstrich Abteilungsleiterin Susanne Rüenauver. „Durch die Umsetzung kleinster Arbeitsschritte erfahren sie Teilhabe am Arbeitsleben“. Dies wurde auch bei der anschließenden Führung konkret sichtbar. Herr Vogel betonte, dass er sich für die Klärung der offenen Themen einsetzen wird.

(v.l.) Laienschauspielerin Inge Christmann, Laienschauspieler Sebastian Martinetz und Petra Müller vom Begleitenden Dienst

„Wolkensprünge“ lautet der spannende Titel des neuen Theaterstücks der Theater-Projektgruppe der Werthmann-Werkstatt, Abteilung Olpe. Das Besondere: Die Mitglieder haben das Drehbuch selbst geschrieben. Inge Christmann (57), seit 2012 Mitarbeiterin in der Olper Werkstatt, lieferte die Initialzündung. „Als ich hier angefangen habe, war ich ein Nichts, ich war nicht sichtbar. Es hat lange gedauert, bis mir mein neues Ich bewusst geworden ist. Ich hatte das Gefühl, dass die Wolken am Himmel im Laufe der Zeit immer heller werden und so kam ich auf den Titel. Mit dem Theaterstück möchten wir zeigen, dass aus blassen, dunklen Wolken helle und strahlende werden können. Das ist der Punkt, an dem ich jetzt bin.“

 

Es ist bereits das 4. Theaterprojekt, das die Caritas-Werkstatt als freiwilliges Projekt im Kursprogramm anbietet. Die Organisation hat Petra Müller vom Begleitenden Dienst, die Leitung obliegt Theaterpädagogin Ulrike Wesely. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen und zwei Ehrenamtler im Alter von Anfang 30 bis Anfang 60 machen mit. Inge Christmann hat bereits Erfahrungen in den vorherigen Projekten gesammelt und weiß, wie positiv sich das Proben und Spielen vor großem Publikum auf die eigene Persönlichkeit auswirkt: „Die Konzentrations- und Merkfähigkeit wird gesteigert und durch den Umgang mit den anderen sieht man manches anders. Man wird ermutigt, aus sich heraus zu kommen und sich zu entfalten. Man wächst mit seinen Aufgaben und ist stolz, wenn man das Einstudierte gut auf die Bühne bringt. Das führt zu einer größeren Selbstsicherheit und man hat ein ganz anderes Selbstwertgefühl.“

 

Sebastian Martinetz (33) war von 2013 bis 2016 Mitarbeiter der Werkstatt und hat danach den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Da ihm das Theaterspielen seinerzeit große Freude gemacht hat, ist er als Ehrenamtler wieder dabei. Ihm gefällt es, in andere Rollen zu schlüpfen und will sich in dem neuen Stück sogar als Poetry-Slammer beweisen. „Man traut sich Dinge zu, zu denen man sich im wahren Leben nicht traut, zum Beispiel laut zu schreien, zu fluchen und einfach Dinge rauszulassen. Die Dialoge in dem neuen Stück sind zum Teil durch die verdrehten Rollen, in die man schlüpft recht komisch. Einmal ist man herrisch, ein anderes Mal unterwürfig. Es ist auch schön, als Team etwas auf die Beine zu stellen. Der eine kann sich auf den anderen verlassen. Da wird viel Vertrauen aufgebaut.“

 

„Das Besondere an der Gruppe ist auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Es wird viel gelacht, aber nicht übereinander, sondern miteinander. Alles, was passiert, bleibt in der Gruppe. Dadurch werden die Beziehungen vertieft. Insgesamt werden die Mitglieder offener, bei dem einen geht das schnell, bei anderen dauert es länger. Die Entwicklung ist unterschiedlich. Doch jeder Einzelne zieht seinen Nutzen daraus. Neben viel Spaß bietet das Theaterspielen psychisch erkrankten Menschen eine sinnvolle und kreative Beschäftigung. Sie werden im positiven Sinne durch viele neue Herausforderungen wie zum Beispiel das Sprechen und Singen vor Publikum gefordert und setzten so viele Ressourcen frei“, erklärte Petra Müller. Die Mitarbeiterin vom Begleitenden Dienst hat selbst erfahren, dass das Selbstbewusstsein wächst, wenn man vor Publikum steht und frei redet. Wie positiv sich das auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirkt, hat sie nach jeder Aufführung erlebt. „Eine Laienschauspielerin hat mir gesagt, dass sie zum ersten Mal überhaupt etwas gefühlt hat. Und dafür lohnt es sich, monatelang zu proben.“ „Ja“, ergänzte Inge Christmann. „Über den stehenden Applaus nach der letzten Aufführung komme ich heute noch nicht drüber weg. Der wirkt immer noch.“ 

 

Die Zuschauer dürfen also gespannt sein, was die Akteure am 6. September um 18 Uhr im Speisesaal der Werthmann-Werkstatt Olpe auf die Bühne bringen. Eines sei jetzt schon verraten: Es wird kein zusammenhängendes Stück, sondern eine sinnvolle Aneinanderreihung von Sketchen, Gedichten, Vorträgen und Theaterspiel. Eine Sequenz greift in die andere, wobei der Titel „Wolkensprünge“ sich wie ein roter Faden durch das Geschehen auf der Bühne zieht. Die Theatergruppe freut sich auf viele Besucher. Eine zweite Aufführung ist im Herbst auf dem Schrabbenhof in Silberg geplant.

In der aktuellen Ausgabe der RemmersInside, einer internen Firmen-Zeitschrift der Fa. Remmers GmbH aus dem Oldenburger Münsterland, steht ein kleiner Artikel über ein Projekt in unserer Schreinerei. Die Fa. Remmers beliefert uns unter anderem mit einem Hartwachssiegel, welches auch für das gemeinsame Projekt verwendet wurde, um eine Essgruppe zu versiegeln. Auf dem Bild sehen sie die komplette "Mannschaft" der Schreinerei am fertigen Projekt sitzen. Wir hoffen die Essgruppe hat mittlerweile ihren Platz gefunden. (Ba)

Infos über das BTHG

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist seit Anfang 2017 in Kraft. Die Umsetzung erfolgt in vier Phasen. Signifikante Veränderungen sind im kommenden Jahr zu erwarten. Was auf die Betroffenen, ihre Eltern und Betreuer zukommt, veranschaulichte Gerold Abrahamczik, Sprecher des Beirates der Angehörigen im Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, im Rahmen einer Informationsveranstaltung in den Werthmann-Werkstätten in Attendorn.

Es soll ein Perspektivenwechsel nach der UN-Behindertenrechtskonvention vollzogen werden: von der Ausgrenzung zur Inklusion, von der Einrichtungs- zur Personenzentrierung, von der Fremd- zur Selbstbestimmung, von der Betreuung zur Assistenz, vom Kostenträger zum Dienstleister und von der Defizitorientierung zur Ressourcenorientierung.

Ziel des neuen Gesetzes ist es, die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen aus dem "Fürsorgesystem" heraus zu führen und zu einem modernen Teilhaberecht weiter zu entwickeln. Die Leistungen für Menschen mit Behinderungen sollen noch personenzentrierter ausgerichtet werden und sich am persönlichen Bedarf des Einzelnen orientieren. Die Umsetzung der signifikantesten Veränderungen steht im Jahr  2020 bevor. Dann werden Leistungen der Eingliederungshilfe (Fachleistungen) und Hilfe zum Lebensunterhalt getrennt. Die Leistung der Eingliederungshilfe beinhalten zukünftig Betreuung, Begleitung, Teilhabe, Hilfestellungen. Leistungen zum Lebensunterhalt sind Miete, Nebenkosten und Lebensmittel. Aktuell nimmt der Kostenträger diese Trennung nicht vor und finanziert die Gesamtkosten pauschal.

„Wichtig ist, sich zu informieren und sich mit der Trennung der Leistungen und dem Begriff Personenzentrierung auseinander zu setzen. Fangen Sie an, alles was für Ihr Kind wichtig ist, zu notieren.“ Ein interessierter Besucher fasste für sich zusammen: „Es wird nicht einfacher. Der Bürokratismus wird schlimmer. Angehörige und Einrichtungen sollten in einem Boot sitzen. Wir sollten Bedarfe ermitteln und Anträge stellen.“ Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten sicherte die Unterstützung der Werkstätten und des Netzwerkes focus zu und erklärte, dass die Landschaftsverbände in einem Rundschreiben informieren wollen.

Ein kleiner Stift mit großer Wirkung

Ein kleiner Stift ermöglicht Analphabeten bei b.punkt, die berufliche Bildung der Werthmann-Werkstätten, selbstständig einzelne Arbeitsschritte zu erlernen. Dieser digitale Vorlesestift liest die Texte vor, die zuvor eingesprochen worden sind.

Bildungsbegleiterin Katrin Kannengießer führte den digitalen Vorlesestift in ihrer Arbeitsgruppe ein. „Rund ein Viertel meiner Beschäftigten können nicht gut oder gar nicht lesen.“ So kam die Idee, diesen Stift einzusetzen. Das Prinzip ist simpel, aber effizient. 

Ein Vorleser muss nur einen Sticker auf der vorzulesenden Seite platzieren und mit dem Stift aktivieren. Anschließend wird die Seite vorgelesen und direkt über ein integriertes Mikrofon aufgenommen. „All die, die Defizite beim Lesen haben, müssen mit dem Vorlesestift später diesen Sticker wiederum nur antippen und aktivieren, dann wird ihnen die Seite vorgelesen“, erklärt Katrin Kannengießer. Dabei hat die Bildungsbegleiterin wiederum Beschäftigte, die gut lesen können, für diese Aufgabe gewinnen können. „Von Beschäftigten für Beschäftigte“, freut sich die Initiatorin.  

Das ermöglicht jedem Beschäftigten jederzeit die einzelne Arbeitsanweisung zu hören. „Für den Arbeitnehmer in unserer Werkstatt ist es ein weiterer Schritt der Unabhängigkeit und der Möglichkeit zur Teilhabe am Berufsleben“, so Nina Fecker, Teamleitung b.punkt. Geplant ist es, zukünftig alle Arbeitspläne mit Hilfe des digitalen Vorlesestiftes jederzeit für alle verständlich zu machen. „Es ist ein kleiner Stift, aber er bringt den Maßnahmeteilnehmer eine große Freiheit.“

„An diesem Beispiel wird deutlich, wie wir die Digitalisierung in den Werkstätten zum Nutzen der Menschen mit Behinderungen einsetzen. Ganz nach dem Motto der diesjährigen Caritas-Kampagne „Sozial braucht digital,“ so der Leiter der Werkstätten Andreas Mönig.

Bei b.punkt findet die berufliche Qualifikation für Menschen mit Behinderung in den Werthmann Werkstätten statt. Ziel ist es, den Menschen eine berufliche Bildung zu ermöglichen. Dazu werden zunächst die Fähigkeiten und Interessen des Maßnahmeteilnehmers durch praktische Arbeiten und anerkannte Testverfahren ermittelt. In der folgenden zweijährigen Berufsbildungsmaßnahme folgt die Vermittlung praktische und fachtheoretische Kenntnisse in vielfältigen Qualifizierungsbereichen.

Das Foto zeigt Herr Mönig (Leitung der Werkstätten), Herr Schmidt (Auditor für alle drei Normen), Frau Jung (AZAV- und ISO-Auditorin), Frau Thiele (stellv. QMB) und Herr Barthel (QMB).

Das Abschlussgespräch des Externen Audits 2019 fand am 13.03. statt. Die drei Zertifikate nach ISO 9001 (Industrie-Norm), AZAV (Zulassung als Bildungsträger) und MAAS-BGW (Zertifizierung im Arbeitsschutz) konnten erfolgreich bestätigt werden. Wir freuen uns sehr und bedanken uns bei allen Mitarbeitern, die beim Audit beteiligt waren.

Zum Weltfrauentag am

08. März erhielten alle Frauen von der Frauenbeauftragen Yvonne Lennig (links) eine Rose geschenkt. Diese Aktion wurde vom Förderverein unterstützt.

Karneval ist vorbei -  Die CARIVALLIS sind noch in aller Munde. Hier eine kleine Nachlese:

https://www.youtube.com/watch?v=SvbyZD7EgpU

Das Kurs-Programm der Werthmann-Werkstätten bietet viele Möglichkeiten

Susanne Eckhardt, Bernard Ledwig, Lisa Kieserling und Sven Gedenk freuen sich auf die Angebote des neuen Kursprogramms

Für Susanne Eckhardt steht donnerstags Singen auf dem Programm. Sven Gedenk, Burkhard Ledwig und Lisa Kieserling ziehen das Trommeln vor. Die musikalischen Angebote sind nur zwei aus dem umfangreichen Kursprogramm der Abteilung Lennestadt der Werthmann-Werkstätten. Das neue Programmheft ist gerade frisch aufgelegt. Auf 28 Seiten werden die farblich unterteilten Angebote mit Piktogrammen erklärt. Im ersten Teil sind Angebote wie Bewegung und Sport, Kunst, Lesen, Musik und religiöser Gesprächskreis erklärt. Die genannten Angebote werden das ganze Jahr über einmal wöchentlich angeboten. Zusätzlich werden  wechselnde Kursangebote durchgeführt.  Bei allen Angeboten ist genau definiert wie viele Teilnehmer sich melden können, wo es stattfindet und wer der Anbieter ist. Letztgenanntes der blauen Angebote spricht Susanne Eckhardt besonders an. "Beim religiösen Gesprächskreis sprechen wir über die Dinge, die uns bewegen. Da kann ich die Seele baumeln lassen", so Susanne Eckhardt. Die Seele baumeln lassen ist das Stichwort und das Ziel der verschiedenen Angebote, die von montags bis donnerstags stattfinden. "Die Angebote sind ein Ausgleich zur Arbeit. Begleitende Angebote sind Bestandteile in den Werkstätten. In allen Abteilungen gehören sie zum Alltag der Beschäftigten. Sie bieten ein ausgewogenes Angebot für verschiedene Bedürfnisse und Interessen an und sorgen für ein lebenslanges Lernen", erklärt Christina Papadopoulos, Begleitender Dienst der Werthmann-Werkstätten. Die internen und teilweise auch externen Angebote werden Dank der Gruppenleiter, Ehrenamtlicher und Honorarkräfte umgesetzt. Im Programm fällt beispielsweise der Besuch der Rettungswache mit Rettungswagen ins Auge. "Wir haben mit einigen externen Stellen eine gute Kooperation. Dazu zählt auch die Rettungswache", lobt Christina Papadopoulos. Und was bringt das Kursprogramm den Beschäftigten? "Man kann sich weiterbilden. Man lernt viele Menschen kennen, auch außerhalb der Werkstatt. Die Begeisterung der Besucher bei den Auftritten der Trommelgruppe ist faszinierend. Einige sind wirklich erstaunt, was Behinderte machen können", lobt Sven Gedenk. Bernard Ledwig hebt den Spaß bei den Kursangeboten hervor und betont, dass er dabei auch andere Beschäftigte der Werkstatt kennen lernt.

Nie wieder! 

Beschäftigte diskutieren über Euthansie.

 

Es ist mucksmäuschenstill in der Teestube der Abteilung Lennestadt der Werthmann Werkstätten. Gebannt lauschen die Beschäftigten den Worten von Regina Schmand. Die Schreibershoferin stammt von der „Erinnerungsinitiative Opfer des Nationalsozialismus Drolshagen“. Sie erzählt exemplarisch die Geschichte von Joseph Dickhoff, der als 37-Jähriger dem Euthanasie-Wahnsinn der Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Der seinerzeit in Schlade wohnhafte litt an Epilepsie und galt somit als behindert. Sein Schicksal begann damit, dass er an seinem ersten Schultag vergaß den Wasserhahn zuzudrehen. Konsequenz: Er wurde als untauglich für die Schule eingestuft. Zu Hause verrichtete er später wie selbstverständlich alle in der Landwirtschaft anfallenden Arbeiten. Im April 1944 wurde er in die Provinzheilanstalt nach Warstein deportiert und wenige Wochen später nach Marsberg, wo er im Februar 1945 laut den Überlieferungen an völliger Entkräftung starb. Welches Leid sich hinter den heute nüchtern erscheinenden Daten verbirgt, kann man kaum ermessen. Die Beschäftigten, die sich freiwillig für die Teilnahme an der Veranstaltung gemeldet hatten, waren leicht erzürnt, erschrocken und emotional berührt, über die kurze Geschichte des behinderten Mannes, der sein Leben ja auch weitgehend meisterte. Nach dem kurzen Vortrag folgte die Aussprache. Christian Dümpelmann meldete sich zu Wort. Seine Aussage traf es auf den Punkt: "Behindert sein ist Ansichtssache. Jemanden der nicht lebt wie die Anderen, kann man doch nicht einfach so abstempeln. Das ist nicht fair. Ich hatte vor 30 Jahren einen Autounfall und musste alles neu lernen, Essen, Trinken und Sprechen." Thomas Halbe, Bildungsbegleiter in den Werthmann Werkstätten sagte: "Wir müssen Stop sagen. Jeder Mensch hat die gleichen Rechte. Auch wir müssen den Mund aufmachen“

Die Behindertenhilfe des Caritasverbandes Olpe führte diese Aktion in allen Abteilungen der Werthmann-Werkstätten anlässlich des bundesweiten Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2019 durch.

Ebenso berührten die Erlebnisse der behinderten Frauen, die im heutigen Gerhardus-Seniorenhaus betreut wurden. Auch sie wurden von den Nazis nicht verschont. Die Einrichtung wurde vom Wehrkreis-Kommando für ein Krankenhaus in Beschlag genommen und die Patientinnen in Heilanstalten gebracht, wo ihr Leidensweg begann. Auch dieses Ereignis wurde angeregt diskutiert und die Erkenntnis: Mensch ist Mensch, egal welcher Nationalität, behindert oder nicht behindert.

Die Anwesenden waren der Meinung, dass alle Menschen, ob behindert oder nichtbehindert, alles dafür tun müssen, dass sich solche Geschehnisse nicht wiederholen.

Die Mitglieder der Abteilungsleiterkonferenz legten die Ziele 2019 fest. Schwerpunkte sind die Umsetzungen der neuen gesetzlichen Anforderungen. 

Die Redatkion von vorne nach hinten:

Liesel Steffen, Silvia Demmerling, Iris Thiele, Jutta Korte, Andreas Mönig und Christoph Kleinke.

 

Am Anfang stand die Idee, eine eigene Zeitung von den Beschäftigten für die Beschäftigten der Werthmann Werkstatt herauszubringen. Das war die Geburtsstunde der „WIR-Zeitung“. Die Zeitung von uns -  die Beschäftigten der Werthmann Werkstätten. Heute, neun Jahre später, ist die 25. Ausgabe mit einer Auflage von 1.200 Stück fertig und die Themen gehen dem Redaktionsteam nicht aus.

„Die Zeitschrift ist aus den Werkstätten nicht mehr wegzudenken“, freut sich Werkstattleiter Andreas Mönig über den Erfolg. Neben ihm sind Silvia Demmerling, Iris Thiele, Christoph Kleinke, Jutta Korte und Liesel Steffen Teil des Redaktionsteams. Die beiden letzteren sind ebenfalls seit der ersten Stunde der Zeitung dabei.

In jeder Zeitung können Beschäftigte und Angehörige, sowie alle Mitarbeitenden, ob haupt- oder ehrenamtlich, als sogenannte „freie Mitarbeiter“ Artikel beisteuern. „Menschen mit Behinderungen werden hier zum Redakteur;“ so Mönig, „dies trägt zum Selbstbewusstsein und zur persönliche Stärke bei“.  Besonders gefragt sind dabei die Interviews mit Prominenten. Und Prominente gab es viele. Manche, wie die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft oder Sänger Wolfgang Niedecken, wurden persönlich besucht, andere wie Heino, Lukas Podolski, Politiker wie Norbert Lammert und „Wetterfrosch“ Sven Plöger stellten sich per Internet den Fragen der Reporter.

In dem Interview mit Michael Schumacher aus dem Jahre 2012 fragten ihn Marco Schultze und Klaus Vetter, ob er sich auch schon mal Gedanken gemacht hätte, im Rollstuhl zu sitzen oder eine geistige Behinderung haben zu können. Damals, zwei Jahre vor seinem Unfall, war es für den Formel-Eins Fahrer nicht wirklich vorstellbar.

Seit der 14. Ausgabe gehört auch Phil Hubbe in jede Ausgabe. Der Cartoon Zeichner, der selber an MS erkrankt ist und regelmäßig für Tageszeitungen und den „Kicker“ zur Feder greift, steuert pro Ausgabe auch einen Cartoon bei. Dabei bringt er die manchmal schon grotesken Dinge aus der Wirklichkeit von Menschen mit Behinderung auf den Punkt. Für die Jubiläumsausgabe hat er gleich das Titelblatt gestaltet.

Optisch hat sich die Zeitung im Laufe der Jahre verändert. Wollte man am Anfang viele Informationen übermitteln, überwiegen heute Bilder und die einfache Sprache in der Zeitung.

Informationen stehen trotzdem unverändert im Mittelpunkt jeder Ausgabe. So werden die einzelnen Arbeitsbereiche der Werkstätten vorgestellt und wichtige Dinge aus dem Berufsleben erklärt. Die Beschäftigten berichten von ihrem beruflichen Alltag, aber auch von Freizeitaktivitäten. „Die Fotos von Ausflügen und Veranstaltungen gefallen mir gut“, beschreibt Petra E. Müller, Beschäftigte in der Nebenstelle in Welschen Ennest, warum sie sich auf jede Ausgabe freut. Und über „neue Informationen in jeder Zeitung“, freut sich Bianca Sobbeck aus der Abteilung Attendorn.

Beliebt ist auch immer das Preisrätsel. Das darf natürlich auch in der Jubiläumsausgabe nicht fehlen. Und wer weiß, wann die 50. Ausgabe der „WIR“ erscheinen wird, der kann sich mit etwas Glück über zwei Übernachtungen für zwei Personen im Hotel FIT in Much mit dem Besuch eines Kletterparks freuen. Natürlich auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Außerdem werden noch Theaterkarten und ein Essengutschein verlost. Mitmachen lohnt sich also.

„Der Name ist Programm geworden“, so Andreas Mönig. Die WIR trägt mit dazu bei, dass Beschäftigte, Angehörige und Mitarbeitenden eine hohe Identität mit ihrer Arbeitswelt haben.

 

Die Mehrwerte für Kunden des Fachbereiches Behindertenhilfe sind nun auch auf einem Signet ersichtlich. Mehr dazu auf der Startseite.

Neueste Infos:

Die Werthmann-Werkstätten waren zu Gast in der Lernfabrik der Ruhr-Universität Bochum. Mehr dazu hier

Zu einem Praxistag laden die Abteilung Olpe der Werthmann-Werkstätten und die Nebenstelle Welschen Ennest am Donnerstag, 4. Juli, von 8:00 bis 14:00 Uhr ein. Mehr dazu hier.

Bürgermeister Hundt zu Gast in den Werthmann-Werkstätten

Das Stadtoberhaupt spricht mit den Beschäftigten der Abteilung Lennestadt über die Europawahl. Mehr hier.


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